Labbi goes europe - Blog

Gute Reise kleiner Rotschopf – Ein Nachruf von Hund zu Katze

Seit fast zwei Wochen bist du nun auf deiner letzten Reise und ich hätte nie gedacht, dass du mir so fehlen würdest. Wir beide waren zwar nie wie Hund und Katz, aber die große Liebe schlug bei uns beiden auch nicht ein. Du hattest für mich quirligen Junghund nicht mehr die Nerven. Das habe ich dann irgendwann verstanden. Akzeptiert hast du mich dennoch und an guten Tagen hast du meine Schmuseattacken geduldig über dich ergehen lassen. Gerne hast du ein Auge auf mich geworfen und uns heimlich auf unseren Spaziergängen begleitet. Glaub ja nicht, ich hätte das nie bemerkt. Dafür habe ich dir bei leckeren Häppchen den Vortritt gelassen.

Als sich der Sommer verabschiedete und es kälter wurde, haben wir alle gemerkt, dass deine Kräfte weniger wurden. Ein bisschen komisch bist du schon seit Längerem gelaufen. Nun aber musstest du deine Hinterläufe sehr verzögert nachziehen. Am Abend wolltest du nicht mehr in die Nacht abtauchen. Kaum warst du draußen, wolltest du wieder rein und umgekehrt. Es dauerte Stunden, bis du dein Lieblingsplätzchen wieder gefunden hattest. Häufig warst du mir völlig neu.

Auch die Medizin, die du bekamst schien nicht zu helfen. Weder die sanfte noch die starke. Dein Jammern und Klagen nahmen zu. Unsere Schlafstunden wurden weniger. Helfen konnte ich dir leider nicht.

Du schienst uns nicht mehr zu kennen, liefst gegen Wände und wurdest am Ende angriffslustig, was gar nicht deine Art war. Nachdem auch die letzte heftige Spritze gar nicht zu deinem Wohlbefinden beigetragen hat und du dich auch von unseren Menschen nicht mehr anfassen lassen wolltest, mussten sie eine Entscheidung treffen. Es ist wirklich so, wie man immer sagt, man erkennt den richtigen Moment – ohne Zweifel. Wir wussten, jetzt würden wir dich nur noch erlösen können.

Der Tag stand fest. Zwei Tage lang wurdest du von uns nach allen Regeln der Kunst verwöhnt. Du bekamst Spezialitäten ohne Ende, Katzenmilch ohne Limit und Streicheleinheiten so viel du wolltest. Du solltest uns alle in guter Erinnerung behalten.

Aber manchmal möchte es das Schicksal anders. Oder du – wer weiß?

Ein Tag vor deinem Lebensende wurdest du noch unruhiger. Du schienst nichts mehr zu sehen, verheddertest dich in den Lamellen am Fenster und wärst beinahe die Treppen runter gefallen. Wir konnten dich nicht mehr alleine lassen. Frauchen nahm dich auf einem Kissen mit an ihren Schreibtisch und murmelte auf dich ein. Du konntest dich entspannen und wurdest ruhiger. Friede kehrte ein. Frauchen erzählte dir, dass du jetzt gehen könntest und dass deine alte Freundin NALA auf dich warten würde.

Du holtest einmal tief Luft, schnauftest mehrere Male aus und machtest dich auf den Weg. Ganz entspannt. Sehr ruhig. Zu 100 % am Ende deines Lebens: am Donnerstag, den 12.11.2020 gegen 11 Uhr. Nach 14 gemeinsamen Jahren kannst du auf ein erlebnisreiches Katzenleben zurück blicken. Du bist als kleiner Kater in Griechenland gestartet, wurdest von deiner herzallerliebsten Ziehmutter Nala liebevoll aufgezogen. Mit zwei Jahren bist du nach Rheinhessen umgezogen und hast Teich, Garten und Haus gegen sämtliche Katzen der Nachbarschaft vehement verteidigt.

Auch wenn wir dich manchmal wochenlang in der Obhut deiner zuverlässigen Katzen-Patentanten zurückließen, wurdest du nie untreu. Kaum bogen wir mit dem Auto um die Ecke, erschienst du auf der Bildfläche. Die ersten Stunden zwar ein wenig verschnupft, aber pünktlich zur Tagesschau, vorstellig am Sofa zur allabendlichen Kuschel-Session. Von dort aus, hoch oben, hast du mir vernichtende Blicke zugeworfen: verächtlich, wenn ich im Körbchen lag und missbilligend, wenn ich neben dich wollte. Als wohlerzogener Labbi, der sich an die vorgegebene Hierarchie hält, akzeptierte ich die Rangfolge widerstandslos und überließ dir das Feld.

Sieben Länder hast du in deinem Leben bereist und wir alle sind von Herzen glücklich, dass du im letzten Sommer mit uns die Schwedentour gemacht hast. Du hast uns zwar mit deinen Ausflügen den ein oder anderen Schreck eingejagt, aber im Grunde warst du eine hochverlässliche Schiffskatze, die auch wenn sie es nicht immer gezeigt hat, einen Heidenspaß auf dieser Reise hatte.. Ich werde dich vermissen und denke jeden Abend an dich: immer wenn ich pünktlich zur Tagesschau vor dem Sofa auflaufe.

Run free, geliebter Freund. Vergiss uns nicht, bester Kumpel

The same procedure wie letztes Jahr – Leider nein!

Meine Ankunft an Bord

Da behaupte nochmal einer, der Hund könne sich nur über einen kurzen Zeitraum erinnern und lebe ansonsten zu 100 % im Augenblick. Am Pfingstwochenende habe ich meine Menschen eines Besseren belehrt: Fast ein Dreivierteljahr hat mich keiner mit aufs Boot genommen. Zugegeben, es war aufgrund der neuerlichen Umbaumßnahmen auch kaum betretbar, aber als ich dann am vergangenen Freitag wieder durfte, habe ich mein Rudel doch sehr in Erstaunen versetzt, denn mein Groschen fiel direkt.

Nach vielen Wochen purem Genuss des heimischen Feldes war ich äußerst aufgeregt, als sich Altbekanntes regte: Ich ahnte Fröhliches, als intensiv gepackt wurde und wir alle ins Auto stiegen. Nach relativ kurzer Zeit hatten wir unser Ziel erreicht, auf die griechische Insel ging es leider nicht. Dennoch kam mir der Geruch des hessischen Federviehs in Ginsheim durchaus bekannt vor und ich wurde spontan euphorisch.

Mein ausgewählter Stammplatz

Als ich mit Betreten des Bootes kapierte was los war, bin ich schier ausgeflippt. Ein paar Schnüffler reichten aus und mir zogen Gerüche vom großen weiten Meer und leckeren Zimtschnecken durch die Nase und ich dankte meinen Leuten ganz viel, dass es offenbar wieder losging. Sofort nahm ich meinen angestammten Platz ein und signalisierte dezent, dass ich zur Abfahrt bereit sei und man die Leinen lösen könne.

Ich musste mich jedoch bis zum nächsten Morgen gedulden, denn die erste Nacht blieben wir noch in unserem Heimathafen liegen. Direkt vor dem Zubettgehen erinnerte ich mein Frauchen an unser lieb gewonnenes Betthupferl-Ritual und wartete am Berg der Treppe, bis sie endlich verstand was ich von ihr wollte. Vielleicht fiel es ihr ein bisschen schwer, weil die Katze Zuhause bleiben musste, aber dann machte es doch noch KLICK und ich bekam mein Betthupferl, verspeiste es im Körbchen und brachte ihr „de Böcha“ auf Kommando zurück. Ich hatte hier überhaupt nichts vergessen.

Meine Bauabnahme

Herrchen hatte mir auch was tolles neu gebastelt, denn nun musste ich nicht mehr über bloßes Metall wandeln, um meine Aufgaben an Bord zu erledigen. (Er hat auch noch eine neue Baderampe für mich hergestellt, aber von der weiß ich offiziell noch nichts.) Jedenfalls hat Herrchen über den Winter die Seitengänge mit Teakholz verlegt und ich schwebe nun quasi wie auf Wolken vom Heck bis zum Bug und wieder zurück.

Wer jetzt denkt, es hätte sich dabei um ein kleines nettes Wochenendprojekt gehandelt, der kennt erstens mein Herrchen nicht und unterschätzt zweitens diese Arbeit. Wahrscheinlich aufgrund der Tatsache, dass er ausblendet, dass der Schiffskörper ja gebogen ist, während jede einzelne Teaklatte von Natur aus gerade daher kommt.

Herrchen verbrachte folglich die erste Hälfte des Winters im Stall, verbog und bearbeitete in etwa 220 Leisten, die alle nummeriert und für den Einsatz an Bord präpariert wurden, während wir es uns drinnen gemütlich machten.

Im zweiten Teil zog er fast aufs Schiff und am Wochenende der Junior mit, so dass dem Schiff nach vielen Wochen und enormer Kleinarbeit ein wunderbar neuer Glanz zuteil wurde. Was sollte man auch sonst tun, wenn ein kleines mieses Virus sich weltweit auszutoben meint und viele Leben und geschmiedete Pläne durcheinander bringt.

Mitte Mai war es dann so weit. Der größte Teil der Bauarbeiten war erledigt und es konnte ans Reine machen gehen. Mich nahm man immer noch nicht mit. Ein halbes Stündchen war ich darüber leicht verschnupft.

Am letzten Wochenende war es dann so weit. Ich wurde zur Bauabnahme gerufen und voll des Lobs wedelte ich mit ganzer Freude mit allem was mir zur Verfügung stand und war voller Erwartung wohin es nun gehen würde.

Die Seitengänge sind nun zu meinem neuen Lieblingsplatz mutiert. Ich gebe zu, der Marienkäfer hat auch ein wenig gelockt, wenn ich mich auf dem neuen Holz aber nicht so wohlfühlen würde, würde ich mich bestimmt nicht so zusammenfalten.

Meine Pläne für den Sommer 2020

Aber so ganz konnte es nicht wie geplant laufen, denn natürlich können wir nicht, wie ursprünglich gedacht, durch Frankreich und Italien reisen. 5 – 6 Wochen durch die Kanäle zu stromern, klappt nicht. Bei Marseille ins Mittelmeer einzutreten und die Masten wieder aufzustellen, wird nicht stattfinden. Mit schickem Hut ein Glas Sekt an der Côte d’Azur zu schlürfen und auf unsere Freunde zu treffen, all das bleibt 2020 ein Traum. Natürlich wären wir auf dem Schiff recht sicher, aber wir wollen ja Land, Leute und die Hundewelt beschnuppern und deswegen bleiben wir aller Wahrscheinlichkeit nach erst mal daheim.

Fast! Ein bisschen was geht immer und nach ein bisschen Telefonierei fanden wir einen tollen Liegeplatz an der Mosel. In Ginsheim konnten wir nicht bleiben. Wir hatten den ja nur bis zu unserer geplanten Abreise gemietet. Aber, man weiß ja nie wofür etwas gut ist: An der Mosel kann man viel schöner Schiff fahren, als auf dem trubeligen Rhein und das ist es, was wir uns für diesen Sommer vorgenommen haben. Wir nutzen unser Boot als Wochenendhäuschen und unternehmen schöne Ausflüge, die Mosel entlang.

Was immer sich dann noch ergibt, wird mit Freude angenommen. Mein Rudel ist offen dafür, und ich bin dabei. Was sind Eure Pläne, schreibt es doch mal in die Kommentare. Ich freue mich.

Wenn du gerade kein Ohr hast – leih‘ dir meins

Natürlich reist der Labbi im Moment nicht und ob er es in diesem Jahr überhaupt tut, weiß das ganze Rudel nicht. Wir fahren alle auf Sicht, das ist das einzig Faire an diesem neuen Virus. Wir machen das Beste draus; so wie alle anderen auch. Vor die Tür gehen wir nur, wenn unbedingt nötig, aber regelmäßig mit der „dankbaren“ Hundedame.

Was macht man nun mit so einem Blog, den man angefangen hat und der jetzt wieder loslegen wollte? Soll man ihn brachliegen lassen? Oder kann er nicht doch was Nützliches leisten, in einer Zeit, in der sich viele Menschen an die Grenze katapultiert und von Problemen erschlagen fühlen.

Und jetzt soll man auch noch die Kontaktsperre oder Quarantäne dazu nutzen sich selbst zu optimieren: neue Fähigkeiten an sich entdecken, endlich Marmelade einkochen, und die Wohnung renovieren und dabei ungeahnte Fähigkeiten an sich entdecken. Dabei fühlen Sie sich einfach nur überfordert! Von morgens bis abends – von Montag bis Sonntag – äußerlich wie innerlich.

Probleme werden kleiner, wenn man drüber redet oder schreibt

Was aber, wenn es niemanden zum Reden gibt? Wenn man alleine lebt und niemanden hat, bei dem man sich auskotzen kann? Wenn die Kinder nach einem langen und anstrengenden Tag endlich im Bett sind und im Wohnzimmer niemand sitzt, mit dem man sich austauschen kann? Oder man ist in die Quarantäne gerutscht und hat niemanden, mit dem man sprechen kann? Vielleicht sind die Sorgen gar nicht so riesig, aber trotzdem muss man seine Genervtheit mal irgendwo abladen.

Für diese Menschen möchte ich Zeit und ein Ohr haben.

Manchmal hilft es schon, wenn das Problem laut ausgesprochen wird. Oder für eine halbe Stunde schwach sein zu dürfen, wenn man den ganzen Tag für andere stark war. Oder einen kleinen Tipp erhält, den man selbst nicht sehen konnte, weil man schon seit Wochen am Rad dreht. Wenn Sie ein Redebedürfnis haben, nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf.

Keine Angst, hier wird nichts öffentlich! Es reicht, wenn ich einen Vornamen habe, mit dem ich Sie ansprechen kann. Schreiben Sie mir eine Mail und laden Sie all Ihren Kummer in meinen Postkasten ab. Dort können wir uns auch zu einem Telefonat verabreden, wenn Ihnen das wichtig ist.

Ich kann Ihre Probleme leider nicht wegzaubern. Aber vielleicht kann ich das Ohr sein, das Ihnen gerade fehlt und Ihnen hilft, Ihre Kraft wieder zu mobilisieren und weiterzumachen, bis das alte Leben wieder zurückkommt.

Wenn ein zugewandtes Ohr nicht reicht und Sie mehr brauchen

Ich bin Pädagogin und Mediatorin, aber keine ausgebildete Psychotherapeutin. Wenn es um mehr geht, als Ihren Kummer bei mir abzuladen oder sich einen Rat zu holen, sollten Sie sich an ausgebildete Profis wenden:

www.nummergegenkummer.de

www. telefonseelsorge.de

Es versteht sich von selbst, dass doofe Scherze in dieser Zeit nicht gut ankommen! Danke.

Auch wir sind nett zueinander und streiten nicht

Vom LabbiRodeln und der leckeren Eisbar am Ritten

Ihr lieben Mitleser, wir wünschen Euch allen ein frohes und gesundes 2020. Wir hoffen, Ihr seid gut rübergerutscht und habt die ersten Tage harmonisch miteinander verbracht. Hoffen wir auf ein friedliches und klimaneutraleres Jahr

Zunächst dachte ich ja, ich hätte mich verhört, als ich merkte, dass es schon wieder nach Südtirol an den Ritten ging. Ich meine, ich werde im März drei Jahre alt und war bislang jedes Jahr dort. Als es dann am 1. Weihnachtstag aber Richtung Süden über die Alpen ging und sich die Tore der Villa Anina (unbezahlte Werbung) in Klobenstein öffneten, war das für mich wie ein Nachhausekommen. Niemand musste mir unsere Wohnung zeigen oder den Weg zur Bäckerei. Ich fand alles wie im Schlaf und hätte die Brötchen eigentlich auch alleine holen können. Nur wären am Ende keine mehr übrig gewesen, weil ich die so lecker finde.

Mittlerweile bin ich ein echter Fan von Nicolas Superhaus. Nicht nur, dass sie so tierlieb ist und mich auch in meiner schlimmsten Fellwechsel-Zeit nimmt. Sie bereitet auch immer alles top für meine Menschen vor. Es ist ein wunderschönes Apartmenthaus (villaanina.com; immer noch unbezahlte Werbung), das sie für die Weihnachtszeit ganz liebevoll schmückt und dafür sorgt, dass wir uns alle pudelwohl fühlen. Sie hat sogar für das gute Wetter gesorgt und für uns von 11 Tagen 9 die Sonne angeknipst.

Frauchen und ich waren täglich mitten im Schnee wandern und weil ich die Route ja nun schon kenne, habe ich mir das LabbiRodeln einfallen lassen: Immer, wenn es ein wenig abschüssig wurde, schmiss ich mich auf die Seite und stupste mich mit den Hinterbeinen so ab, dass ich ein kurzes Stück den Weg entlang rutschte. Nach weiteren zwei Tagen entdeckte ich die Eisbar abseits der Piste und biss mir nach Herzenslust ein Stück Eis ab, das ich genüsslich verspeiste. Als Letztes scheint Frauchen mich zum Lawinenhund ausbilden zu wollen, denn ohne Ankündigung warf sie mein neues Spielzeug in den Tiefschnee und ich musste es bergen. Natürlich habe ich das ganz schnell kapiert und sie musste nicht einmal losziehen, um es selbst zu retten.

An einem Tag erlaubte ich Ihnen einen Ausflug nach Bozen. Das ist mir zu anstrengend und ich verbringe die Zeit lieber bei Nicola im Apartment. Meine Menschen aber fuhren mit der nostalgischen Rittenbahn und der Gondel runter in die Stadt, flanierten über den noch immer stattfindenden Weihnachtsmarkt und spazierten durch die wunderbaren Arkaden in der Innenstadt. Ich glaube, es gab auch das ein oder andere Weinchen. Jedenfalls kamen sie bestens gelaunt zurück.

Also wenn es nach mir geht, so drücke ich jetzt bereits die Pfoten, dass wir im nächsten wieder dorthin reisen. Mir braucht niemand mehr zu erklären, dass ich den frei laufenden Hahn von Nicola nicht jagen darf, dass ich beim ersten Öffnen der Gondel sitzen bleiben muss und wo genau mein Platz in der Hütte ist. Und das bringt Entspannung pur. Aber irgendwas ist schon wieder im Busch. Meine Leute planen wie verrückt. Seid gespannt, wie es weiter geht und herzlich von Eurer Labbidame Leila gegrüßt.

Seit wir wieder zurück sind, ist auch unser Rotschopf wieder völlig entspannt.

Herrchen und Frauchen als Erntehelfer bei meiner ersten Olivenernte

Das sollte meine erste Olivenernte werden und ich war schon mächtig aufgeregt. Herrchen und Frauchen kannten das schon, weil sie vor vielen Jahren schon einmal die ganzen Oliven selbst gepflückt hatten. All die Jahre danach ging es nicht, weil die Oliven nicht während der Ferien reif werden, sondern erst im November. In diesem Jahr passte alles.

Zunächst pflückte Frauchen die Essoliven. Davon gibt es nur einen Baum auf dem Grundstück. Das war also schnell erledigt. Ich muss sagen, am Anfang war ich sehr enttäuscht. Natürlich spielte ich die Vorkosterin. Aber ich spuckte die Dinger in hohem Bogen wieder aus, weil sie so bitter waren. Aber Frauchen kannte einen tollen Trick: Man legt sie über einen Zeitraum von drei Wochen in Salzwasser ein, das man alle zwei Tage wechselt. Das Salz entzieht der Frucht die Bitterstoffe. Sind die Oliven dann genießbar, kann man sie nach jedem persönlichen Geschmack einlegen. Das ging schon eher in Richtung meiner Feinschmeckerzunge.

Die Oliven, aus denen wir Öl pressen lassen wollten, hingen an weiteren 38 Bäumen. Es war klar, dass wir das alleine nicht schaffen würden, aber wir hatten Glück. Dina und Jianni halfen uns und wir bekamen einen weiteren unermüdlichen Erntehelfer an die Seite gestellt. Unser Freund Christos besaß eine phänomenale Maschine, die die Oliven von den abgeschnittenen Ästen rüttelt. Und die lieh er uns aus. So muss man sie nicht mühselig auf die traditionelle Art auskämmen. Man legt die Zweige in die Maschine ein, die werden gerüttelt und so fällt ein guter Teil der Oliven direkt in den Sack. Der andere Teil spritzt ins Umfeld und ist am Ende schnell zusammen gekehrt. So waren wir am Ende erfolgreicher als gedacht und es blieb noch Zeit für mich übrig.

Die Tage plätscherten wunderbar dahin. Natürlich war ich immer dabei. Nach Feierabend saßen wir gerne bei leckerem Essen zusammen. Am Nachmittag liefen wir eine lange Runde auf den griechischen Wanderwegen und am Abend wurde der Kamin angemacht. Wie von selbst sammelten sich am Ende 466 Kilo an und Dina machte einen Termin in der Ölmühle.

Man kann die geernteten Oliven auch einfach so in der Mühle vorbei bringen. Dann wird die Masse gewogen und man bekommt „irgendein“ Öl. Wir aber wollten unseres, denn wir behandeln die Oliven nicht und somit sind sie absolut bio. Montags vor unserer Abreise war es dann so weit.

Auch unsere Ernte wurde abgewogen und wir konnten sehen, wie unsere Oliven in den Schacht der Anlage eingefüllt wurden. In einer zweiten Maschine werden die Früchte noch mal gereinigt und geschüttelt, so dass noch mehr Blätter und kleine Äste aussortiert werden. Ähnlich wie bei Trauben, entsteht im nächsten Schritt eine Maische, die dann zentrifugiert wird. Als Letztes wird das Öl gefiltert und kann dann abgefüllt werden. Wir waren sehr stolz, als unser grünes Gold aus dem Hahn lief. Am Ende hatten wir über 70 Liter feinstes Olivenöl beisammen. Familie und Freunde können sich also freuen.

Gleich Zuhause angekommen testeten wir unser noch warmes und sehr frisches Öl mit einer Schreibe frischem Brot. Was gibt es Herrlicheres?

Aber auch die wunderschönsten Tage gehen einmal zu Ende und unser lernendes Rudelmitglied Zuhause wollte mal wieder beschnuppert werden. Also machten wir uns auf den Heimweg. So einfach sollte es uns aber nicht gemacht werden. Wir mussten beide Fähren umbuchen, denn ein 10er Wind hatte sich angekündigt und mit dem wollten wir keine Bekannschaft schließen.

Gesund und munter kamen wir Mitte November wieder in Rheinhessen an und stiegen direkt in die Adventszeit ein. Jetzt freuen wir uns auf harmonisches Weihnachtsfest und einen schneereichen Ski-Urlaub. Dann kann ich allen wieder zeigen, wie toll ich Gondel fahren kann.

Lieben Dank an alle, die in diesem Jahr diesem Blog gefolgt sind. Es macht viele mehr Freude für andere zu schreiben, als nur für sich selbst. Wir wünschen euch ein Frohes Fest, für 2020 alles Gute und ein bisschen mehr Frieden für die ganze Welt. Folgt uns auch im nächsten Jahr wieder. Im Januar verrate ich euch das nächste Reiseziel!!

Mailand – die Stadt der Schuhe ? Auch

Diese Reise würde wie immer und doch völlig neu ablaufen. Wie schon  ganz oft davor würden wir wieder Richtung Ithaka aufbrechen. Schließlich  hatten wir das ganze Jahr nicht auf unserer griechischen Insel  vorbeigeschaut. Aber zum 1. Mal würden wir es außerhalb der Ferien tun und das auch noch ohne den Junior, der ja jetzt am Studieren ist.

So kamen wir auf die Idee über die Schweiz zu fahren und einen ganzen Tag in Mailand zu verbringen. Diese wunderbare Stadt hatten wir schon lange auf dem Plan. Außerdem brauchte Frauchen ein paar neue Schuhe (die hat Probleme!!). Herrchen war da prakmatischer. Er buchte eine kleine Wohnung, kein Hotel.

So kamen wir am Nachmittag bei strömenden Regen in der Via Manfredo Camperio an. Unser Vermieter Francesco war ein überaus sympathischer Mann, der uns gleich in Empfang nahm und erstmal ins Parkhaus lotste. Wir waren  nämlich mitten in der City. An einen Parkplatz war gar nicht zu denken und ohne ihn  hätten wir im Leben keinen bezahlbaren Parkplatz gefunden. Ein wenig  Maßarbeit war nötig, um uns in die kleine Parkbox zu manövrieren, aber nachdem wir passgenau an allen vier Ecken in Francescos Garage standen und unser Gepäck in sein Auto umgeladen hatten, ging es in wenigen  Minuten zu unserer Wohnung. Ich durfte vorne mitfahren.

Die Wohnung war der Hammer: gemütlich und schick zugleich. Ein  Wohn-Esszimmerbereich samt Küche auf der einen Ebene sowie ein kuscheliges Schlafzimmer unterm Dach. Diese Art des Wohnens hat sich voll ausgezahlt. Wir waren viel flexibler als in einem normalen Hotel, das so mitten in der City äußerst teuer gewesen wäre. Wir fragten Franceso noch nach einem netten Restaurant, dann gingen wir erstmal unsere unmittelbare Umgebung erkunden. Natürlich durfte  ich mit und lernte auch den Innenhof des Castelos Sforzesco und meine Hundewiese für die kommenden Tage kennen.

Wir suchten uns noch schnell einen Supermarkt und deckten uns mit allem ein, was wir für ein kleines italienisches Frühstück brauchen würden. Dann kehrten wir in unsere kleine Wohnung zurück. Nachdem sich meine beiden Mitbewohner ausgehfertig gemacht hatten und losgezogen waren, hatte ich das kleine Reich endlich für mich alleine. Ich meine, es ist schon gut, wenn man als Hund so ein bisschen weit gereist ist. Der Fahrstuhl in dem Haus ist für  mich kein Problem und dass ich nach drei Stunden gleich für zwei Stunden an einem Ort alleine bleibe, den ich nicht kenne, finden meine Leute und ich äußerst bewundernswert. Das ganze basiert natürlich nur auf  gegenseitigem Vertrauen. Sie lassen mich nur in angenehmen Hotels, schicken  Wohnungen oder gut klimatisierten Schiffen, dafür sieht die Bude am Ende noch genau so aus wie vorher. Natürlich bringen sie mir immer etwas von ihrer JAGD mit.

Den Freitag haben wir uns dann gut aufgeteilt. Sie wollten Sightseeing  machen und ein wenig shoppen. Das interessiert mich natürlich null, also  machte ich ein bisschen Wellness im Apartment. Dafür ging es am  Nachmittag, als der Regen komplett verflogen und ein wunderbares  Spätsommer-Wetter die Stadt durchflutete, mit mir auf die Pirsch.

So erkundeten wir einen wunderbaren Spazierweg, der uns zunächst in Richtung des Castellos führte. Dahinter erstreckt sich der fantastische Sempione Park, der an diesem Tag aufgrund des Wetters voller Leben war. Direkt am Ende des Parks stößt man auf den Arco della Pace, an dessen  Vorplatz wir ein bisschen verweilten. Da hat sich dann wieder mal gezeigt, dass Reisen bildet, denn ich habe zwei Polizisten gesehen die auf riesigen Hunden geritten sind. Ich war so perplex, dass ich glatt vergessen habe, mich den beiden mal vorzustellen. Mein Herz aber ging auf, als wir den Hundepark fanden. Eine tolle Idee der Italiener: Mitten im Park gab es eine Rasenfläche mit ein paar Agility-Geräten. Dort durften wir Vierbeiner frei laufen und ausgelassen miteinder toben. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang etwas schüchtern war. Das legte sich aber.

Natürlich hat Frauchen ihre Schuhe gesucht und gefunden und ich durfte mit in die Pizzeria, Pizzarand essen.

Der Rest der Reise nach Ithaka war dann reine Routine, ich meine wir machen das ja nicht zum ersten Mal. Nur auf der letzten Etappe musste ich mich doch arg aufregen. Auf der anderen Seite war ich schon gerührt, wie lieb mich meine Menschen haben. Natürlich wissen die, dass sie mich nicht mit ins Schiff nehmen dürfen. Das ist kein Grund für sie, mich (für zweieinhalb Stunden) in diese entsetzliche Hundebox zu geben oder in der Autogarage zu lassen. Dumm nur, dass es draußen nicht eine Sitzgelegenheit gab. Also verbrachten wir die Fahrt zwischen 19 und 22 Uhr auf der Außentreppe. Egal, um halb elf waren wir in unserem griechischen Zuhause und Dina hatte wie eine Mama für uns gesorgt. Es gab kühle Getränke und etwas zu essen stand auch auf dem Herd.

Ich habe es sofort wieder erkannt und mein grüner Lakost hat – wie auch immer- ebenfalls hierher gefunden.

Was wir dem Junior nicht erzählen werden? Dass wir uns in Mailand ohne seine Hilfe zweimal ziemlich verlaufen haben.

Bequem in Boussenac versus Trubel in Thüringen



Es tut sich wieder was

Die letzten Wochen ist es ziemlich still um mich, den reisenden Labbi geworden. Das hatte seinen Grund: Wir sind ja nicht am Reisen! Kaum Zuhause angekommen ist der Junior ausgezogen. Er ist nun nur am Wochenende da, was ich nicht sehr lustig finde und das lasse ich ihn die ersten zehn Minuten, wenn er kommt auch spüren. Auch Herrchen und Frauchen hatten eine Menge zu tun.

Letzten Sonntag war es aber wieder so weit. Ich habe es daran bemerkt, dass eine große Tasche gepackt wurde. Allerdings nicht für alle. Nur meine Sachen verschwanden darin. Das habe ich nicht verstanden, bis mich Noah zur Tante gebracht hat. Ich durfte also mit der Verwandschaft in die Großstadt nach Erfurt. In diesem Moment war es mir fast egal, was meine Menschen unternehmen würden, denn in Erfurt wartet ein großes Bürorudel auf mich, das mich von morgens bis abends verwöhnt – und das meine ich nicht nur kulinarisch. Wenn es mir in dem einen Zimmer zu langweilig wird, tappe ich eben ins nächste. Ich finde, jedes Büro sollte einen Hund haben. Tut nicht nur dem Vierbeiner gut.

Boussenac an der Ardeche
Was aber trieben meine Menschen? Gut, der Junior geht nun jede Woche seinen Studien nach und lebt sich in Baden-Würtemberg ein. Die anderen zwei haben sich auf den Weg ein Paradies nach Frankreich gemacht. Sie sind zu Anne und Wolfgang an die Ardeche gefahren. Dort waren sie bereits ganz oft, aber es geht ihnen immer wieder das Herz auf. Die Anreise funktioniert ein bisschen schneller als mit dem Schiff. Innerhalb von acht Stunden, größtenteils auf französischen Autobahnen, die sich entspannt fahren lassen, waren sie da. Allerdings einen Tag zu früh!!! Wer aber denkt, das würde die Bewohner von Boussenac aus dem Konzept bringen, der täuscht sich. Nach einem kurzen Moment der Überraschung wurden noch ein paar Zutaten in den Topf geworfen und so reichte das Essen für alle. Die Wiedersehensfreude war so groß, dass gleich in Annes Geburtstag reingefeiert wurde. So waren alle am nächsten Tage ein wenig müde.

Beim Ablaufen des Grundstücks hatte sich wieder einiges verändert: Es gibt ein neues Teichhäuschen, die Tochter Iris hat Bienenhäuschen aufgestellt, fährt erste Erfolge als Imkerin ein und die Scheune ist keine Scheune mehr, sondern ist auf dem Weg ein schönes Apartment zu werden. Das Highlight, aber ist die neue Eselin Diane, ein ausgesprochen sanftes Tier, das zu Pinos großem Vergnügen, die Nachfolge seines Vaters und Kumpels Paco angetreten hat. Im Frühjahr gibt es Nachwuchs. Schon am zweiten Morgen begrüßten sie uns lautstark von ihrem Platz aus.



Die Nachmittage werden dann ganz gemütlich auf dem Berg verbracht. Wäre es noch ein wenig wärmer, könnte man den Schwimmteich nutzen und mit den Fischen um die Wette plantschen. Wären meine Leutchen nicht so faul, könnten Sie hinter dem Haus auch eine Partie Tennis spielen oder eine tolle Wanderung durch die französische Landschaft unternehmen. Dieses Fleckchen Erde zu genießen, füllt jeden Akku wieder auf.



Zwei feste Dates an der Ardeche

Für meine Leute gibt es an der Ardeche meist zwei Unternehmungen. Zuerst bummeln sie durch Valence, überqueren den Markt und nehmen in einer kleinen Brasserie (Le Bistro des Clerks) den Plat du Jour ein. Gestern Mittag sogar draußen im Sonnenschein. Trotzdem bereitete Wolfgang am Abend (als hätten sie nicht schon genug gegessen, aber wir sind ja in Frankreich) eine wunderbare Bouillabaisse für seine Anne als Geburtstagsgeschenk zu.

Den Tag drauf geht es, jedenfalls, wenn es ein Freitag ist, nach La Voulte auf den Markt. Dort werden ein paar wunderbare französische Lebensmittel für alle Daheimgebliebenen eingepackt. Anschließend gehen sie natürlich, wie es sich hier gehört, auf ein Bierchen / Weinchen ins Bistro. Einen Teil der Einkäufe haben sie dort gleich verzehrt und an eine entzückende kleine Kollegin abgetreten. Das wäre eigentlich mein Platz gewesen.



Jetzt schlafen wir hier nicht bei Freunden auf dem Sofa, sondern dürfen die Ferienwohnung nutzen, die angemietet werden kann. Hier trifft man auf keine anderen Gäste, erfährt eine wunderbare Ruhe umgeben von Natur und vielen Tieren (zwei Esel, sechs Schafe, sechs Hühner, unzähligen Koi, herumwühlenden Wildschweinen und ein paar Katzen, die auf der Suche nach Futter vorbeischauen).

Währenddessen habe ich die Großstadt unsicher gemacht. Ich konnte souverän zeigen, wie man sich im Aufzug verhält und auch als Bürohund Laut geben kann. Von den Passanten in der Fußgängerzone wollte ich wissen, ob sie wirklich dasgleiche in der Bäckertüte haben, wie wir in Rheinhessen und fast wäre ich noch mit dem Riesenrad gefahren, das gerade auf dem Domplatz seine Runden dreht. Es ging mir herrlich in diesen Tagen und ich habe meine Leute nicht allzu stark vermisst, obwohl auch ich die neue Eselin gerne mal beschnuppert hätte.

Am Samstag findet dann Zuhause wieder die große Familienzusammenführung statt: Der Junior kommt aus seinem Studienort, wir aus dem Osten und Herrchen und Frauchen direkt vom Paradies. Bis dahin lass ich mich noch ein wenig bespaßen und spiele mit Dolly, dem Schaf.

Am Rhein – Daheim

Jetzt erklär mir einer diese Menschen!! Da fahren wir fünf Monate, tausende von Kilometern, erleben einen prachtvollen skandinavischen Sommer, nur um dann wieder in Rheinhessen zu enden? Haben die unser Zuhause verschoben? Ist der Teich samt Fischen umgezogen? Wie ging das? Manche Dinge muss man als Labbi einfach so hinnehmen. Gefreut habe ich mich trotzdem. Bin erst mal quer über die Wiese getobt und habe den gesamten Garten durchgeschnüffelt. Es war ein sehr schönes Nachhausekommen, zumal wir mit einem wunderbaren Sommerwetter empfangen wurden.

Das ging bereits in Duisburg los. Dort fuhren wir in den Rhein ein. Von nun an ging es bergauf. Es dauerte eine Weile bis wir uns an Zweierlei gewöhnt hatten: die eigene Langsamkeit und die schnelle Wuchtigkeit der anderen. Jeder Schlepper schien eine Bedrohung. Im Schnitt lag unsere Geschwindigkeit bei 5 km in der Stunde. Im Binger Loch gab es in der Tat eine Phase, da standen wir praktisch auf der Stelle. Der Plotter zeigt 0km/h an. Ein durchaus mulmiges Gefühl, wenn die Binnenschiffer von vorn und hinten angeschossen kommen.

1a in die hinterste Lücke eingeparkt

Nach einem Tag des Einfahrens fand der Kapitän eine Lösung für das Dilemma und so fuhren wir meist auf der flachen Seite des Flusses, da hält sich die Schifffahrt spontan eher nicht auf. Deswegen kamen wir gut aneinander vorbei und haben einiges dazu gelernt. Die Binnenschiffer haben nämlich doch dankenswerterweise ein Auge auf die kleinen Sportboote. Das haben wir über Funk mitbekommen. Wir griffen wieder unseren Rhythmus auf und wechselten im Stundentakt durch. Nach 60 Minuten ist man wirklich froh, wenn man sich ein wenig von der Wuseligkeit des breiten Flusses erholen kann.

Bei dieser Reisegeschwindigkeit fuhren wir somit fast den ganzen Tag Schiff. Für 50 km benötigten wir ca. 10 Stunden plus. Zwar standen wir früh auf, aber nachdem wir in der Marina angelegt hatten, war uns nur noch nach Erholung und gutem Essen. Wir bekamen mit Duisburg, Neuss und Köln die Highlights des Rheins mit und fühlten uns ab Oberwinter wieder heimisch, weil wir in Rheinland-Pfalz einfuhren und uns beim Beobachten der Landschaft, insbesondere der vielen Weinberge gleich warm ums Herz wurde.

Unterschwellig fuhr beim weiblichen Teil der Besatzung immer die Anspannung mit. Während die Herren voll in die Technik vertrauten, hörten wir beide auf jedes auffällige Motorengeräusch oder komische Brummen aus den Tiefen des Schiffbauches. Wir wollten es nicht erleben, plötzlich von der Strömung bergab geschoben zu werden und nichts dagegen tun zu können. Aber das blieb uns Gott sei Dank erspart. Die Dialima hat ihre Feuerprobe bestanden. Und am 22.08 war es dann so weit:

Wir huldigten der Skyline von Mainz, fuhren an Dom, Rheingoldhalle, Hyatt und Winterhafen vorbei. Ein wirklich beeindruckendes Gefühl nach all der Zeit. Auch wenn uns niemand winkte, so fuhren wir der Heimatstadt freudig entgegen und genossen das Gefühl wieder Zuhause zu sein.

Gegen 18 Uhr erreichten wir unseren Winter-Liegeplatz. Dort bleibt unser Schiff jetzt erst mal. Wir holten nur das Nötigste raus. Dazu gehörte selbstverständlich auch der rotgezeichnete Tiger und der hatte so was von überhaupt keine Lust das Schiff zu verlassen. Das tat er dann auch lautstark kund. Auch Zuhause machte er spontan nicht den Eindruck, komplett glücklich über die Heimkehr zu sein. Er ist also zur echten Schiffskatze mutiert. Mittlerweile hat er sich aber wieder eingelebt und genießt die sonnigen Ecken des Gartens.

Wir sind gespannt, wie sich all die Erlebnisse in den nächsten Wochen setzen werden. Das ist unbedingt nötig. Am Ende waren wir kaum noch in der Lage, all die neuen Eindrücke zu verarbeiten. So viele Hirnzellen hat ein Labbi nun auch wieder nicht. Das werden die nächsten Wochen bringen.

Wir danken euch alle fürs Mitlesen und Mitfiebern. Es war schön, dass ihr uns begleitet habt. Und vergesst nicht: Nach der Reise ist vor der Reise. So haben wir es jedenfalls vor. Ich höre meine Leute schon wieder planen und recherchieren. Nur der Junior wird nicht mehr flächendeckend dabei sein. Ein herber Verlust für die Crew, aber die Welt ruft.

Deutschland, deine Wasserwege; so schön

In die Kanäle einzufahren war für mich ein bisschen wie Nachhausekommen. Hier gibt es zu 100 Prozent keine unangenehmen Wellen, ich habe beide Uferseiten bestens im Blick und schnuppern kann ich vom Vorschiff aus wie im Schlaraffenland. Frauchen sieht das genauso und deswegen sitzen wir beide oft vorne am Bug und denken uns Geschichten aus. 

Mein Rudel hatte in Lübeck kaum am Steg festgemacht, da stand schon ein eifriger Sportbootfahrer am Steg bereit, half uns beim Festmachen und klärte uns darüber auf, dass das Schiffshebewerk Scharnebeck bis auf Widerruf gesperrt sei. Infolge eines Dammschadens am Elb-Stauwehr Geesthacht war der Wasserstand der Elbe so weit abgesunken, dass das Schiffshebewerk seinen Betrieb einstellen musste. 

Der Schiffskollege, (der uns am nächsten Tag sehr unangenehm auffallen sollte) hatte sich bereits schlau gemacht und sein Weg schien es, zurück nach Fehmarn zu fahren (da kamen wir ja nicht gerade her!), durch den Nord-Ostsee-Kanal zu reisen, ein Stück auf der Nordsee zu schippern, um dann über die Weser wieder auf den Mittellandkanal zu stoßen. Für uns würde das einen zarten Umweg von über 350 km bedeuten und kam damit nur in höchster Not infrage. 

Es wurde guter Rat teuer und wir brainten schnell storm. Die Alternativrouten wären nicht nur ein Vieles mehr an Kilometer, sondern wir müssten uns zum guten Schluss in ein ziemlich fremdes Revier begeben, für das wir nicht ausreichend mit Kartenmaterial ausgerüstet waren. Die Nordsee hatten wir bereits auf der Hinfahrt ausgeschlossen, weil sie mehr Tide hat und unberechenbarer zu befahren ist. Auf der anderen Seite rückte unser Rückkehrdatum unerbittlich näher. Schließlich muss der Junior zum 02. September sein Studium antreten. Das war natürlich nicht ernsthaft in Gefahr: Es gibt schließlich Züge von Lübeck nach Mainz. Aber nach fünf gemeinsamen Monaten wollten wir die Fahrt schon gerne gemeinsam beenden. 

Wir eruierten eine Weile wie lange wir warten konnten und beschlossen erstmal in Lübeck liegen zu bleiben. Hier würde es uns nicht langweilig werden, zumal in unmittelbarer Nachbarschaft das Duckstein Festival stattfand, das wir uns selbstverständlich ausgiebig anschauten und das namensgebende Bier genossen. 

Am Morgen unseres Lübeck-Tages plumpste ich erneut ins Wasser und habe damit erfolgreich mein silbernes Schwimmabzeichen abgelegt. Dieses Mal war es nicht meiner eigenen Hektik geschuldet. Der bereits beschriebene Sportbootfahrer hatte einen Cockerspaniel und ist ein begeisterter Verfechter, die Hunde gleich frei zu lassen. Im Prinzip in Ordnung. Nur ist es unfair, wenn ich auf einem Steg an der Leine laufe und er frei von hinten angeschossen kommt und erst kurz hinter mir unmittelbar anfängt wie ein Wahnsinniger zu bellen. Ich habe mich so dermaßen erschrocken, dass ich einen Satz nach rechts ins Wasser gemacht habe. Dabei bin ich ganz schön tief gefallen. Zum Glück bin ich ein Labbi und kann schwimmen, wenn ich aber so urplötzlich ohne mein Apportierspielzeug im Wasser lande, dann bin auch ich nicht die Ruhe in Person. Die Oberfrechheit leistete sich aber besagtes Cockerspaniel-Herrchen, indem er, als sei nichts gewesen, samt Hund abdrehte und von dannen schritt. Das macht man nicht!!! Dankenswerterweise war gerade eine resolute Kölnerin mit ihren beiden Hunden unterwegs und packte tatkräftig mit an. Ich wunderte mich zwar, wieso eine völlig Fremde nach mir griff, spürte aber schon, dasss es gut wäre, das zuzulassen. Herrchen war so mit dem Heraushieven meines geschmeidigen Alabasterkörpers beschäftigt, dass er den Mann leider nicht mehr zu fassen bekam. 

Am Montag sickerte die Meldung durch, dass es Mittwoch am Schiffshebewerk evtl. weitergehen könnte. Herr Perlebeck, ein wirklich ganz netter Mensch, rief uns sogar zurück, um uns mitzuteilen, dass sie zwar zuerst die bislang 90 aufgelaufenen Binnenschiffer durchschleusen, jedoch stets mit Sportbooten auffüllen. Ebenso war angedacht, Tag und Nacht zu arbeiten. So entschieden wir uns, auf sein Anraten hin, schon mal nach Mölln weiterzufahren, um ein bisschen näher am Ort des Geschehens zu sein.

Dort lagen wir dann zwei Tage nett am See, erkundeten das kleine Städtchen und gingen bei gutem Wetter im See schwimmen, immer mit der Hand am Handy, um zu sehen, wann der Startschuss fallen würde. Auch das lernt man bei der langsamen Art des Reisens: Es macht einem kaum mehr etwas aus, wenn es nicht nach Plan läuft. Man macht es eben anders und in der Situation das Beste draus.

Donnerstag ging es am Schiffshebewerk weiter. Gegen halb 3 legten wir uns zu einem niederländischen Paar ins Päckchen, die wiederum an der Spundwand festgemacht hatten. Wir passten gut zusammen, denn auch sie hatten eine Retrieverhündin namens Balou an Bord. Stolz teilten uns die beiden mit, dass sie auf jeden Fall das nächste Sportboot wären, das mitdurfte. Nur wann war nicht klar, denn die Wanne war ca. 100 m lang, die meisten Schuber aber auch. Aufgefüllt werden konnte also nur bei kleineren Binnenschiffen. Zusätzlich hatten die Gastschiffe Vorfahrt, die die Touristen als Attraktion einmal hoch- und runterschleusen. Ob das in so einer Situation unbedingt sein muss, ist die Frage, denn das machte das Ganze völlig unberechenbar. Wir stellten uns auf eine lange Zeit des Wartens ein.

Während unser Päckchen-Nachbar dem NDR gerade ein Interview gab, überlegte mein Rudel, auf welche Art sie mit mir Gassi gehen könnten. Schließlich kam die Leiter an der Spundwand für mich nicht in Frage. Da schallte eine Ansage über die Lautsprecher, die wir fast nicht glauben konnten: Alle Sportboote sollten sich fertig machen und an die Kammer vorfahren. Man würde alle zusammen mit der Wasserschutzpolizei schleusen. Das war echt unverschämtes Glück für uns und wir schämten uns ein bisschen den anderen gegenüber, die so viele Stunden mehr gewartet hatten; freuten uns jedoch schon wie irre.

Wie sich am Abend an der Liegestelle Wulfstdorf, an der wir zusammen mit den Holländern nächtigten, herausstellte, waren Frits und Erika zwei äußerst sympathische Menschen. Sie luden uns auf ihr Boot ein und bei Wein, Bier und Sekt tauschten sich die Menschen über ihre Leben aus, während wir Hundemädels vor den Schiffen völlig frei toben konnten. Ich durfte sogar einfach mit auf deren Boot. Solch schöne Begegnungen machen das Reisen noch ein Stück wunderbarer. Gleich beim nächsten Einkauf besorgten wir Sekt, damit wir eine Gegeneinladung aussprechen konnten. Leider waren sie schneller unterwegs und wir haben sie nicht mehr gesehen. Liebe Erika, lieber Frits und liebe Balou, wir senden euch von hier aus ganz viele liebe Grüße. 

Vor uns lagen nun also wieder der Elbe-Seiten, der Mittelland, der Dortmund-Ems- sowie der Rhein-Herne-Kanal,  bevor ab Duisburg unsere letzte Etappe auf dem Rhein ansteht. 280 km, die wir mit höchster Disziplin und Aufmerksamkeit fahren müssen. Deswegen richteten wir uns auf eine Woche gemütliches Kanalfahren ein. Wir entdeckten die Liegeplätze, fuhren also nicht immer in eine Marina, was bei schönem Wetter eine herrlich freie Sache ist. Es spülte uns auf kleine Feste, die nun überall stattfinden und ließ uns manchmal in dem Glauben, allein auf der Welt zu sein. Da wo es uns auf dem Hinweg besonders gut gefallen hat, kehrten wir wieder ein oder probierten Neues aus. Wir genossen die Sanftheit der Kanäle, winkten völlig fremden Menschen zu und redeten manchmal über Stunden kein Wort. 

Dass zu viel chilliges Boot fahren nicht allzu lange gut geht, besagt ein ungeschriebenes Gesetz in der Schifffahrt. Samstag stand nichts auf dem Plan, die Sonne schien. Nur ein ziemlich langsam fahrender Schlepper störte die freie Sicht nach vorne. Also wurde ein Überholmanöver gestartet. Die normale Drehzahl reichte an dieser Stelle nicht aus und es wurde viel Gas gegeben. Auch das reichte nicht ganz und wir reihten uns wieder hinter dem Schlepper ein. Passiert manchmal. Eine Stunde später dröhnte das Motor-Alarm-Signal derart schrill durchs Schiff, dass die komplette Crew hellwach am Steuerstand auftauchte: Der Motor hatte sich überhitzt. Wir mussten ihn direkt ausmachen und waren damit manövrierunfähig. Auch auf einem friedlichen Kanal keine wünschenswerte Angelegenheit. Mit Bugstrahlruder konnten wir uns noch gerade in Position bringen. Und während wir dabei waren, herauszufinden, was eigentlich los war, kamen unsere rettenden Engel in Form von Manfred und Monika von hinten angefahren. Nicht nur, dass sie uns seitlich ins Schlepptau nahmen, Manfred stellte direkt die richtige Diagnose: Das Kühlwassersieb war in der Tat komplett zugesetzt. Durch den aufgewirbelten Schlamm, den wir beim Überholvorgang eingesogen hatten, war der Motor nicht mehr ausreichend gekühlt worden. Wir beseitigten das Problem, die Temperatur regulierte sich erstaunlich zügig und Manfred konnte uns vom Haken lassen. Zwei Tage später verstopfte das frisch gemähte Gras vom Kanalufer den Filter erneut und das Spektakel wiederholte sich, dieses Mal ohne Manfreds Leine. Da ich aber eine auffassungsbegabte Crew anführe, erledigten sie das Malheur in Windeseile und mussten zum Glück nur kurz im Kanal treiben. Nichts passiert ohne Grund. Mit dieser Aktion haben wir eine weitere Stelle gefunden, die regelmäßig kontrolliert werden muss, denn auf dem Rhein ist so ein Manöver weitaus ungemütlicher.

Ebenfalls in dieser Woche brachten wir das Kunststück fertig, das wir schon lange gefürchtet hatten. Wir legten ab, ohne vorher das Stromkabel eingeholt zu haben. Ich hänge meinen Leuten ja an den Lippen, achte auf jede Geste und folge aufs Wort, würden sie das nur mal umgekehrt tun, wäre uns das nicht passiert, denn ich habe extrem auffällig das blaue Kabel angestiert und damit ganz deutlich einen stummen Impuls gesetzt. Großartig passiert ist aber nichts, wir hatten nochmal Glück.

Heute geht es durch den gesamten Ruhrpott und mit den Schleusen Herne, Wanne-Eickel, Gelsenkirchen, Oberhausen und Ruhr landen wir gegen Mittag in Duisburg am Rhein. Die letzten 4 km können wir schon mal testen, wie sich die Bergfahrt mit unserem Schiff so anfühlt und wie Väterchen Rhein so drauf ist. 

Dies ist der letzte Post direkt von Bord. Den nächsten Blogbeitrag werde ich Frauchen wohl Zuhause am Schreibtisch verfassen lassen. Dann haben wir den Rhein hinter uns und werden wieder sesshaft (er).

Wie das wohl werden wird?


Mit Heiligenhafen und Fehmarn hat uns Deutschland wieder

Die Überfahrt zurück nach Deutschland, ich kann es euch sagen, war weich wie Butter. Es war warm, weitsichtig und die Ostsee glatt wie Seide. Wir fuhren geradewegs in den Sommer, saßen bereits während der Fahrt in T-Shirts und kurzen Hosen auf dem Vorschiff. Ich durfte die ganzen fünf Stunden ohne Schwimmweste draußen bleiben und habe das sehr genossen. Natürlich wurde, auch wenn es ein wenig lächerlich aussieht, auf meinen Sonnenschutz geachtet.

In Heiligenhafen angelegt, ging der Rummel schlagartig los. Die Marina, die gut 1000 Liegeplätze zur Verfügung stellt, war gut voll. Das Glück war auf unserer Seite, denn wir durften bis Samstag auf dem Liegeplatz bleiben und mussten nicht umlegen. Mit 34 Grad und einer leichten nordischen Brise fühlten wir uns ausgesprochen wohl. Gewöhnen mussten wir uns allerdings an die Menschenmassen. So viele Urlauber auf einen Schlag waren wir gar nicht gewohnt. Ebenfalls neu für uns war das Gefühl, länger als eine Nacht in einem Hafen zu liegen. Es gefiel uns. Man lernt die Nachbarschaft ein bisschen genauer kennen und rast nicht so die Ortschaften ab, sondern kann einiges gelassener angehen.

War das Gefühl nach über drei Monaten wieder zurück in Deutschland zu sein ein besonderes? Nein, ich denke nicht. Man ist nur die ersten Augenblicke ein wenig erstaunt, dass so flächendeckend deutsch gesprochen wird. Aber nach zwei Tagen legt sich das rasch wieder. Und da wir noch nicht so häufig im Norden unterwegs waren, bestand nach wie vor das Gefühl, Neuland zu erobern.

Für mich gab es einen ganz tollen See, indem ich viel schwimmen durfte. Das hat mir mächtig gefallen und ich habe meine „Bob, der Baumeister-Sand-Qualitäten“ entdeckt. Noah streckte seine Fühler nach einem KITE-Kurs aus. Er wollte sich in den Wind stürzen. Hier in Heiligenhafen wurde es aus zeitlichen Gründen nichts, aber in Burgtiefe / Fehmarn würde er ab Samstag ins Geschehen einsteigen. Das war auch der Grund warum wir nach drei Tagen trotz 5er Wind losfuhren. Die Wellen sollten nicht allzu hoch werden und die Fahrt nur 2,5 Stunden dauern. Bei der Wellenhöhe hat der Kapitän wohl ein bisschen geschummelt. Wir mussten doch sehr gegen ca. 1-Meter hohe Wellen ankämpfen und hatten unseren Schaff, in die Tonnenstraße einzubiegen. Auch das Anlegemanöver war wenig souverän. Die Box ließ kaum Platz und der Wind schob uns fast quer. Eine liebe Nachbarin sprang jedoch gleich zu Hilfe und so lagen wir doch fest vertäut am Rundsteg. Hier mussten wir einen Tag später nochmal umlegen, aber jedes Anlegemanöver bei Wind ist eine gute Übung.

In Burgtiefe sollten wir eine Woche wohnhaft werden. Noah stieg am Sonntag in seinen Kite-Kurs ein, der Kapitän organisierte das Legen der Masten, Frauchen tippte wieder eifrig in die Tasten und ich kümmerte mich um die vielen Hundefreunde, die es zu beschnuppern gab.

Dienstag leisteten wir die Vorarbeit für den Rigger und zogen schon mal die Segel raus, klemmten die Elektronik ab und verpackten alles in unserem Kellerloch. Mittwoch begutachtete der Kranführer die Vorarbeiten, war mit uns zufrieden und legte gemeinsam mit dem Rigger die Masten. Am Ende waren wir doch froh, die Fachleute mit ins Boot geholt zu haben. Zwei Masten zu legen ist natürlich eine machbare Sache, aber das Know-how hat geholfen und den ein oder anderen Tipp haben wir ebenfalls mitgenommen. Auch wenn so ein Mast nur aus Alu ist, sollte er sich eben nicht ungebremst in Bewegung setzen (Worte der Sicherheitsbeauftragten). Am Donnerstag wurde zuguterletzt alles noch mobil an Bord befindliche fest verzurrt und der Rest des Tages wurde Ordnung gemacht, damit sich unser Wochenendbesuch auch wohlfühlen würde.

Noah hatte mit seinem KITE-Kurs leider enormes Pech. So verdünnisierte sich der Wind nach seinem ersten Tag in Aktion und tauchte die ganze Woche nicht wieder auf. Er hat zwar die Grundlagen erfahren, die Theorie bestanden und somit Level 2 erreicht (was wichtig für das Ausleihen des Equipments an anderen Orten ist). Leider aber seine zweite Praxiseinheit nicht mehr machen können. Sehr fair von der KITE-Schule war, dass sie uns einen Teil des Geldes zurückerstattet hat.

Nora und Stephan kamen am Freitagmorgen bei uns an und würden bis Lübeck bei uns mitfahren. Nach einem stärkenden Frühstück ging es an den Strand. Dort fand ein Beachvolleyballturnier statt, dem wir begeistert beiwohnten. Leider erlebten wir nur den ersten Tag mit, so dass wir die Sieger lediglich durch Internetrecherche in Erfahrung brachten. Die Stimmung eines solchen Turnieres ist jedoch unvergleichlich.

Samstag früh ging es los, Richtung Travemünde, einem Stadteil von Lübeck. Die Überfahrt war nett und wellenlos, sodass Nora und Stephan gut für ihren eigenen Bootstrip im September üben konnten, was sie auch eifrig taten: Im Schnellkurs bekamen sie diverse Anlegemanöver, sämtliche Knoten und Maschinenkunde beigebracht. Ich freute mich sehr, denn ich führe gerne ein großes Rudel an – und mehr zu futtern gab es auch.

Wir machten direkt vor dem historischen Segler „Passat“ fest und besichtigten das Schiff im Eilverfahren, da es nur nur noch 20 Minuten begehbar war. Für einen umfassenden Eindruck hat es dennoch gereicht. Im Gegensatz zu früher reisen wir heute äußerst komfortabel. Am Abend ging es die Strandpromenade entlang. Fünf verschiedene, leckere Flammkuchen und ein heißes Yatzy-Duell bildeten den Abschluss des Abends und kündigten das Ende der offenen Seefahrt an.

Am nächsten Tag sollte es nach Lübeck gehen, was uns auch problemlos gelang. Die Boxen im Hafen waren leer und groß genug, so dass Nora sich in der Kunst des Anlegens üben konnte. Übel schien nur die Nachricht, die mein Rudel direkt am Steg vom benachbarten Bootsführer erhielt. Kurz darauf saßen alle am Tisch, wälzten die Bücher, tippten auf dem Tablet durch verschiedene Seiten und rechneten emsig viele Kilometer durch. Irgendetwas schien komisch, denn am Ende beschlossen sie, erstmal nicht weiterzufahren und abzuwarten. Ich verstand es nicht, denn am Schiff ist nichts kaputt und an Bord auch keiner krank.

Am Ende machten wir doch noch einen Bummel durch Lübeck und ich zeigte unseren beiden Gästen das Holstentor, das ich ja schon im April kennengelernt habe.

Am Abend gingen wir im Hafenrestaurant essen und deren Currywurst mit Pommes und Trüffelmayonaise muss man einmal im Leben genossen haben. Ich kann das beurteilen. Ich bekomme ja immer ein Stück mitgebracht.

Dann war es mit dem Besuch auch schon wieder vorbei. Nora und Stephan stiegen in ihr Auto und düsten zurück in die Heimat. Einer muss am Montag ja das Büro aufschließen. Gut, dass ich es nicht bin.

Wie es mit uns weiter geht, werden die nächsten Tage zeigen. Gut, dass wir noch ein paar Tage Extra-Zeit im Gepäck haben. Bleibt mir also gewogen und schaut wieder rein. Ich freu‘ mich. Bis dahin sind wir einfach ein bisschen kreativ.

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