Labbi goes europe - Blog

Deutschland, deine Wasserwege; so schön

In die Kanäle einzufahren war für mich ein bisschen wie Nachhausekommen. Hier gibt es zu 100 Prozent keine unangenehmen Wellen, ich habe beide Uferseiten bestens im Blick und schnuppern kann ich vom Vorschiff aus wie im Schlaraffenland. Frauchen sieht das genauso und deswegen sitzen wir beide oft vorne am Bug und denken uns Geschichten aus. 

Mein Rudel hatte in Lübeck kaum am Steg festgemacht, da stand schon ein eifriger Sportbootfahrer am Steg bereit, half uns beim Festmachen und klärte uns darüber auf, dass das Schiffshebewerk Scharnebeck bis auf Widerruf gesperrt sei. Infolge eines Dammschadens am Elb-Stauwehr Geesthacht war der Wasserstand der Elbe so weit abgesunken, dass das Schiffshebewerk seinen Betrieb einstellen musste. 

Der Schiffskollege, (der uns am nächsten Tag sehr unangenehm auffallen sollte) hatte sich bereits schlau gemacht und sein Weg schien es, zurück nach Fehmarn zu fahren (da kamen wir ja nicht gerade her!), durch den Nord-Ostsee-Kanal zu reisen, ein Stück auf der Nordsee zu schippern, um dann über die Weser wieder auf den Mittellandkanal zu stoßen. Für uns würde das einen zarten Umweg von über 350 km bedeuten und kam damit nur in höchster Not infrage. 

Es wurde guter Rat teuer und wir brainten schnell storm. Die Alternativrouten wären nicht nur ein Vieles mehr an Kilometer, sondern wir müssten uns zum guten Schluss in ein ziemlich fremdes Revier begeben, für das wir nicht ausreichend mit Kartenmaterial ausgerüstet waren. Die Nordsee hatten wir bereits auf der Hinfahrt ausgeschlossen, weil sie mehr Tide hat und unberechenbarer zu befahren ist. Auf der anderen Seite rückte unser Rückkehrdatum unerbittlich näher. Schließlich muss der Junior zum 02. September sein Studium antreten. Das war natürlich nicht ernsthaft in Gefahr: Es gibt schließlich Züge von Lübeck nach Mainz. Aber nach fünf gemeinsamen Monaten wollten wir die Fahrt schon gerne gemeinsam beenden. 

Wir eruierten eine Weile wie lange wir warten konnten und beschlossen erstmal in Lübeck liegen zu bleiben. Hier würde es uns nicht langweilig werden, zumal in unmittelbarer Nachbarschaft das Duckstein Festival stattfand, das wir uns selbstverständlich ausgiebig anschauten und das namensgebende Bier genossen. 

Am Morgen unseres Lübeck-Tages plumpste ich erneut ins Wasser und habe damit erfolgreich mein silbernes Schwimmabzeichen abgelegt. Dieses Mal war es nicht meiner eigenen Hektik geschuldet. Der bereits beschriebene Sportbootfahrer hatte einen Cockerspaniel und ist ein begeisterter Verfechter, die Hunde gleich frei zu lassen. Im Prinzip in Ordnung. Nur ist es unfair, wenn ich auf einem Steg an der Leine laufe und er frei von hinten angeschossen kommt und erst kurz hinter mir unmittelbar anfängt wie ein Wahnsinniger zu bellen. Ich habe mich so dermaßen erschrocken, dass ich einen Satz nach rechts ins Wasser gemacht habe. Dabei bin ich ganz schön tief gefallen. Zum Glück bin ich ein Labbi und kann schwimmen, wenn ich aber so urplötzlich ohne mein Apportierspielzeug im Wasser lande, dann bin auch ich nicht die Ruhe in Person. Die Oberfrechheit leistete sich aber besagtes Cockerspaniel-Herrchen, indem er, als sei nichts gewesen, samt Hund abdrehte und von dannen schritt. Das macht man nicht!!! Dankenswerterweise war gerade eine resolute Kölnerin mit ihren beiden Hunden unterwegs und packte tatkräftig mit an. Ich wunderte mich zwar, wieso eine völlig Fremde nach mir griff, spürte aber schon, dasss es gut wäre, das zuzulassen. Herrchen war so mit dem Heraushieven meines geschmeidigen Alabasterkörpers beschäftigt, dass er den Mann leider nicht mehr zu fassen bekam. 

Am Montag sickerte die Meldung durch, dass es Mittwoch am Schiffshebewerk evtl. weitergehen könnte. Herr Perlebeck, ein wirklich ganz netter Mensch, rief uns sogar zurück, um uns mitzuteilen, dass sie zwar zuerst die bislang 90 aufgelaufenen Binnenschiffer durchschleusen, jedoch stets mit Sportbooten auffüllen. Ebenso war angedacht, Tag und Nacht zu arbeiten. So entschieden wir uns, auf sein Anraten hin, schon mal nach Mölln weiterzufahren, um ein bisschen näher am Ort des Geschehens zu sein.

Dort lagen wir dann zwei Tage nett am See, erkundeten das kleine Städtchen und gingen bei gutem Wetter im See schwimmen, immer mit der Hand am Handy, um zu sehen, wann der Startschuss fallen würde. Auch das lernt man bei der langsamen Art des Reisens: Es macht einem kaum mehr etwas aus, wenn es nicht nach Plan läuft. Man macht es eben anders und in der Situation das Beste draus.

Donnerstag ging es am Schiffshebewerk weiter. Gegen halb 3 legten wir uns zu einem niederländischen Paar ins Päckchen, die wiederum an der Spundwand festgemacht hatten. Wir passten gut zusammen, denn auch sie hatten eine Retrieverhündin namens Balou an Bord. Stolz teilten uns die beiden mit, dass sie auf jeden Fall das nächste Sportboot wären, das mitdurfte. Nur wann war nicht klar, denn die Wanne war ca. 100 m lang, die meisten Schuber aber auch. Aufgefüllt werden konnte also nur bei kleineren Binnenschiffen. Zusätzlich hatten die Gastschiffe Vorfahrt, die die Touristen als Attraktion einmal hoch- und runterschleusen. Ob das in so einer Situation unbedingt sein muss, ist die Frage, denn das machte das Ganze völlig unberechenbar. Wir stellten uns auf eine lange Zeit des Wartens ein.

Während unser Päckchen-Nachbar dem NDR gerade ein Interview gab, überlegte mein Rudel, auf welche Art sie mit mir Gassi gehen könnten. Schließlich kam die Leiter an der Spundwand für mich nicht in Frage. Da schallte eine Ansage über die Lautsprecher, die wir fast nicht glauben konnten: Alle Sportboote sollten sich fertig machen und an die Kammer vorfahren. Man würde alle zusammen mit der Wasserschutzpolizei schleusen. Das war echt unverschämtes Glück für uns und wir schämten uns ein bisschen den anderen gegenüber, die so viele Stunden mehr gewartet hatten; freuten uns jedoch schon wie irre.

Wie sich am Abend an der Liegestelle Wulfstdorf, an der wir zusammen mit den Holländern nächtigten, herausstellte, waren Frits und Erika zwei äußerst sympathische Menschen. Sie luden uns auf ihr Boot ein und bei Wein, Bier und Sekt tauschten sich die Menschen über ihre Leben aus, während wir Hundemädels vor den Schiffen völlig frei toben konnten. Ich durfte sogar einfach mit auf deren Boot. Solch schöne Begegnungen machen das Reisen noch ein Stück wunderbarer. Gleich beim nächsten Einkauf besorgten wir Sekt, damit wir eine Gegeneinladung aussprechen konnten. Leider waren sie schneller unterwegs und wir haben sie nicht mehr gesehen. Liebe Erika, lieber Frits und liebe Balou, wir senden euch von hier aus ganz viele liebe Grüße. 

Vor uns lagen nun also wieder der Elbe-Seiten, der Mittelland, der Dortmund-Ems- sowie der Rhein-Herne-Kanal,  bevor ab Duisburg unsere letzte Etappe auf dem Rhein ansteht. 280 km, die wir mit höchster Disziplin und Aufmerksamkeit fahren müssen. Deswegen richteten wir uns auf eine Woche gemütliches Kanalfahren ein. Wir entdeckten die Liegeplätze, fuhren also nicht immer in eine Marina, was bei schönem Wetter eine herrlich freie Sache ist. Es spülte uns auf kleine Feste, die nun überall stattfinden und ließ uns manchmal in dem Glauben, allein auf der Welt zu sein. Da wo es uns auf dem Hinweg besonders gut gefallen hat, kehrten wir wieder ein oder probierten Neues aus. Wir genossen die Sanftheit der Kanäle, winkten völlig fremden Menschen zu und redeten manchmal über Stunden kein Wort. 

Dass zu viel chilliges Boot fahren nicht allzu lange gut geht, besagt ein ungeschriebenes Gesetz in der Schifffahrt. Samstag stand nichts auf dem Plan, die Sonne schien. Nur ein ziemlich langsam fahrender Schlepper störte die freie Sicht nach vorne. Also wurde ein Überholmanöver gestartet. Die normale Drehzahl reichte an dieser Stelle nicht aus und es wurde viel Gas gegeben. Auch das reichte nicht ganz und wir reihten uns wieder hinter dem Schlepper ein. Passiert manchmal. Eine Stunde später dröhnte das Motor-Alarm-Signal derart schrill durchs Schiff, dass die komplette Crew hellwach am Steuerstand auftauchte: Der Motor hatte sich überhitzt. Wir mussten ihn direkt ausmachen und waren damit manövrierunfähig. Auch auf einem friedlichen Kanal keine wünschenswerte Angelegenheit. Mit Bugstrahlruder konnten wir uns noch gerade in Position bringen. Und während wir dabei waren, herauszufinden, was eigentlich los war, kamen unsere rettenden Engel in Form von Manfred und Monika von hinten angefahren. Nicht nur, dass sie uns seitlich ins Schlepptau nahmen, Manfred stellte direkt die richtige Diagnose: Das Kühlwassersieb war in der Tat komplett zugesetzt. Durch den aufgewirbelten Schlamm, den wir beim Überholvorgang eingesogen hatten, war der Motor nicht mehr ausreichend gekühlt worden. Wir beseitigten das Problem, die Temperatur regulierte sich erstaunlich zügig und Manfred konnte uns vom Haken lassen. Zwei Tage später verstopfte das frisch gemähte Gras vom Kanalufer den Filter erneut und das Spektakel wiederholte sich, dieses Mal ohne Manfreds Leine. Da ich aber eine auffassungsbegabte Crew anführe, erledigten sie das Malheur in Windeseile und mussten zum Glück nur kurz im Kanal treiben. Nichts passiert ohne Grund. Mit dieser Aktion haben wir eine weitere Stelle gefunden, die regelmäßig kontrolliert werden muss, denn auf dem Rhein ist so ein Manöver weitaus ungemütlicher.

Ebenfalls in dieser Woche brachten wir das Kunststück fertig, das wir schon lange gefürchtet hatten. Wir legten ab, ohne vorher das Stromkabel eingeholt zu haben. Ich hänge meinen Leuten ja an den Lippen, achte auf jede Geste und folge aufs Wort, würden sie das nur mal umgekehrt tun, wäre uns das nicht passiert, denn ich habe extrem auffällig das blaue Kabel angestiert und damit ganz deutlich einen stummen Impuls gesetzt. Großartig passiert ist aber nichts, wir hatten nochmal Glück.

Heute geht es durch den gesamten Ruhrpott und mit den Schleusen Herne, Wanne-Eickel, Gelsenkirchen, Oberhausen und Ruhr landen wir gegen Mittag in Duisburg am Rhein. Die letzten 4 km können wir schon mal testen, wie sich die Bergfahrt mit unserem Schiff so anfühlt und wie Väterchen Rhein so drauf ist. 

Dies ist der letzte Post direkt von Bord. Den nächsten Blogbeitrag werde ich Frauchen wohl Zuhause am Schreibtisch verfassen lassen. Dann haben wir den Rhein hinter uns und werden wieder sesshaft (er).

Wie das wohl werden wird?


Mit Heiligenhafen und Fehmarn hat uns Deutschland wieder

Die Überfahrt zurück nach Deutschland, ich kann es euch sagen, war weich wie Butter. Es war warm, weitsichtig und die Ostsee glatt wie Seide. Wir fuhren geradewegs in den Sommer, saßen bereits während der Fahrt in T-Shirts und kurzen Hosen auf dem Vorschiff. Ich durfte die ganzen fünf Stunden ohne Schwimmweste draußen bleiben und habe das sehr genossen. Natürlich wurde, auch wenn es ein wenig lächerlich aussieht, auf meinen Sonnenschutz geachtet.

In Heiligenhafen angelegt, ging der Rummel schlagartig los. Die Marina, die gut 1000 Liegeplätze zur Verfügung stellt, war gut voll. Das Glück war auf unserer Seite, denn wir durften bis Samstag auf dem Liegeplatz bleiben und mussten nicht umlegen. Mit 34 Grad und einer leichten nordischen Brise fühlten wir uns ausgesprochen wohl. Gewöhnen mussten wir uns allerdings an die Menschenmassen. So viele Urlauber auf einen Schlag waren wir gar nicht gewohnt. Ebenfalls neu für uns war das Gefühl, länger als eine Nacht in einem Hafen zu liegen. Es gefiel uns. Man lernt die Nachbarschaft ein bisschen genauer kennen und rast nicht so die Ortschaften ab, sondern kann einiges gelassener angehen.

War das Gefühl nach über drei Monaten wieder zurück in Deutschland zu sein ein besonderes? Nein, ich denke nicht. Man ist nur die ersten Augenblicke ein wenig erstaunt, dass so flächendeckend deutsch gesprochen wird. Aber nach zwei Tagen legt sich das rasch wieder. Und da wir noch nicht so häufig im Norden unterwegs waren, bestand nach wie vor das Gefühl, Neuland zu erobern.

Für mich gab es einen ganz tollen See, indem ich viel schwimmen durfte. Das hat mir mächtig gefallen und ich habe meine „Bob, der Baumeister-Sand-Qualitäten“ entdeckt. Noah streckte seine Fühler nach einem KITE-Kurs aus. Er wollte sich in den Wind stürzen. Hier in Heiligenhafen wurde es aus zeitlichen Gründen nichts, aber in Burgtiefe / Fehmarn würde er ab Samstag ins Geschehen einsteigen. Das war auch der Grund warum wir nach drei Tagen trotz 5er Wind losfuhren. Die Wellen sollten nicht allzu hoch werden und die Fahrt nur 2,5 Stunden dauern. Bei der Wellenhöhe hat der Kapitän wohl ein bisschen geschummelt. Wir mussten doch sehr gegen ca. 1-Meter hohe Wellen ankämpfen und hatten unseren Schaff, in die Tonnenstraße einzubiegen. Auch das Anlegemanöver war wenig souverän. Die Box ließ kaum Platz und der Wind schob uns fast quer. Eine liebe Nachbarin sprang jedoch gleich zu Hilfe und so lagen wir doch fest vertäut am Rundsteg. Hier mussten wir einen Tag später nochmal umlegen, aber jedes Anlegemanöver bei Wind ist eine gute Übung.

In Burgtiefe sollten wir eine Woche wohnhaft werden. Noah stieg am Sonntag in seinen Kite-Kurs ein, der Kapitän organisierte das Legen der Masten, Frauchen tippte wieder eifrig in die Tasten und ich kümmerte mich um die vielen Hundefreunde, die es zu beschnuppern gab.

Dienstag leisteten wir die Vorarbeit für den Rigger und zogen schon mal die Segel raus, klemmten die Elektronik ab und verpackten alles in unserem Kellerloch. Mittwoch begutachtete der Kranführer die Vorarbeiten, war mit uns zufrieden und legte gemeinsam mit dem Rigger die Masten. Am Ende waren wir doch froh, die Fachleute mit ins Boot geholt zu haben. Zwei Masten zu legen ist natürlich eine machbare Sache, aber das Know-how hat geholfen und den ein oder anderen Tipp haben wir ebenfalls mitgenommen. Auch wenn so ein Mast nur aus Alu ist, sollte er sich eben nicht ungebremst in Bewegung setzen (Worte der Sicherheitsbeauftragten). Am Donnerstag wurde zuguterletzt alles noch mobil an Bord befindliche fest verzurrt und der Rest des Tages wurde Ordnung gemacht, damit sich unser Wochenendbesuch auch wohlfühlen würde.

Noah hatte mit seinem KITE-Kurs leider enormes Pech. So verdünnisierte sich der Wind nach seinem ersten Tag in Aktion und tauchte die ganze Woche nicht wieder auf. Er hat zwar die Grundlagen erfahren, die Theorie bestanden und somit Level 2 erreicht (was wichtig für das Ausleihen des Equipments an anderen Orten ist). Leider aber seine zweite Praxiseinheit nicht mehr machen können. Sehr fair von der KITE-Schule war, dass sie uns einen Teil des Geldes zurückerstattet hat.

Nora und Stephan kamen am Freitagmorgen bei uns an und würden bis Lübeck bei uns mitfahren. Nach einem stärkenden Frühstück ging es an den Strand. Dort fand ein Beachvolleyballturnier statt, dem wir begeistert beiwohnten. Leider erlebten wir nur den ersten Tag mit, so dass wir die Sieger lediglich durch Internetrecherche in Erfahrung brachten. Die Stimmung eines solchen Turnieres ist jedoch unvergleichlich.

Samstag früh ging es los, Richtung Travemünde, einem Stadteil von Lübeck. Die Überfahrt war nett und wellenlos, sodass Nora und Stephan gut für ihren eigenen Bootstrip im September üben konnten, was sie auch eifrig taten: Im Schnellkurs bekamen sie diverse Anlegemanöver, sämtliche Knoten und Maschinenkunde beigebracht. Ich freute mich sehr, denn ich führe gerne ein großes Rudel an – und mehr zu futtern gab es auch.

Wir machten direkt vor dem historischen Segler „Passat“ fest und besichtigten das Schiff im Eilverfahren, da es nur nur noch 20 Minuten begehbar war. Für einen umfassenden Eindruck hat es dennoch gereicht. Im Gegensatz zu früher reisen wir heute äußerst komfortabel. Am Abend ging es die Strandpromenade entlang. Fünf verschiedene, leckere Flammkuchen und ein heißes Yatzy-Duell bildeten den Abschluss des Abends und kündigten das Ende der offenen Seefahrt an.

Am nächsten Tag sollte es nach Lübeck gehen, was uns auch problemlos gelang. Die Boxen im Hafen waren leer und groß genug, so dass Nora sich in der Kunst des Anlegens üben konnte. Übel schien nur die Nachricht, die mein Rudel direkt am Steg vom benachbarten Bootsführer erhielt. Kurz darauf saßen alle am Tisch, wälzten die Bücher, tippten auf dem Tablet durch verschiedene Seiten und rechneten emsig viele Kilometer durch. Irgendetwas schien komisch, denn am Ende beschlossen sie, erstmal nicht weiterzufahren und abzuwarten. Ich verstand es nicht, denn am Schiff ist nichts kaputt und an Bord auch keiner krank.

Am Ende machten wir doch noch einen Bummel durch Lübeck und ich zeigte unseren beiden Gästen das Holstentor, das ich ja schon im April kennengelernt habe.

Am Abend gingen wir im Hafenrestaurant essen und deren Currywurst mit Pommes und Trüffelmayonaise muss man einmal im Leben genossen haben. Ich kann das beurteilen. Ich bekomme ja immer ein Stück mitgebracht.

Dann war es mit dem Besuch auch schon wieder vorbei. Nora und Stephan stiegen in ihr Auto und düsten zurück in die Heimat. Einer muss am Montag ja das Büro aufschließen. Gut, dass ich es nicht bin.

Wie es mit uns weiter geht, werden die nächsten Tage zeigen. Gut, dass wir noch ein paar Tage Extra-Zeit im Gepäck haben. Bleibt mir also gewogen und schaut wieder rein. Ich freu‘ mich. Bis dahin sind wir einfach ein bisschen kreativ.

Dänemark ist so viel mehr als ein Sprungbrett zwischen Schweden und Deutschland.

Trelleborg und somit Schweden wollte uns zunächst nicht ziehen lassen. Der Tag begann mit einem immens starken Sommernebel, so dass sich die vorbeiziehenden Fähren per Hornsignal gegenseitig warnten. Deswegen kamen wir mit 2-stündiger Verspätung in Klintholm an. Da der Wind gut aufgefrischt hatte, war der Hafen schon brechend voll. Wir ergatterten nur noch einen Platz im Fischereihafen. Im Laufe der nächsten Stunden wurde jede Ecke der beiden Häfen zugepackt, sich ins Päckchen gestapelt und im Kampf um den Liegeplatz schon mal die Vorfahrt genommen.

Direkt, wie immer, ging Frauchen eine schnelle Runde mit mir. Ist nach 6 – 7 Stunden Fahrt dringend nötig. Ich spürte gleich, dass wir nicht mehr in Schweden waren. Es roch so anders. Aber so wie Ihr Menschen immer sagt: „Das Gesicht habe ich schon mal gesehen, es kommt mir irgendwie bekannt vor.“, ging es mir auch. Alle Düfte waren mir vertraut, nur roch es frischer, wärmer, einfach nach mehr Vielfalt. Irgendwann fiel dann der Groschen: Wir waren in Dänemark, es war nur nicht mehr so kalt. Es war Sommer geworden.

Und deswegen ging es ziemlich gleich an den Strand und das war herrlich!! Ich tobte den Strand entlang, traf einen coolen Hundetypen und buddelte was das Zeug hielt. Ich war im Labbi-Himmel. Da es über das Wochenende sehr windig werden sollte, blieben wir ebenfalls im Hafen und das kann man in dieser Marina gut genießen. Der Hafen ist bestens eingerichtet, nicht nur für Bootsurlauber. Dort kann man ebenfalls kleine Appartments mieten. An vielen Stellen gibt es Grillplätze, Bars, Cafés und Restaurants. Sogar ein kleiner Supermarkt befindet sich auf dem Gelände. Der Hafenmeister hat seine Anlage gut im Auge und ist sehr aufmerksam. 

Am nächsten Tag pfiff uns der Wind nur so um die Ohren. Alles schaukelte und wackelte. Der Schwell kam bis in die hinterste Ecke des Beckens. Wir brachten zusätzliche Leinen an. Man kam einfach nicht zur Ruhe. Und da geschah es: Nach fast drei Monaten wurde Frauchen seekrank – an Land! Nicht sehr schlimm, aber das permanente Schaukeln schien zu viel. Wir waren alle froh, dass sich das Wetter beruhigte und wir am Montag weiter konnten.

Es ging nach Gedser, dem südlichsten Punkt in Dänemark und die Aussichten waren famos. Der Ankunftstag zeigte sich noch ziemlich verregnet. Aber wir wurden mit einem längsseitigen Liegeplatz entschädigt. Das machen meine Leute für mich möglich, wann immer es geht. Ich kann dann besser aussteigen.

Einen Tag später wurde es sommerlich und wir machten einen langen Ausflug nach Gedser Odde; weiter südlich geht es in Dänemark wirklich nicht. Über drei Stunden waren wir unterwegs. Für Herrchen war das ein bisschen tückisch. Er bekam durch den ablenkenden Wind das Übermaß an Sonne nicht mit und verbrannte sich ziemlich das Gesicht. Auch mich hatte die Aktion ziemlich erschöpft. Ich brauchte erstmal ein ausgiebiges Nickerchen.

Am Nachmittag legte sich endlich der Wind und das sollte auch so bleiben. Das heißt eigentlich, dass die Überfahrt morgen zurück nach Deutschland wunderbar werden wird. Sollte sich die Heimat etwa auf uns freuen? Frauchen hat mal in den Kalender geschaut: Fast ein Vierteljahr waren wir jetzt in Skandinavien unterwegs. Bin gespannt, wie es sich anfühlt zurück zu sein. Ich habe gehört, es soll bei euch sehr heiß sein. Super, wir freuen uns drauf.

Schweden schleicht sich aus

Welle hin oder her. Mein Platz ist fest erobert und während der Fahrt gebe ich ihn auch nicht mehr her. Bereits vor dem Anwerfen des Motors nehme ich meinen Platz ein.

Die Drei sind im Moment mit anderen Dingen beschäftigt. Neuerdings spannen sie auf dem Vorschiff oder hinten große Tücher auf. Dafür muss einer der Männer sogar hoch aufs Dach klettern, um den „Besan hochzuziehen“, wie sie immer sagen. Ich kann gar nicht hinsehen! Frauchen schreitet dann als Sicherheitsbeauftragte ein und verdonnert sie zu Schwimmweste und festem Schuhwerk. So langsam hören sie aufs Wort. Ehrlich? Ich höre besser! Aber wenn wir dann mit den beiden Segeln fahren, kann ich nicht bestreiten, dass es weniger ruckelt und rumpelt. Trotzdem: Ich bleibe auf dem Wellenplatz, egal was passiert.

In dieser Woche klapperten wir den Rest der Ostküste und den Südzipfel Schwedens ab. Leider wird dieser Teil von den meisten Bootsfahrern lediglich als Durchreisestrecke in die Schären genutzt. Schon in Kalmar haben wir es erlebt, dass Segelschiffe abends gegen halb zehn den Hafen verlassen haben, um sich direkt nach Deutschland zu schwingen. Sie fahren die Strecke in einem Schlag durch und kommen auf diese Weise bei Tageslicht an, verpassen aber wirklich einen ebenfalls traumhaften Teil des Landes.

Im Schloss von Kalmar jedenfalls wartete ein wunderbares Ereignis auf uns, das alle drei Menschenkinder faszinierte. Dort wurde eine beeindruckende Kunstshow („Van Gogh Alive“ – The Experience, läuft noch bis 01.11) dargeboten. Die Werke des holländischen Künstlers wurden mit lauter, klassischer Musik unterlegt und in einem dunklen Raum digital, nebeneinander platziert an die Wand und auf den Boden geworfen. Es waren Bänke aufgestellt, so dass man lange genießen konnte, was wir auch taten.

Für Kinder ist das Schloss im Sommer ein wahres Paradies. Sie dürfen vor der „Königin“ einen Hofknicks machen, mit ihr posieren, an Ritterspielen teilnehmen und mit Gaucklern auf Schatzsuche gehen. Wir blieben einen Tag länger, bummelten durch die kleine Stadt und erstanden unsere ersten schwedischen Erdbeeren.

In Kristianopel rauschten wir mit samt einem Gewitter in den Hafen. Zum Glück klarte es über den Nachmittag wieder auf und wir konnten erneut durch ein sehr idyllisches Naturreservat stromern. Dabei bemerkten wir nicht, dass wir die Grenze zu einem Privatgrundstück übertraten, weil meine Leute dachten, die zwei schwedischen Spaziergängerinnen vor uns werden den Weg in den Ort schon kennen. Freundlich schickte uns die Eigentümerin quer über ihr Grundstück, einen kleinen Pfad entlang, auf den richtigen Weg. Unfreundliche Menschen gibt es in diesem Land wirklich nicht.

In Torhamn am Sonntag entdeckten wir Wald, den besonders ich in vollen Zügen genoss. Der Hafen war so klein und eng, dass wir fast mit dem Bug in die Einfahrt ragten. Außerdem legten sich gerne Segler zu uns ins Päckchen (also Seite an Seite). Sie gingen kurz in den Supermarkt und fuhren dann weiter. Wir lernten viele Menschen kennen. Noch immer erstaunlich ist für uns das Schauspiel, wenn sich am Abend so gegen 8 bei untergehender Sonne, Kinder und Jugendliche von der Mauer ins Wasser stürzen, augenscheinlich ohne die Kälte zu fürchten. So langsam glaube ich (bis auf Noah und mich) sind hier alle Warmduscher.

Am besten in dieser Woche hat mir Hanö gefallen, eine kleine zuckrige Insel auf dem Weg nach Simrisham mit einem imposanten Leuchtturm und einer noch beeindruckenderen Anzahl von 40.000 Besuchern pro Jahr. Und das bei einer Größe von 2,1 Quadratkilometern, einem Kaufmannsladen und einer Waffelbäckerei. Am Abend wurde es munter im Hafen, der Wind frischte auf und alle zogen ihre Leinen nach.

Dann passieren Dinge, die zeigen, dass man immer wieder froh sein kann, wenn man sicher im Hafen gelandet ist. So trafen wir auf eine Familie, die auf einer kleinen Jolle, lediglich mit Außenborder motorisiert (der auch noch falsch herum lief: um vorwärts zu fahren, müsstest Steuermann immer den ganzen Motor rumdrehen), auf großen Wellen in den Hafen geschubst wurde. Nachdem wir sie zusammen angelegt hatten und ihren Heckanker nochmal mit dem Schlauchboot rausgefahren hatten, erzählten sie uns, dass sie eigentlich nur einen Tagesausflug haben machen wollen, vom Wind überrascht wurden und nun hier gestrandet sind.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit schoss noch ein weiterer deutscher Segler durchaus überschwänglich in den Hafen. Wie selbstverständlich legte er mit seinem Haken ohne zu fragen am schwedischen Nachbarsegler an, mischte dabei offenbar dessen Heckanker auf, sodass sich beide Seite an Seite an der Kaimauer festmachten. Die Führung übernahm hierbei der Schwede, weil reicher an Erfahrung. Seinen Ärger konnte man nur vermuten, nach außen hin blieb er souverän und zuvorkommend. Leider rief das den Hafenmeister auf den Plan, der das so nicht durchgehen ließ, weil der Schwell in dieser Nacht sehr groß zu werden drohte. Nun musste sich ausgerechnet der Schwede umlegen. Er schien Verständnis für das unerfahrene Paar zu haben und legte sich diskussionslos auf einen anderen Platz.

Simrishamn ein wirklich kleines lebendiges Städtchen, indem wir einen schönen Bummelnachmittag verbrachten und den Tag gemütlich ausklingen ließen.

Die Überfahrt nach Ystad am Donnerstag war der Knaller. Das war die sanfteste und sonnigste Überfahrt in unserer gesamten Zeit. Wir bogen gegen 11 Uhr um die Ecke und schipperten von da an die Südküste entlang. Der ganze Tag blieb so, was ausgiebig am Strand und auf dem Vorschiff genossen wurde. Gegen Abend schlenderten wir auch hier durch die Stadt und begutachteten die historischen Fachwerkhäuschen.

Wieder trafen wir auf eines dieser Konzerthäuschen, die an vielen Orten in Schweden aufgebaut werden. Hier können Musiker oder Gruppen Konzerte geben. Heute wurde schwedische Volksmusik dargeboten, die viele Menschen auf die Tanzfläche zog und ihre Runden beim schwedischen „Sirtaki“ drehen ließ.

Freitag ging es unwiderruflich zu unserem letzten schwedischen Hafen nach Trelleborg. Obwohl wir noch ein paar Wochen vor uns haben, sind wir ein wenig in Trauerstimmung, so ein beeindruckendes Land zu verlassen, indem es uns richtig gut gefallen hat. Wir trugen unsere letzten schwedischen Kronen in den Supermarkt und kauften lauter Fischleckereien, die wir leicht melancholisch verspeisten. Jedenfalls meine Menschen. Ich wartete gut gelaunt, bis mir mein Anteil gereicht wurde. Ich weiß ja, dass wir noch schöne Tage vor uns haben werden. Schließlich geht es nach Dänemark. Dort hat es mir ja schon auf der Hinfahrt bestens gefallen.

Wo war nochmal mein Platz?

Genau da!!!

Intermezzo: Öland sehen und sterben

Öland gilt als die Ferieninsel der Schweden. Die schwedische Königsfamilie hat auf der zweitgrößten Insel eine Sommerresidenz. Insgesamt gibt es auf dem 135 km langen Eiland ca. 400 liebevoll gepflegte Windmühlen. Ebenso ist dort eine einzigartige karge Kalksteppe zu finden. Grund genug für uns einen Abstecher dorthin machen. Es wurde sich eingelesen. Die Wind- und Wetterlage wurde gecheckt und so ging es am Montagmorgen, für unsere Verhältnisse ziemlich spät, in Richtung Kalmarsund. Wir machten uns über die Überfahrt kaum Gedanken. Schließlich schien das Wetter ruhig und wir (meistens Frauchen und ich) sind schon längst nicht mehr so aufgeregt vor den Fahrten wie am Anfang.

Der Wind blieb ruhig bei zwei Beaufort, wie versprochen. Nur die Wellen nicht! Je tiefer wir in den Sund einfuhren, desto kippeliger wurde die See. Das Segel zu hissen, hätte nichts gebracht, weil ja praktisch kein Wind vorhanden war, der uns hätte stabilisieren können. Ich floh sofort auf meinen Wellen(Sofa)Platz, als das nicht mehr ausreichte, saß ich Frauchen auf dem Schoß. Sorry, aber wenn nicht angebundene Gegenstände durch das Schiff fliegen, verstehe ich keinen Spaß mehr.

Folgende Zeichen deuten an Bord an, dass lockeres Kaffeesegeln abgeschaltet ist: Die ansonsten ständig dudelnde Musik wird abgestellt. Noah verschwindet in seiner Kabine. Herrchen übernimmt das Steuer und kein Mensch sagt mehr etwas, während ich alles darf, was ich sonst nicht tun soll. Macht mir aber in dem Fall keinen Spaß.

Zwei zerbrochene Auflaufschüsseln und sieben durcheinander geflogene Wasserflaschen später lagen wir sicher im Hafen von Byxelkrok vertäut. Da waren wir nicht die einzigen. Das Hafenbecken lag voll. Es wurde eng zusammengerückt. Der Hafenmeister hatte ein bisschen seine Not. Wir verdienten uns eine Flasche Riesling von der Mosel, weil wir einer Bonner Männer-Crew Leinen-Asyl gewährten. Habe ich ja leider nichts von. Frauchen hütet die Flasche wie einen Schatz und wartet auf einen geeigneten Augenblick, sie zu öffnen.

Ich sprang raus und all mein Leid war vergessen. Das ist das Tolle an der Seefahrt. Währenddessen möchte man sterben. Sobald man eine Kralle wieder an Land hat, ist man geheilt. Ein bisschen erschöpft waren wir trotzdem. Schließlich war ich über zwei Stunden auf Frauchens Schoß herumgeturnt und habe ihr meinen Blend-a-Dent-freien Atem ins Gesicht gehechelt. Aber die steckt das weg.

Deswegen, und weil ein 5er Wind angekündigt war, legten wir einen Ferientag in diesem lebendigen Gästehamn ein. Hier war alles auf Touristen ausgelegt. Ein Büdchen neben dem anderen. Das tat uns gut. Leider konnten wir nur die kurzen Regenpausen zum Erkunden des dahinter liegenden Örtchens nutzen. Die eigentlich geplante Fahrradtour musste ausfallen. Das sind die Tage, an denen Blogbeiträge entstehen.

Mittwoch ging es dann nach Sandvik. Der Sund verlor seinen Schrecken. Mit der hochgezogenen Fock kamen wir stabil an und wurden belohnt. Es wurde ein milder Sommertag, der ein Eis und ein Abendessen im Freien möglich machte.

Am Nachmittag liefen wir zu einer der weltweit größten, achtstöckigen Mühle, Mitte des 19. Jhr. erbaut. Heute betreibt dort ein Italiener sein Ausflugsrestaurant. Uns zog es lieber an den Strand. Dort taten wir ein altes Saunahaus auf und ich durfte in die Fluten.

Da sich der Donnerstag sehr wind- und wellenstill ankündigte, beschlossen wir unseren Aufenthalt auf Öland frühzeitiger zu beenden. Nach Borgholm wären wir eigentlich gerne noch geschippert. So wurden wir der wunderbaren Insel nicht zu 100 Prozent gerecht. In der Hoffnung, dass das Wetter im Süden noch ein wenig besser wird, wollen wir noch Kapazitäten für den Schärengarten rund um Karlskrona zur Verfügung haben. Die Überfahrt nach Kalmar wurde so sanft, dass Frauchen und ich das dieses Mal alleine gemeistert haben. Der Junior war noch nicht auf Betriebstemperatur und der Kapitän hatte schon genug Stunden auf der Uhr.

An dieser Stelle muss ich mal erwähnen wie froh ich bin, dass Frauchen alles aufschreibt. Wir merken jetzt schon, wie wichtig diese Dokumentation auch für uns ist. Wenn man nomadenlike jeden Tag die Ortschaften wechselt, die sich nicht unähnlich sind, verschwimmen die Eindrücke mehr und mehr ineinander. Jeden Tag zwischen 13 und 15 Uhr in etwa laufen wir in kleine Häfen ein, die mit mehr oder weniger typischen, schwedenroten Häusern verziert sind. Die Umgebungen blühen uns ländlich entgegen. Wir laufen wunderbar durch in Ruhe gelassene Naturschutzgebiete und treffen auch hier wieder auf das ein oder andere bekannte Bootsgespann, das einem ähnlichen Weg wie wir folgt.

Diese Überfahrten sind mir die liebsten

Jedenfalls sitzen wir auf der DIALIMA oft zusammen und helfen uns gegenseitig dabei, unsere doch gerade erst geschehenen Erinnerungen auszugraben. Uns ist jetzt schon klar, dass es den Winter braucht, damit sich diese ganze Reise wird setzen können.

Auf der anderen Seite sind wir schon gut ins Reisedasein geschlüpft und werden nach zwei Nächten im selben Hafen bereits leicht unruhig. Wir wollen weiter und sehen, was als Nächstes auf uns wartet. Ganz konkret, die Hanöbukt, die unsere letzte große Station sein wird, bevor es wieder in Richtung Deutschland geht. Hebt uns also noch ein bisschen vom Sommer auf.

Fragen sind im übrigen jederzeit herzlich willkommen!

Relativität nach Leila

Denksession

In dieser Woche hatte ich so viel Zeit, es reichte fürs Nachdenken und was soll ich sagen am Ende hatte ich meine eigene Relativitätstheorie entwickelt und die geht so:

In Schweden ist gerade Sommer, man merkt ihn bloß überhaupt nicht, das sagen auch die Schweden selbst. Dennoch sieht man sie an allen Orten in die Fluten springen. Für uns Reisende aus „Tyskland“ fühlt sich das vorherrschende Klima eher nach Winterende oder Frühherbst an. Deswegen sieht man uns mit Windjacken und geschlossenem Schuhwerk. In dieser Woche habe ich Frauchen sogar dabei ertappt, wie sie ihre Wollmütze wieder ausgepackt hat. Für Griechen (die ich ja auch ganz gut kenne) wäre dieses Wetter tiefster Winter und sie würden auf der Stelle kehrt machen und heimreisen (vielleicht ist das der Grund warum wir hier auf keinen einzigen Südländer treffen). Deswegen ist der Sommer für alle in Schweden befindlichen Menschen gerade relativ.

Das Motto der Woche lautete folglich: Lass dich vom Wetter leiten und schau wo du ankommst. Den Geheimtipp von unseren Nachbarliegern aus Stockholm schafften wir noch ganz nach Plan. Es ging nach Utö und wurde wunderbar.

Das Wetter wurde dort beinahe sommerlich. Sogar alle meine Nicht-Fellnasen gingen schwimmen; ich am Anfang unfreiwillig. Da mein Rudel direkt um mich herum war, habe ich das gar nicht als kleinen Unfall registriert. Wir legten mit Heckanker an, also mit dem Bug zum Land und ich musste vorne ziemlich steil über den Steg aussteigen. Ich konnte es nicht abwarten, startete durch und landete kopfüber im Wasser. Als ich auftauchte, war Frauchen bereits da und griff nach meinem Halsband. Der Junior sprang kopfüber ins Wasser und war somit direkt an meiner Seite. Gemeinsam schwammen wir beide gemütlich an Land und ich freute mich über so einen Spaß mit den beiden.

In Utö herrschte Wochenendstimmung. Alle Liegeplätze waren voll und die Boote selbst auch. Man saß mit Freunden und Familie zusammen. Wir waren im Südhafen bestens aufgehoben, der war ein bisschen ruhiger. Im Nordteil ist es lebendiger. Dort herrscht oft Partystimmung. Wir schlenderten durch die Marina, die alles zu bieten hat, was das Bootsherz begehrt, erlebten das WM-Aus der deutschen Damen und deckten uns mit Vorräten ein, denn nun sollte es wieder in einen Naturhafen gehen.

Nach Rassavikar ging es wirklich in den hintersten Teil des Gartens, aber genau da wollten wir hin. Souverän manövrierte uns der Kapitän durch so manche Engstelle und wir legten einsam an einem Stück Land an. In Empfang nahm uns der Grundstücksbesitzer und wir lernten das „allemansrätten“ (Jedermansrecht) in seiner Praxis kennen. In Schweden ist es nämlich so, dass man sich in der Natur aufhalten darf, auch wenn das Grundstück jemand anderem gehört. Selbstverständlicherweise sollte man sich entsprechend verhalten. Kurz gesagt: „Nicht stören und nichts zerstören.“ So hieß uns der Mann herzlich willkommen, gab sich zu erkennen und bat mein Rudel kein offenes Feuer zu legen, und mich die Schafe in Ruhe zu lassen (Kein Problem für mich, ich stehe auf Enten). Er fragte noch kurz wie lange wir bleiben und schritt wieder von dannen. Unsere einzigen Mitbewohner an diesem Wochenende waren eine echt goldige Schwanenfamilie.

Erholt sollte es am Montag nach Oxelösund gehen. Zu Beginn des Törns kamen wir noch gut voran, jedoch wurden Regen und Wellen zunehmend stärker und so drehten wir wieder ein und landeten schon um halb elf in Ankarudden. In diesem Gott verlassenen Hafen verbrachten wir einen gemütlichen Lesetag. Nur ein weiterer Segler verirrte sich ebenfalls hierher. Am Abend fanden wir tatsächlich ein wunderbares kleines Restaurant, das geöffnet hatte.

Also Oxelösund einen Tag später. Die Überfahrt war besser, wir waren darauf eingestellt. Man hat ein bisschen die Wahl: Wagt man sich raus, schaukelt es doch schon sehr. Fährt man innerhalb der Schären muss man wirklich schwer aufpassen, nicht die Orientierung zu verlieren und keine unschöne Grundberührung zu provozieren. Deswegen fahren eigentlich immer zwei von uns (Vieraugenprinzip). Schaukelt es zu arg, wird der Dritte zu meiner seelischen Beruhigung abgestellt.

Ohne besondere Vorkommnisse ging es am Folgetag nach Arkösund. Das Prinzip in diesen Tagen ist ähnlich: Die Lage wird sondiert, dann wird getan, was so ansteht. Ein bisschen Kopfzerbrechen macht uns der Generator, der muckt wieder. Zögerlich springt er an, so dass wir in 1. Linie Gäste- und keine Naturhäfen anlaufen. Schön finde ich, dass die Marinas langsam belebter werden. Wir treffen vermehrt auf Menschen und ihre interessanten Vierbeiner und frühstücken auch mal in entzückenden kleinen Cafés.

Trotz 5 Beaufort fuddelten wir uns nach Harstena durch und stießen auf nichts. Das malerische Fischerdorf sollte DER Treffpunkt im Sommer sein; wir hatten ihn ganz für uns alleine. Nach einem etwas kniffligen Anlegemanöver bei viel Gegenwind aus ungünstiger Richtung wurde es ein ausgesprochen gemütlicher Nachmittag. Auf unserem obligatorischen Spaziergang sah ich die entzückendste Bäckerei mit der famosesten Aussicht, aber sonst fast niemanden. Früher ein Fischerdorf, werden die Häuser meist nur in den Ferien genutzt. Zum Glück fanden wir eine Stromsäule, denn der Generator lief nicht rund, wenn er überhaupt ansprang.

Am Samstag erreichten wir Västervik und es war sofort klar. Hier würden wir bis Montag bleiben. Das Wetter wollte es so und der Generator auch. Aber meine beiden Supertechniker enttäuschten auch dieses Mal nicht. Es kostete sie zwar den Dreiviertel-Sonntag und einen Anruf beim Hersteller, aber dann war das Problem gelöst. Erneut hatte ein Relais endgültig seinen Dienst verweigert und musste neu bestellt werden, abzuholen in Kalmar. Frauchen bekam dafür Kilometergeld. Die Waschmaschine war so weit entfernt, dass sie für eine Ladung 72 Minuten im Regen hin und her lief. Ja, solche Sachen rechnet man hier aus und Prozeduren, die man Zuhause nebenbei erledigt, erfahren hier große Langsamkeit.

Bevor es nach Kalmar geht, machen wir noch einen kleinen Abstecher nach Öland. Gotland ist leider gestrichen. Es klingt paradox, aber wir haben dafür keine Zeit.

Ebbe in der Vorratskiste? Ist mein Hundefutter etwa leer?

Fantastisches Stockholm als nördlicher Wendepunkt und Abschied eines Crewmitglieds

Zwei Tage benötigten wir nach Stockholm. Den Sonntag nächtigten wir in einem wunderbar idyllischen Naturhafen mit angrenzendem Naturum. Dachten wir, dass unser Anlegemanöver mit Heckanker und zwei Vorleinen an Ringen am Felsen bei Wind schon laut und diskussionsfreudig von statten gegangen war und ich mich leicht am Fremdschämen war, so toppte uns eine Stunde später eine schwedische Familie locker um viele Dezibel. Zwischendurch waren sich Mann und Frau so uneins, dass wir Angst bekamen, dass er sie ins Wasser schupsen würde. Sofort war sich mein Rudel wieder einig und die Familie verdrückte sich in eine hintere Ecke des Naturhafens und ward nicht mehr gesehen.

Dienstag jedenfalls kamen wir in Stockholm an und machten mitten im Trubel im Wasahamnen fest. Zum Glück hatten wir vorher angerufen. Da am Wochenende eine Regatta anstand, hätten wir ansonsten keine Chance gehabt.

Temporeich legten wir gleich los und schlenderten ins Vasa Museum, das in fußläufiger Entfernung lag. Wer jetzt an eine Knäckebrot-Ausstellung denkt, liegt völlig falsch: Dort ist das Wrack der Vasa, einem schwedischen Kriegsschiff, ausgestellt. Peinlicherweise sank dieses Schiff am 10.08.1628 direkt beim Stapellauf. Grund hierfür war offenbar die falsche Bauweise. Es gab 30 Tote. Für einen Aufbau im Museum, übrigens eine der größten touristischen Attraktionen weltweit, sorgte aber eher die Tatsache, dass die Vasa 333 Jahre später von einem Hobby-Forscherteam wieder geborgen wurde. Es wurde mühevoll restauriert und besteht zu 98 % aus seinen Originalteilen. Zwei Stunden wurden wir in die Welt der Schweden des 17. Jahrhunderts zurückversetzt und konnten einen eindrucksvollen Blick auf diese harte und entbehrungsreiche Zeit werfen.

Am nächsten Morgen kam Frauchen dann endlich in ihr geliebtes ABBA Museum. Seit frühester Kindheit Fan dieses schwedischen Phänomens genoss sie, aber die anderen auch, die Zeit im Museum und gönnte sich am Ende noch eine Tasse, die sie ab jetzt Tag und Nacht nutzt.

Dennoch war Frauchen in dieser tollen Stadt nicht 100 % bei der Sache. In diesen Tagen hätte sie sich gewünscht, dass Beamen funktioniert. Das Schuljahr in Rheinland-Pfalz ging zu Ende und gerne hätte sie ihre 4. Klasse mit verabschiedet. Aber es geht eben nicht alles im Leben und wie meine Oma zu sagen pflegte ist es auch „koi Bubbestübsche“ und deswegen DANKE an alle, die sie ein bisschen daran teilhaben ließen. Macht‘s gut meine 19 Lieben. Ich wünsche euch tolle Ferien und einen Superstart in die neue Schule.

Das älteste Freilichtmuseum weltweit, Skansen, beeindruckte alle sehr. Hier vermischen sich Gegenwart und Vergangenheit. Wir fanden nordische Wildtiere (schönes Elchvideo), aber auch exotische Arten und ein sehr großes Aquarium. Wir durchkämmten diverse Haushalte aus unterschiedlichen Zeiten. Eine schöne Idee hierbei: Oft befindet sich eine Person , der Zeit entsprechend gekleidet, im Raum, die gerne Fragen beantwortet oder berichtet wer wie in dem Haus gelebt hat. Am Ende trafen wir noch auf eine sehr lebendige Folklore-Gruppe. Hier mussten wir eine Weile stehen bleiben.

Und natürlich haben wir uns mehrfach in der Gamla Stan getummelt. Hierfür mussten wir kurz mit der Fähre übersetzen. Wir fanden auch die weniger touristischen Ecken mit viel schwedischem Handwerk. Die Altstadt gilt als der Urkern von Stockholm, von hieraus breitete sich die Stadt aus. Nach Södermalm, dem angeblichen Soho Stockholms, haben wir es leider nicht mehr geschafft und dem Gröna Lund Vergnügungspark verweigerten wir uns einstimmtig. Brandgefährlich erschienen uns tiefenentschleunigten Bootsfahrern diese rasenden Höllengeräte, aus denen wilde Angstschreie bis spät in die Nacht zu unserem Schiff herüber schallten.

Der Abschied am Freitag war unvermeidlich. Nicht die Katze ging von Bord (die hat sich ganz gut an ihr momentanes Indoorleben gewöhnt, lässt sich dick füttern und gönnt sich auch sonst jede Dreistigkeit, besetzt Betten und weckt Frauchen mitten in der Nacht zum Dosen öffnen). Alex machte sich auf den Weg zum Flughafen. Er war nicht seekrank, es war ihm bei uns auch nicht zu kalt, zu regnerisch oder zu langweilig. Nein, die fast vier Wochen waren einfach schon vorbei und seine Familie wollte ihn wieder haben. Lieber Alex, wir wünschen dir einen guten Flug und noch viel Spaß bis auch dein Weg ins Berufsleben startet.

Mein Rudel erzählt jetzt wieder dauernd etwas von Schären. Also wenn das stimmt was ich damit verbinde, dann will ich einfach nur noch los. Großstadt ist nichts für mich. Ich firmiere bevorzugt unter Landei.

Protokoll einer Kanalfahrt

Eigentlich bin ich nicht gut in der Lage, diesen Blogeintrag zu schreiben. Paradoxerweise fehlen mir die Worte, dieser Schönheit und Atmosphäre des Göta-Kanals verbal gerecht zu werden, obwohl ich übergelaufen bin an dem was ich gesehen habe. Frauchen hat mir jedoch gehörig die Leviten gelesen und mir gesagt, ich könne nicht mitten im Blog einfach so aufhören, etwas von mir hören zu lassen. Also machte ich mich ans Werk. Während der Kanaldurchquerung konnte ich partout nicht tippen, so sehr war ich durch Schnüffeleien und Beobachtungen abgelenkt. Ich würde mal behaupten an diesem Fleckchen Erde ist die ganze Welt vereinigt: Man findet Seen en masse wie in der Schweiz, reichlich Wälder wie in Kanada, herrliche Baumalleen wie an unseren Landstraßen, kleine entzückende Dörfchen wie in Frankreich, traumhafte Buchten wie am Mittelmeer und die Architektur erinnert an die Bauweise amerikanischer Farmerhäuschen; es ist einfach von allem was da und dennoch hat das Land seinen eigenen Charakter.

Run um die Leine

Ich liebe Kanäle und Flüsse ein klitzekleines bisschen mehr als das Meer. Die Gerüche sind leichter aufzuschnappen und mehr zu sehen bekomme ich auch. Vor allen Dingen interessante Artgenossen, die ich neuerdings anfange zu verbellen. Frauchen hat sich direkt ein Kommando ausgedacht und bei „Nicht bellen“ muss ich nun die Klappe halten. Revierkämpfchen beim Schleusen gab es auch. Angeblich hätte ich mich mitten in die Leinen gesetzt. Das kann ich nicht verstehen, ich wollte nur helfen. Nun haben wir uns geeinigt. Ich darf an den Bug, aber weg von den Leinen. Das kann ich akzeptieren und so wurde die Kanalfahrerei ein voller Erfolg.

Der Göta-Kanal mit seinen 190 km und 58 Schleusen ist etwas ganz Besonderes: Er verbindet zusammen mit dem Trollhättan-Kanal die beiden Städte Göteborg und Stockholm miteinander. Vor ziemlich genau 200 Jahren befand er sich mitten im Bau. Er sollte die üppige Seenlandschaft im Landesinneren miteinander verbinden, um somit die Transportwege in Schweden zu erleichtern. Ca. 100 Jahre war er die bedeutendste Strecke für Handel und Transport, ehe ihm der aufkommende Bahnverkehr den Rang ablief. Heutzutage ist er das beliebteste Reiseziel Schwedens. Ca. 3000 Freizeitschiffe befahren ihn pro Jahr. Wir waren eines davon. 

Bei der Planung haben wir uns entschieden, den Kanal von Sjötorp aus anzugehen. Einfach erstmal, weil wir lieber runter- als hochschleusen. Während der Fahrt stellten wir dann fest, dass die meisten von Mem aus starten, was uns wenig Wartezeiten an den Schleusen und viele freie Plätze in den Marinas bescherte.

Gerne möchte ich an dieser Stelle wieder für die Schweden schwärmen. Alles an diesem Kanal ist top organisiert. Bei Eintritt in den Kanal checkt man ein und bekommt eine kleine Einweisung, wie geschleust wird. Denn hier darf jeder ran, ob erfahren oder nicht. Das Personal schätzt die Schleusenkünste recht unauffällig ein und gibt (offenbar) Besonderheiten an die nächsten Schleusen weiter. Wir kamen mit zwei jugendlichen Flinkfüßen ganz gut in der Beurteilung weg und legten einen souveränen Start hin. Bei anderen Booten sprang man unauffällig herbei und fing Leinen auf oder führte das Boot mit in die nächste Kammer der Doppelschleuse, wenn das Schiff mit nur einem Mann besetzt war. Wir wurden stets gut informiert und instruiert. Z.B. wenn es vor der nächsten Schleuse zu Wartezeiten kam oder bei den Eisenbahnbrücken Eile mit der Durchfahrt geboten war. Nie mussten wir jemandem nachlaufen oder irgendwo anrufen. Man kam immer sofort auf uns zu. Die vielen Studenten, die die Schleusen bedienen, hatten immer ein Lächeln im Gesicht und ein nettes Wort für uns übrig. Innerhalb des Kanals sind die Übernachtungen im Preis inbegriffen. Das ist bei dem Gesamtpreis mehr als in Ordnung. Max. fünf Nächte darf man in einem Hafen bleiben. D.h. man sollte seinen Aufenthalt ein wenig ziehen, denn rein rechnerisch ist man in drei bis fünf Tagen durch.

Das war unser Programm:

Wir traten also am 12.6. in Sjötorp in den Kanal ein. Sofort ist die altbekannte Langsamkeit wieder da. Wir schafften an diesem Tag 7 km in 4 1/2 Stunden. Leider spielte das Wetter nicht recht mit. Es war nass und kühl. Da wir wegen des Schleusens aber viel draußen waren, wurden wir schnell unbeweglich in den Gliedern und steif in den Fingern, was ein bisschen anstrengte, da man die Leinen fest in der Hand halten muss. Bei Ankunft brunchten wir in einem süßen Café in Lyrestad und schauten den Rest des Tages dem strömenden Regen zu. Zum Glück wurde das Wetter schon am nächsten Tag besser.

Wir landeten nach drei Brücken und neun Schleusen an einem wunderbaren Liegeplatz in Hjästorp. Zunächst hatten wir den ganzen Platz für uns, aber nach ein paar Stunden lernten wir ein nettes Ehepaar kennen, an das wir auf dem Kanal noch öfter geraten würden. Durch sie haben wir die wirklich echten, leckeren schwedischen Kekse kennengelernt. Auch das ein altbekanntes Phänomen auf dem Kanal: Wenn man am selben Tag startet, trifft man sich immer wieder, weil man so ähnliche Strecken hinter sich lässt. Das sind mal nette, mal wundersame Begegnungen und bieten teilweise köstlichen Gesprächsstoff. So hat sich gezeigt, dass wir mit der Spontanvergabe des Namens „Hexe“ und unserer Menschenkenntnis nicht falsch lagen. Nicht nur unter Bootsleuten ist es völlig unüblich, in letzter Sekunde kommentarlos an vier wartenden Schiffen vorbei in die Schleuse zu schießen, seine Leine in egoistischer Weise über alle anderen zu legen oder allen Mitschleusern lediglich in der eigenen Muttersprache mitzuteilen, wie man vorzugehen hat.

Aber die meisten Bekanntschaften oder Beobachtungen waren durchweg positiv. Wir trafen eine entzückende junge schwedische Familie, die ein ca. zweijähriges Mädchen bei sich hatte, das fest angeschnallt auf dem Fahrersitz thronte. Während die Mutter oben mit der Vorleine hantierte, übernahm der Vater die Rückleine, bespaßte sein Töchterchen und fütterte es, weil bei fünf Schleusen irgendwann der Hunger kommt. Oder ein älteres Ehepaar, das sich mit wenigen Vorkenntnissen todesmutig in das Abenteuer Schleusen stürzte und mit jeder weiteren Schleuse unsicherer wurde. Auch hier griff das Schleusenpersonal (und wir) unauffällig ein. Natürlich blieben auch wir nicht verschont. Wir mussten beim Runterschleusen eine Leine kappen, da sie sich verhakt hatte. Aber die oberste Regel griff: Beim Runterschleusen muss immer ein Beil parat liegen und das kam zum Einsatz. Wir wurden vom Schleusenpersonal für unsere schnelle Reaktion gelobt.

Auf dem Weg nach Karlsborg wurde das Wetter endlich beständig schön. Während die Jungs direkt ins Wasser hüpften, wartete der Rest des Rudels vornehm bis Ljungsbro ab. Ich musste sogar bis Norsholm warten, weil es meist so problematisch war ins Wasser zu kommen oder wieder raus. Deswegen lernte ich dort etwas ganz Tolles, was mir am Anfang nicht geheuer schien. Ich lernte mit Anlauf vom Badesteg ins Wasser zu hüpfen. Dabei hat mich Herrchen einmal so überrumpelt, dass ich überhaupt nicht nachdachte und einfach mitlief (mach ich ja sonst auch immer). Als ich kapierte, wie viel Spaß das macht, wollte ich gar nicht mehr aufhören.

Mit jedem Tag wurde es immer abwechslungsreicher. Der Kanal ging in Seen über, wurde wieder zum Kanal, zeigte seine verwunschenen Ecken oder romantischen Plätze. Wir liefen über vor schönen Anblicken. An Kanaltagen machten wir nichts außer schleusen und gucken. Es wurde nicht gelesen, es wurde nicht geschrieben, es wurden auch sonst nur die nötigsten Dinge verrichtet. Wer sich diesem Flair nicht hingibt, verpasst etwas sehr Einzigartiges.

Ich muss zugeben, dass ich die Affinität für Schweden vieler Menschen immer ein wenig belächelt habe. Für mich ist der Süden ganz klar das Paradies auf Erden (gewesen). Aber das hier zu entdecken und durchfahren zu dürfen war mehr als das Highlight unserer Reise. Es ist nicht nur die Natur. Es ist auch das Licht, das sich viele Male über den Tag verändert. Es sind die taghellen Nächte. Es sind die wunderhübschen Plätze, die für die Gäste geschaffen werden. Es ist die freundliche Art der Schweden, die Tummelei mit den anderen Nationen, es ist so Vieles mehr. Man muss mal da gewesen sein.

In Motala besuchten wir das Kanalmuseum und lernten, welch ein Kraftakt der Bau des Kanals gewesen ist. Leider erlebte der Erbauer Baltzar von Platen die Fertigstellung seines Lebenswerkes, an dem er beinahe 20 Jahre gearbeitet hatte, nicht mehr. Er verunglückte drei Jahre vorher auf dem Vättern-See, ist nun aber in Motala direkt am Kanal bestattet worden. Wir haben ihm zugewinkt.

Wir erlebten ein gigantisches Gewitter kurz nachdem wir in Norsholm eingelaufen sind. Es brach so gewaltig vom Himmel, dass selbst die Schweden angelaufen kamen und Fotos machten. Eine halbe Stunde drauf badeten wir wieder im Kanal.

Noah fing im Roxen-See seinen zweiten Fisch. Dieses Mal war es ganz klar ein Hecht, mit stattlichen 52cm. Er reichte für alle Fischesser an Bord, inkl. der Sieben-Länder-Katze und mir.

Noah fing seinen zweiten Fisch, ein Hecht

Und am letzten Tag im Kanal und dem letzten Urlaubstag von Alex‘ Eltern, die ebenfalls auf Tour in Schweden waren, schafften wir doch noch ein gemeinsames Treffen. Schon die ganzen Tage hatten wir gegenseitig auf unsere jeweiligen Reiserouten gelinst, waren jedoch immer zu weit voneinander entfernt gewesen. Vorgestern aber nahmen Sandra und Jürgen den Weg von 2,5 Stunden Autofahrt auf sich, brachten leckeren Kuchen und anderes Backwerk mit, und wir saßen doch ein paar Stunden gemütlich zusammen.

Nur Midsommar haben wir nicht gefunden. Am Freitag begrüßten uns die Schleusenguards allesamt mit Blumenkränzen im Haar und wünschten uns fröhlich alles Gute zu ihrem hochheiligen Feiertag. Wir fragten jeden akribisch aus und fuhren extra bis Söderköping, um das große Ereignis nicht zu verpassen, was eigentlich gar nicht ging, wie man uns sagte. Als wir dann aber am Abend loszogen und Midsommar suchten, war ganz nach schwedischer Manier bereits alles wieder geschlossen und von Midsommer weit und breit nichts zu sehen. Das war ein bisschen schade, aber tat dem charmanten Kanal in der Mitte Schwedens keinen Abbruch.

Ich habe es Frauchen angedroht und nun muss es auch kommen. Wir müssen an dieser Stelle über ihre modischen Highlights an Bord sprechen.

Die Wahrheit ist: ungeschminkt, schmucklos, durcheinander gewürfelt, manchmal schräg, den Gegebenheiten angepasst und ohne jegliche Filter, ABER GEIL!!

Kanal, Schleusentreppe und mehr See

Schlagartig wurde es wieder labbigerecht. Die Häuser verwandelten sich in Bäume, die Luft wurde reiner, die Geräusche natürlicher und das Tempo wandelte sich von Großstadt-Rasen in Gemütlichkeit. Von einer Sekunde auf die andere wurden wir ruhig und es ging in Richtung Trollhätte-Kanal.

Den ersten Tag bis nach Akersvass begleitete uns strahlender Sonnenschein. Wir genossen jede Minute und ich blieb den ganzen Tag draußen; zwischendurch wurde es richtig heiß. Akersvass ist ein mitten im Grünen liegender Ankerplatz. Unterhalb der alten Schleusentreppe in parkartiger Umgebung wollten wir grillen. Leider richtete sich das Wetter nach dem Bericht und pünktlich um 19 Uhr krachte ein urgewaltiges Gewitter vom Himmel, das uns alle zusammenzucken ließ. Die Umgebung passte sich an und es wurde richtig nebelig, ein verwunschener Märchenwald entstand. Gegrillt wurde trotzdem.

Nach so einem geruhsamen Abend war die Schleusentreppe am nächsten Morgen kein Problem. Das bereits seit vielen Jahren eingespielte Team kam zum Vorschein und wir schleusten die vier Schleusen souverän in 1,5 Stunden durch. Sie waren ein wenig umständlich zu handhaben, da wir die Leinen mangels passender Poller jedes mal um die Treppensprossen legen mussten. Das Zahlen der TrollhätteKanal-Gebühren hätten wir uns allerdings sparen können, die sind nämlich in den Gebühren für den Göta-Kanal inbegriffen, aber das sollten wir erst später bemerken. Unser Ziel sollte Vänersborg werden und wurde es auch. Daran änderten auch die zwei ausstehenden Brücken und die von der Kapitänin unterschlagene 5. Schleuse nichts.

Vänersborg ist der Einstieg in den Vänern, dem größten See der Schweden. Zum Vergleich: Er ist 11 x größer als der Bodensee. Man hat eher das Gefühl auf dem Meer unterwegs zu sein. Auf Anraten eines Schifferkollegen steuerten wir Läckö an und das war kein Fehler.

Wenn ich malen könnte, so wäre Läcko genau der Ort, der auf meinem Zeichenblock entstehen würde. Das barocke Schloss ist natürlich der Blickfang, aber drumherum ist ein Paradies zu finden, das ganz im Sinne der Natur erhalten wird. Schafe mähen den Rasen, das Hotel- und Restaurantgebäude ist mit unbehandeltem Holz verkleidet, ab Juni werden Führungen auf dem Naturlehrpfad angeboten, Wanderwege schlängeln sich durch das gesamte Gebiet und die Duschen liegen romantisch mitten im Wald. Ich wäre gerne noch länger geblieben, aber die Katze kam pünktlich zurück und deswegen gab es keinen Grund am Montagmorgen nicht abzulegen.

In Mariestad lagen wir unterhalb des Doms und die Marina, direkt am Städtchen, zeigte sich in mediterranem Kleid, was sicherlich an der angeknipsten Sonne lag. Das genossen wir in vollen Zügen.

Hier fand ich auch eine tolle Spielkameradin

Bis nach Sjötorp, unserer letzten Station am Vänern, war es lediglich eine Etappe von ca. 20 km. Deswegen wurde die Überfahrt dem Angeln gewidmet. Wir dümpelten mit 5 km/h dorthin, wenn man da nicht entschleunigt, weiß ich auch nicht. Von Erfolg gekrönt war das Ganze leider nicht. Obwohl es in dem See von Fischen nur so wimmeln soll, hat sich keiner an unsere Haken verirrt.

Eine abwechslungsreiche Woche liegt hinter uns. Langeweile kommt nicht auf, weil sich permanent das Terrain ändert. Im Kanal kann man sich kaum an der Umgebung satt sehen, draußen auf dem Meer fühlt man sich ein wenig wie Vasco da Gama und die Schleusenarbeit gibt einem das Gefühl am Ende des Tages etwas geleistet zu haben. Das ist als kleine Fingerübung ganz gut, denn es erwarten uns im nächsten Abschnitt 58 Schleusen auf 190 km. Der Labbi und seine Crew sind gerüstet.

Göteborg auf der Waschmaschine

Für unsere zweibeinigen Mitreisenden haben wir uns in dieser Woche mal zurückgenommen. Sie wollten in „Kultur“ machen. Wir waren zwar sehr gespannt, was dieses „Göteborg“ zu bedeuten hatte und was der tolle „Lipstick-Tower“ und „Lilla Bommen“ sein sollten, aber als wir letzten Freitag in der Marina mit durchgedrücktem, weil kaputtem Gashebel anlegten, waren wir Vierbeiner doch ein bisschen enttäuscht: Laute Baustellengeräusche, viele Abgase in der Nase, weit und breit nur Betonwüste. Ich musste ewig bis zur ersten Wiese laufen und frei war ich in dieser Woche nur an Bord.

Unsere Menschen jedoch waren komplett losgelassen. Sie schmiedeten eifrig Pläne, was sie sich alles angucken wollten. Ich war nur froh, wenn ich hörte, dass ich nicht mitten durch das Menschengetümmel musste. 

Der Katze ging es auch nicht besser. Nachdem sie sich alles genau durch die Fenster betrachtet hatte, entschied sie selbst, dass sie in der Nacht nicht raus wollte. Es war ihr zu hell, zu laut, zu viel los. Sie ist halt ein Landei. So verbrachte sie jede Nacht hellwach auf der Waschmaschine mit Blick nach draußen und lernte Göteborg von dort aus kennen. 

Am ersten Tag ging es am Abend kurz in die Stadt. Die bordeignen Ingenieure hatten den ganzen Nachmittag voll damit zu tun gehabt, den Bowdenzug des Gashebels wieder zu reparieren. Zu Beginn hatten sie keine Ahnung, was los sein könnte. Aber das Team gab nicht auf und am Ende war das Teil wieder funktionsfähig. Es ist wirklich kein Vergnügen, gute drei Stunden im Motorraum (der noch von der Fahrt tropische Temperaturen aufweist) geduckt zu hocken und an diversen Seilzügen rumzufriemeln. Vielen Dank den Männern an Bord, dass sie sich dafür nicht zu schade sind und erst mit der Arbeit aufhören, wenn alles wieder perfekt läuft.

Samstag nahmen wir Göteborg in Angriff: Auf eine Göteborg-City-Card haben wir verzichtet, nachdem wir gelesen hatten, dass in der Stadt alles fußläufig miteinander verbunden war. In den Stora Salu-(Markt-) Hallen wäre ich schon ganz gerne mit. Ein leckerer Lebensmittelstand nach dem anderen gab es dort zu bestaunen. Aber dort sind natürlich keine Hunde erlaubt. Wie immer bekam ich ein Schmankerl mitgebracht.

Danach ging es ins Haga-Viertel. Dort sollte es die größten und schmackhaftesten Zimtschnecken in ganz Göteborg geben. Haga ist ein ehemaliges Arbeiterwohnviertel. Die schmucken Holzhäuschen sollten zunächst abgerissen werden. Dank einer Bewohnerinitiative konnte das verhindert werden und so hat sich ein gemütliches und jugendhaftes Quartier herausgebildet. Wir sind dann nicht in das im Reiseführer empfohlene Café gegangen. Das war überfüllt, die Schlange lang (hier in Schweden holt man sich seine Sachen zum überwiegenden Teil selbst an der Theke; dafür kann man sich überall Filterkaffee und Wasser nachholen, so oft man möchte). Wir gingen ein paar Meter weiter und fanden ein entzückendes kleines Café mit fantastischen Zimtschnecken und anderen Leckereien. Jetzt spürten wir auch das lange Wochenende in Deutschland. Unter die vielen schwedischen Laute, mischten sich auffallend viele deutsche Satzfetzen. Am Abend gab es würzigen Käse und frisches Baguette, das wir uns aus den Hallen mitgebracht hatten. 

Am Sonntag wollten wir den viel gepriesenen Foodmarket unter die Lupe nehmen. Der hatte sich leider im Vergleich zu gestern in Luft aufgelöst. Es gab einen Essensstand, aber die Atmosphäre war auch ohne Futter zu genießen. Die Menschen saßen auf Bänken und Stühlen in einer großen Einfahrt und genossen die Wärme, die sich ankündigte. Am Nachmittag sind wir dann (mit mir) durch die mitten in der Stadt angelegten Parks gestromert. Die machen einen liebevoll gepflegten und wohl duftenden Eindruck. Auch hier blüht es jetzt in allen Ecken und Enden.

Montag ging es dann ins Museum. Wir entschieden uns für das Universeum, gingen in den Tropen auf die Pirsch, experimentierten im All und lernten, dass wir gegen einen Kobra-Angriff keine Chance haben würden.

Es wurde langsam Dienstag. Das Schiff wurde gewienert und entstaubt und vor allen Dingen von meinen Haaren befreit. Schließlich stand hoher Besuch an. 

Der kam in Person von Alex mit dem Flieger aus Deutschland. Alles klappte gut. Pünktlich gegen 15 Uhr fuhr das Taxi vor und das neue, schon mehrfach für gut befundene Crew-Mitglied stand in der Marina. Natürlich gab es erst mal Zimtschnecken zur Begrüßung.

Auch Alex wollte Elche sehen und den Foodmarket kennenlernen. So stand das Programm für den Mittwoch fest. In den Slottskogen ging es zu Fuß, das waren ca. stramme 50 Minuten, aber an Bord gibt es ja auch genug Tage, an denen man nicht auf seine Schritte kommt. Dann sahen wir sie, die Elche; gemütlich äsend standen sie beisammen und ließen es sich gut gehen. Auch hier fiel wieder auf, wie gepflegt die ganze Anlage (für die wir keinen Eintritt bezahlt haben) vorzufinden ist.

Der Foodmarket enttäuschte leider erneut. Obwohl er für jeden Tag angekündigt ist, scheint er nur an Samstagen in voller Montur anzutreten, aber verhungert sind wir bei Weitem nicht. Ein kleiner Tipp für Schwedenreisende: Es lohnt sich wirklich lunchen zu gehen. Man bekommt tolle Angebote und es ist günstiger als am Abend. So scheinen es die Schweden selbst zu handhaben. 

Ein Städtetrip mit eigenem Zuhause ist so viel entspannter. Wir sind nicht morgens vom Hotel aus los und abends wieder zurück. Wir nahmen uns Dinge vor, kehrten an Bord zurück, erledigten was zu tun war und legten die Füße hoch. Wer nochmal extra los wollte, konnte das tun oder mit mir auf dem Schiff kuscheln. Auch lernt man in der Marina, jetzt wo die Saison langsam losgeht und man auch draußen sitzen kann, schnell viele Menschen kennen.

Sogar für die Fitness ist gesorgt. Der Junior geht ja sowieso trainieren. So macht er sich bereits im Vorfeld schlau, welche Studios Tagespässe o. Ä. anbieten. Die Schweden sind hier super locker und kulant. Die Kette „Nordic Wellness“ (unbezahlte Werbung) hat uns nie enttäuscht. Anstandslos wurden uns Tages- oder sogar Wochenpässe ausgestellt, so dass wir wöchentlich fitter werden und die ganzen Zimtschnecken nicht auf den Hüften wohnen bleiben. Bezahlt haben wir dafür nichts. (Herrchen darf noch nicht, aber die Wunde verheilt bestens).

Die Göteborger selbst haben wir sehr gesellig wahrgenommen, die sich viel zu erzählen haben. Die Sprache ist für uns trotz einiger „Babbel“-Versuche relativ neu. Man kann gar nicht anders, als der Sprachmelodie zu lauschen, dem typisch schwedischen Singsang. Vielleicht liegt es an den überdurchschnittlichen vielen (9) Vokallauten oder daran, dass die Schweden ihre Akzente unterschiedlich setzen. Egal, ich könnte ihnen stundenlang zuhören, ohne einen Ton zu verstehen.

Jetzt aber geht es endlich wieder in die Natur! Auf in den Trollhättan-Kanal.

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