Wir sind alle tiefenentschleunigt, und dass nicht erst seit heute. Das einzige was sich unverhältnismäßig schnell bewegt sind die Minutenanzeiger auf den Uhren, falls wir überhaupt noch welche tragen. Der Tag geht entspannt los und plätschert so dahin. Die Jungs gingen gleich morgens eine Runde Schwimmen. Danach hieß es in Schweich Vorräte aufstocken. In der ersten Schleuse waren wir um 11 Uhr. Das Frühstücksgeschirr stand noch auf dem Tisch.

Überhaupt gestaltet sich das Zusammenleben locker leicht. Bei Gelegenheit wird bei uns aufgeräumt, wenn nicht, gehört es eben zum Lagerleben und regt auch keinen auf. Noah ist der Koch an Bord. Er zaubert jeden Tag einen leckeren Snack auf den Tisch. Alex ist der Techniker, dockt uns kurz nach dem Anlegen direkt an die nächste Dose und überwacht die Schiffstechnik. Aki, unser Grieche, ist natürlich unsere seemännische Fachkraft und überwacht alle Manöver ganz genau. In der Schleuse müssen dann alle ran. Guny steuert, Eva fendert und die Jungs schwingen die Seile. Eva ist ansonsten Mädchen für alles und Guny ist Kapitän und wartet den Motorraum. Das Ganze wird natürlich von mir höchstpersönlich kritisch überwacht.

Unsere nächsten zwei bis drei Abendessen haben wir uns in Schwebsange verdient: Wir haben voll getankt und 30 ct / l gespart. Das macht bei ca. 800 L Tankvolumen schon etwas aus.

Heute in Schweich habe ich meine erste Schwanenfamilie kennengelernt. Unnötigerweise hat Frauchen die guten Brötchen vom Vortag in die Mosel geworfen. Die weißen und grauen Halstiere hatten natürlich nichts Besseres zu tun, als sich auf die leckeren Brocken zu stürzen, obwohl auch ich mich mit einem schwer liebreizenden Gesichtsausdruck in Position gebracht hatte. Erst als die Brötchen alle waren, haben die sich auch mal für mich interessiert. Sehr interessantes Federvieh.