In den Marinas trifft man häufig auf interessante Menschen. Gestern in Pölich legte kurz nach uns ein französisches Paar an. Alles lief komplett eingespielt ab. Ohne ein Wort, schon gar kein böses, wie auch zeitweise zu beobachten ist, legten die beiden souverän an und richteten sich routiniert ein. Die Frau ging gleich schwimmen und der Mann interessierte sich für unser Boot. Es stellte sich heraus, dass er ein ehemaliger Holzbootsbauer ist. So kommt man schnell ins Gespräch.

Am interessantesten fand ich den dritten Mitbewohner. Er stolzierte gelassen von Bord, streckte sich ausgiebig in alle Richtungen und legte sich erstmal im Schatten ab.

Das Paar erzählte uns, dass sie auf dem Schiff leben und die Katze sich ganz dem Rhythmus angepasst habe. Sie kenne die Zeiten, sei die ganze Nacht umtriebig unterwegs und pünktlich zur Abfahrt wieder vor Ort. Wer Katzen kennt, der weiß, dass diese Tiere und Wasser keine natürlichen Freunde sind und der Stubentiger auch alles andere als entzückt ist, wenn er sich täglich in neuer Umgebung zurecht finden muss.

Meinem Frauchen ging das runter wie Öl, denn das hat die innerfamiliäre Diskussion, ob ein Katzenleben an Bord möglich ist, schlagartig zu ihren Gunsten beendet. Unser alter Findus muss ja schließlich mit nach Schweden.

Heute herrscht hektischer Trubel an Bord: Wir bekommen Besuch: Alex‘ Eltern besuchen uns, wie schon in den Jahren davor, auf einen netten Abend. Gleichzeitig wollen die Jungs die Gelegenheit nutzen, um den Kletterrpark in Traben-Trabach zu testen. Das alles jagt unsere gechillten Kreisläufe in fast vergessene Sphären. Schließlich muss die Bude präsentierbar gestaltet werden. Das tut unserer schippernden Mosel-WG nach einer Woche Fahrtzeit auch mal gut.

Sollen die mal machen, denkt sich der Hund und nickert noch ein Weilchen.