Letzte Woche war hier ganz schön was los. Das war nicht lustig, denn es bringt all unsere Pläne durcheinander und stellte sie für einen Moment gar komplett in Frage.

Letzte Woche Montag bekamen wir einen Anruf aus Mannheim. Dort liegt unser Boot. Die Nachricht war eine Katastrophe: Das Schiff nahm Wasser auf und sank.

Guny und Noah fuhren sofort hin und der Anblick war katastrophal:

Mit acht Pumpen wurde das Wasser rausgepumpt. Wir hatten Glück im Unglück, denn durch das Niedrigwasser verschwand unser zweites Zuhause nicht komplett unter der Wasseroberfläche. Aber die Brühe aus dem Rhein hatte genug Schaden angerichtet: den Motorraum geflutet, den gesamte Hausstand verschmutzt sowie Chaos in allen Regalen angerichtet.

Am zweiten Tag durfte ich mit und die Schäden inspizieren. Mir standen schon die Tränen in den Augen und das Fell zu Berge. Herrchen und Frauchen machten sich direkt an die Schadensbegrenzung, die Leute von der Werft kümmerten sich um Motor, Generator und Co.

Zum Glück war es draußen noch so warm, dass alles gut durchtrocknen konnte. Aber die Stimmung im Hause war schlagartig gedämpft, denn es türmten sich immer mehr Fragen auf:

Was war passiert?

Wie groß ist der Schaden?

Wie teuer wird die Reparatur?

Können wir unsere Pläne noch verwirklichen?

Ist unser Boot noch sicher?

Eines war schnell klar, sollte es den Motor, den Generator, das Bugstrahlruder sowie die gesamte Elektrik erwischt haben, wäre Schluss mit unserem Traum. Meine Leute diskutierten alternative Reisepläne. Gott sei Dank wurde schnell klar, dass keiner aus dem Koffer leben oder in einem Camper unbeweglich über die Autobahnen donnern will.

Ich muss sagen, das ist ganz in meinem Sinne: Ich brauche das Wasser, die Bewegung und die Luft. Aus diesem Grund wurden weitere Überlegungen auf den Tag verschoben, an dem mehr Informationen auf dem Tisch liegen würden. Eine sehr kluge Vorgehensweise, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf😉.

Seit ein paar Tagen ist klar: der Motor und der Generator haben es geschafft, die Elektrik wird aus Sicherheitsgründen größtenteils erneuert, die Steckdosen nach oben verlegt, Wasserwarner werden fest installiert.

Es stellte stellte sich nämlich nach ein paar weiteren Tagen raus, dass es eine weitere morsche Planke gab, durch die das Wasser eingedrungen ist. Das muss natürlich repariert werden.

Da für meine Leute die Sicherheit an Bord relativ weit oben steht, muss nun noch mehr erledigt werden, bevor wir im April 2019 in Mannheim starten. Aber es gibt keine Diskussion darüber, dass diese Reise nur mit einem fitten und seetüchtigen Schiff unternommen wird. Schließlich sind wir nicht immer nur auf harmlosen und schmalen Flüssen unterwegs, sondern müssen auf dem Weg nach Schweden aufs offene Meer. Da sollten wir dicht sein.

Ich halte euch auf dem Laufenden…