Jährlich am 01.10. findet in Stavros in der Polisbucht das Marida-Festival statt. Gut, nicht so prickelnd war, dass ich Zuhause bleiben musste, aber mein Rudel hatte recht: Es wäre nicht wirklich die richtige Veranstaltung für mich gewesen. Für meine Verhältnisse viel zu heiß, gerade ohne die fehlende Abkühlung im Meer. Dann hätte ich dauernd den leckeren Fischgeruch in der Nase gehabt. Da war es mir schon lieber ein paar geruhsame Stunden für mich zu haben.

Ab dem 1. Oktober jedenfalls können die Fischer die kleinen „Sardinen“ fangen, die man hierzulande mit Kopf und Schwanz isst. Das Fest heißt bei uns in der Familie Fisch-Pommes -Fest, weil ich das unserem Sohn damals so erklärt habe, Als wir hier vor vielen Jahren gelebt haben und Noah hier noch in den Pikpak (Kindergarten) ging. Ich  erzählte ihm, dass wir auf ein tolles Fest gehen würden, auf dem es Fischpommes geben würde. Vielleicht ein bisschen forsch, aber gelogen war es nicht, denn eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht abzustreiten. Meine Rechnung ging auf. Er mochte sie sofort und isst sie bis heute.

Es ist ein ganz wunderbares, kleines Fest. Früh am Morgen fahren die Fischer aufs Meer. Direkt nach ihrer Rückkehr findet ein kleiner Gottesdienst statt, indem der erste Fang gesegnet wird. Währenddessen bauen fleißige Helfer aus dem Ort Tische und Stühle auf. Frauen schnippeln Tomaten, Gurken und Brot. In diesem Jahr gab es sogar Skordolia, ein sehr knoblauchlastiges Kartoffelpüree. Getränke kann man dort kaufen, oder sich selbst etwas mitbringen. Inmitten des Festplatzes steht eine Spendenbox, in die man natürlich etwas einwirft.

Natürlich darf zu fortgeschrittener Stunde der Sirtaki nich fehlen. Bei einem so perfekten Tag wie in diesem Jahr ist der Sommer schlagartig zurück.

 

Deswegen fuhren wir anschließend noch nach Frikes, um dort ein Eis zu essen. Aki, der im Sommer mit uns geschippert war, lud uns ein. Ein perfekter Tag im „Mikro kalokairi“ (kleiner Sommer), wie die Griechen das Wetter im Oktober gerne nennen.