Der Countdown läuft: In ziemlich genau 10 Wochen ist Abfahrt und die Liste der Vorbereitungen wird immer länger. Das betrifft leider auch mich. Morgen geht es unters Messer. Mein Rudel hat sich entschieden (und das ist ganz in meinem Sinne), dass ich auf keinen Fall Babies bekommen soll. Frauchen wäre zwar entzückt, aber meine Hundeverwandtschaft ist ziemlich fruchtbar. Der Wurf würde groß werden und der Hundepapa würde ja in seinem Heimathafen verbleiben. Deswegen wird morgen der entscheidende Schnitt gemacht. Bei all der Reiserei ist das einfach die bessere Alternative. Man stelle sich vor, das Boot wäre in schöner Regelmäßigkeit von liebeskranken Rüden umstellt. Wer sollte da standhaft bleiben?

Zwei wichtige Etappen sind gemacht. Der Junior hat seine schriftlichen Abi-Arbeiten hinter sich und ist auf dem Weg in die mündliche Prüfung. Wir kennen die Ergebnisse noch nicht, aber die Phase des Lernens ging dankenswerterweise ziemlich unaufgeregt und souverän vonstatten. Wir haben es kaum gemerkt. Das hilft uns viel weiter, denn eine große Aufgabe liegt ja noch vor uns. Wir müssen das alte Schiff entsorgen. Das wird eine Menge Arbeit, weil wir es selbst machen. Im Moment schlachten wir alles aus und verkaufen, was noch gut zu verkaufen ist. Als nächstes muss die 14m-Wucht in „handliche“ Teile gesägt und entsorgt werden. Dafür müssen natürlich diverse Müllcontainer in Position gebracht werden, denn die Hälfte ist spezieller bis Sondermüll. Obwohl wir mit unserer gebrauchten Neuanschaffung sehr zufrieden sind, wird uns doch die ein oder andere Träne aus dem Gesicht kullern, denn wir haben auf diesem Schiff viele Jahre tolle Touren erlebt.

Den nächsten Schritt hat Frauchen gemacht und sich von ihrer Arbeit beurlauben lassen. Am vergangenen Donnerstag war ihr letzter Arbeitstag und jetzt geht es hier rund. Täglich werden gemeinsam 5 km im Umland geschrubbt, für den Hundeführerschein gelerntund To-do-Listen entworfen. Ich glaube, sie hat es noch gar nicht realisiert, dass sie gar nicht mehr in die Schule muss. Aber ein bisschen mulmig ist ihr schon. Die Schule hat ihr den Abschied nicht leicht gemacht: So sangen die Kinder am letzten Tag für sie, ihre 4 b bereitet ihr heute ein Abschiedsfest und ihre wunderbaren Kollegen begingen letzten Freitag einen schönen Ausstand mit ihr.

Mein wunderschöner Abschiedsstrauß

D. h. auch Frauchen kann jetzt voll umfänglich in die Vorbereitung einsteigen. Grobe Aufgaben sind bereits verteilt. So wird Frauchen die Wetterfee an Bord und ist für das Thema Sicherheit zuständig. Ebenso übernimmt sie die „Pressearbeit“ und schreibt den Blog.

Morgen findet unser erster Schweden-Abend statt. Bei landestypischem Essen werden wir in Sachen Tourplanung ins Detail gehen. Jeder von uns Dreien bereitet dann einen Teilabschnitt der Reise vor. Er muss sich dann auf dem Wasser, aber auch auf dem Land bestens auskennen. Ebenso werden noch allgemeine Themen besprochen und es wird geklärt, was bis zum Antritt der Reise noch zu erledigen ist. Ich bekomme morgen noch nicht so viel mit. Mir tut wahrscheinlich eher der Bauch weh, aber Gott sei Dank weiß ich das heute noch nicht.

Während bei uns also im Moment eher alles nach Plan läuft, sorgte die Werft, in der sich das Schiff derzeit befindet und wichtige Aufträge erledigt werden sollen, eher für den Aufreger am Wochenende. Während sie vor zwei Wochen noch zuverlässig nachgefragt haben, wann das Boot fertig sein soll, teilten sie uns am Freitag mit, dass sie es bis zum dritten Wochenende im Februar nicht schaffen werden. Grund seien der Frost und die Kälte. Das ist schlecht, denn an diesem Wochenende wollten wir eine erste kleine Probefahrt mit dem Schiff unternehmen, um es kennenzulernen. Dem allein nicht genug. Es wurde uns in Aussicht gestellt, dass man es wahrscheinlich bis Ende März schaffen könnte. Wer jetzt genau mitgerechnet hat, kommt mit uns auf den Nenner, dass das genau unser Abfahrtszeitpunkt ist. Geht natürlich gar nicht. Also wird hier gerade nachverhandelt.

Wir brauchen uns also keine Sorgen zu machen, dass wir uns auch nur im Ansatz langweilen könnten. Es bleibt spannend und das ist auch gut so. Sonst gäbe es nichts zu berichten.

Haltet mir für morgen die Daumen. Sobald ich wieder klar denken kann, melde ich mich.