Danke fürs Daumen halten. Viel geholfen hat es nicht. Zwar ist alles gut verlaufen und die Heilung läuft auch recht gut, aber der Schmerz hat mir doch ganz schön die Pfoten unterm Körper weggezogen. Dienstag und Mittwoch war gar nichts mit mir anzufangen. Übers Wochenende ging alles dann schon wieder ein Stück besser. Aber was mein Rudel derzeit unter GASSI GEHEN versteht, ist gelinde gesagt eine Frechheit. Kurz raus und einmal um den Block. Frauchen hat die ersten drei Nächte bei mir im Wohnzimmer geschlafen. Das war schon gut. Immer wenn ich musste, habe ich ihr quer durchs Gesicht geschleckt. Sie verstand die Botschaft auf Anhieb und wir drehten eine nächtliche Runde im Garten.

Frauchen ist jetzt schon die zweite Woche nicht mehr in der Schule (die Kinder hatten ihr einen wirklich rührenden Abschied bereitet), aber über Langeweile kann sie sich nicht beschweren. Es ist doch einiges zu tun. Der erste Schwedenabend war richtig erfolgreich. Die Lachspizza (natürlich nach schwedischer Rezeptur) hat geschmeckt, die Aufgaben wurden verteilt und der Bootsname steht nun endgültig fest.

Nach seemännischem Aberglauben soll man ein Boot nicht umtaufen. Das bringt Unglück. Darüber haben wir uns trotzdem hinweggesetzt, denn richtig wichtig ist für uns, dass der Bootsname auch passt. Und mit ORKA konnte sich niemand von uns spontan identifizieren. So machten wir uns auf die Suche und wurden im griechischen Wortschatz fündig:

Dialima bedeutet so viel wie Auszeit. Das passt natürlich ideal zu unserer momentanen Situation und ist dazu noch – entsprechend unserer Wahlheimat – griechisch. Der Klang des Wortes ist weich wie die Mittelmeerwelle. Man spricht das D ja nicht wie bei uns, sondern schiebt seine Zunge zwischen die beiden Zahnreihen, ein bisschen wie ein halbes TH.

Mit der Werft wurden wir auch einig. Sie werden jetzt in zwei Etappen arbeiten, so dass das Probe-Wochenende stattfinden kann. Der Rest wird im Anschluss erledigt und das hoffentlich bis Ende März.

Später ist der nächste Schwedenarbeit. Diesmal kocht der Kapitän. Mal sehen , was es gibt. Dafür muss Frauchen ihre erste Touretappe vorstellen. Es geht von Fehmarn nach Kopenhagen.

Der erste Entwurf sieht so aus:

Da wir uns dann noch sehr im April befinden, werden wir jede Nacht eine geschützte Marina anlaufen und noch kaum ankern. D. h. auf der Strecke zwischen den beiden Etappen sucht man alle möglichen Häfen raus, samt Kontaktdaten, Kosten, Sightseeingmöglichkeiten und Besonderheiten bei Einfahrt in den Hafen. Jenachdem wie es auf der Tour läuft, lässt man eine Marina evtl. aus, weil es gerade gut läuft oder bleibt eine zweite Nacht, weil es so schön ist. Das ist so wunderbar am Bootsleben: Man ist Zuhause unterwegs.

So runter vom Sofa, die Wundkontrolle steht an, irgendwann wird dieser Spuk ja vorbei sein, auch wenn ich wirklich sehr umsorgt werde.