Während die Meenzer Narren die Fastnacht 2019 erst morgen beerdigen, traten wir gestern und heute an, um unsere wunderbar genutzte Holzlaube in die ewigen Schiffsgründe zu verabschieden. Wie bei uns so üblich, erledigen wir das selbst. Abwracken by hand. Anstrengend, aber bezahlbar. Hört sich erstmal nicht so wild an. Holz ist schnell zersägt (kostet aber viele Sägeketten, das kann ich jetzt schon sagen) und der Teufel steckt im Detail. Das Schiff besteht ja nicht nur aus Hoz, d. h. die Entsorgung findet in vielen verschiedenen Müllcontainern statt.

Frauchen und „Technik-Tina“ in einer Person fiel eine Schublade Geröll vom Herzen, als sie die Gulet aufgebockt an Land vorfand. Sie hatte sich schon gefragt, wie sie das Riesenteil auf dem Wasser in Stück schneiden sollten.😝🤪

Auch als ich das aufgebockte Schiff wiedererkannte, freue ich mich auf Spiele und Action und einen fröhlichen Ausflug. Leider wurde von mir heute aber nur Bravsein und Geduld erwartet. Ich kam an die Leine, aufs Boot konnte ich nicht, obwohl ich sehr beherzt versucht haben die Leiter raufzukraxeln.

Mein Rudel verschwand auf dem Schiff. Dort machten sie einen Riesenkrach und warfen dauernd alles Mögliche von Bord. Der Sturm trug auch nicht zu meinem Wohlgefühl bei, so dass ich mich mit der Zeit unter das Schiff verkroch. Es muss auch solche Tage geben.

Am Ende des Tages waren die Drei unheimlich stolz auf sich. Sie hatten alle Kabinen entkernt. Frauchen durfte mit dem Hammer alles Holz in Kleinteile zertrümmern, während die Kerle dem Bugspried und noch vielem mehr an den Kragen gingen. Dennoch war es keine heiter geprägte Arbeit, denn in den ganzen Stunden nahmen sie Abschied von der türkischen Gulet, mit der sie die letzten 13 Jahre fantastische Reisen unternommen hatten. Und wer sich die Bilder aus dem Sommer vor Augen ruft, kann das vielleicht ein Stück weit nachvollziehen.

Deswegen fehlen mir an dieser Stelle ein bisschen die Worte und ich lasse Bilder sprechen:

Aber wie heißt es so schön, der Labbi lebt im Augenblick und das hat etwas für sich. Im Moment habe ich wieder die volle Aufmerksamkeit, es ist warm und ich darf auf den Schoß vom Junior. Was will ich mehr?