Noch 4: Wie nachhaltig reisen wir eigentlich?

Frauchen wohnt seit heute morgen im Keller. Jedenfalls habe ich sie den halben Tag nicht zu Gesicht bekommen. Zeitweise kommt sie hoch, sucht Dinge zusammen oder holt sich alte Zeitungen: Sie packt und beseitigt das Chaos im Gästezimmer. Wir „Kerle“ machen den Hänger leer und bereiten ihn fürs Packen vor.

Hängerhund

Das Rudel liegt gut in der Zeit. Hektik ist nicht zu spüren. Es fühlt sich eher an wie die Ruhe vor dem Sturm (wobei uns der gestohlen bleiben kann). Das gab mir heute mal die Gelegenheit über die Frage nachzudenken, wie fett unser ökologischer Fingerabdruck nach dieser Reise gewesen sein wird. Eine Frage an der man heute nicht vorbei kommt und auf die einen die nachfolgende Generation auch zu recht jeden Freitagmorgen aufmerksam macht; während des Unterrichts – und das ist auch gut so.

Das Geständnis gleich vorne weg: Das Schiff wird mit Diesel betrieben. Eine nicht sehr erfreuliche Tatsache, aber wir können schlecht zu Fuß nach Schweden. Pro Stunde verbrauchen wir aller Wahrscheinlickeit nach 7 l. Ich denke aber die Gesamtbilanz macht den Eindruck und da können wir doch auch ein paar gute Fakten in den Ring werfen: Wenn wir in Frederiksværk / Dänemark ablegen, werden die Masten wieder fest installiert sein und wir können auch unter Segel fahren und den Motor weniger nutzen. Ebenso werden wir in diesem Jahr – anders als sonst – überhaupt nicht fliegen und unsere gesamte Familie fährt bis zum Spätsommer nicht mit dem Auto, sondern steigt aufs Fahrrad oder marschiert. Wir haben uns einen kleinen Fahrradanhänger besorgt, damit wir auch die sperrigen Güter ohne Auto transportieren können – oder mich, falls ich auf einem Spaziergang mal schlapp mache.

An Bord sind alle Ressourcen knapper. Das Wasser ist in Tanks und muss reichen, bis zur nächsten Marina. Soll nicht heißen, dass wir uns an Bord nicht waschen, aber man agiert spontan ökonomischer und hängt die Wäsche auch mal zum Lüften raus, anstatt sie gleich in die Wäsche zu geben. Ähnlich ist es mit dem Strom. Liegt man in der Marina und hat die Möglichkeit, kann man das System wieder aufladen, aber auch hier achtet man drauf, dass unnötige Stromquellen ausgeschaltet sind. In der Tat passt man an Bord ein bisschen besser auf.


Auf einige Dinge wollen wir zusätzlich achten: Damit wir wenig Plastik in der Schnauze haben, wollen wir frisch und regional einkaufen gehen, wann immer möglich. Frauchen will auch einkochen und einlegen. Sie hat ja dann Zeit. Deswegen will sie auch versuchen simple Kosmetik und Cremchen selbst herzustellen. Der Junior hat sich vorgenommen zu angeln. Wahrscheinlich konsumiert man auch weniger als Zuhause und kommt mit dem aus, was man hat.

Wir wollen ökonomische Geräte verwenden. So haben wir den alten Stromfresser von Kühlschrank gegen einen neuen ausgetauscht. Die nächste Anschaffung (leider nicht mehr vor Reiseantritt) werden zwei Solarpannels fürs Dach sein. Dann produzieren wir eigenen Strom. Grauwassertankentleerungen gehören in die Marinas; das ist ja selbstverständlich.

Natürlich ist das noch wenig, aber alles beginnt mit einem ersten Schritt und wenn man erstmal dabei ist, wird man bestimmt zunehmend bewusster. Wir können es nicht gleich ganz richtig machen, aber vielleicht richtiger.

Aber jetzt mal zum Allerwichtigsten am heutigen Tag:

Ich habe heute Geburtstag und bin stolze 2 Jahren alt. Ich habe selbstgebackene Hundekekse und ein dezent-grünes Krokodil bekommen. Die Kekse sind der Hit. Selbst der Kater war schon scharf drauf und ich hatte große Befürchtungen, teilen zu müssen…hat sich dann aber doch geschlichen, unser griechischer Felltiger!

Kategorien: Allgemein

5 Kommentare

  1. Moni Schwarz-Knöck

    21. März 2019 — 15:29

    Hallo Labbi Leila, habe doch glatt Deinen Geburtstag verpennt. Sorry!!!! Also nachträglich alles Gute u dass Du fit und gesund bleibst. Das wünschen Deine “Tante“ Moni u Dein “Onkel“ Retz.
    Pass gut auf Dich und die family auf, ok?

  2. labbigoeseurope

    20. März 2019 — 11:56

    Ganz herzlichen Dank für all die lieben Glückwünsche!!! Hab mich sehr gefreut. Es war ein toller Tag mit Stadtgang und Riesenspaziergang. Ganz nach meinen Wünschen.

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