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GO: Logbuch der DIALIMA – Es geht los!!


Dienstag, 09.04.Volendam – Weesp, ca. 30 km, 2 Schleusen

Crew: Kapitän, Frauchen, Junior, Heike, Olaf, Findus und ich

Am Montag begaben wir uns ziemlich früh aufs IJsselmeer, der Wind hatte aufgefrischt, 4 Beaufort waren angesagt. Das hatten wir davon:

4 Beaufort auf dem IJsselmeer


Ich war zum ersten Mal seekrank und hätte ich meinen Junior nicht gehabt, ich weiß nicht, wie viel sie hätten wischen müssen. Offenbar war ich so grün im Gesicht, dass ich ausnahmsweise aufs Sofa durfte.


Der Rest der Crew war auffallend ruhig. Es war nicht wirklich gefährlich, aber als ausgewiesene Landratten hatte diese Aktion schon einen gewissen Abenteuer-Touch. Zwischendurch flogen uns alle nicht fest verstauten Dinge um die Ohren. Wir würden umpacken müssen!!! Das Geschirr aber hielt.

Nach vier Stunden war der Spuk vorbei. Wir waren jedoch nicht direkt nach Muiden gefahren, sondern sind wieder über die Schleuse rein nach Amsterdam und von da aus den Amsterdam-Rijn-Kanal bis nach Weesp, wo wir einen unbeschwerten letzten Abend mit unserem großen Rudel verbrachten und lecker von unseren Gästen zum Essen eingeladen wurden.

Mittwoch, 10.04.Weesp – Breukelen, ca. 35 km, 3 Brücken

Crew: s. o. (die Katz ist immer noch an Bord)

Eine unaufgeregte Fahrt bei schönem Wetter und aufs Wort folgenden Brückenwärtern.

In Breukelen stand Abschiednehmen auf dem Programm. Der Kapitän und Olaf holten unser Auto und den Hänger. Es wurden nochmals Sachen ausgetauscht und gepackt. Der Junior bekam doch seine Gewichte, Platz war entstanden. 


Und dann waren wir allein. Es war eine schöne knappe Woche mit der Verwandtschaft, in der das Verhältnis zwischen Abenteuer und dem Chillfaktor recht ausgeglichen war.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit „klar Schiff“ machen und dem Aufstocken der Vorräte durch den ansässigen Supermarkt. Es ist erstaunlich, je länger man auf dem Schiff wohnt, desto größer wird es für einen. Fanden wir es zu Beginn noch sehr beengt, hat man nach wenigen Tagen das Gefühl, dass der vorhandene Platz immer mehr wird. 

Donnerstag, 11.04.2019: Breukelen – Tiel / Waal, ca. 60 km 3 Brücken, 2  Schleusen

Crew (bis auf Weiteres): Kapitän, Frauchen, Junior, die Katz und ich 

Bei kaltem, aber sonnigem Wetter starteten wir gegen 9 Uhr. Trügerisch gaukelte uns der Tag Idylle vor. Zunächst lief auch alles perfekt an. Damit jeder jede Rolle an Bord beherrscht, haben wir beschlossen, dass jeder Kapitän sein muss, damit er weiß was es heißt die Verantwortung zu übernehmen. Auch muss jeder in der Lage sein, alle Arbeiten an Bord verrichten zu können. Das heißt nicht, dass man alles selbst fahren muss, aber man hat (endlich mal) das Sagen. Wir vereinbarten einen Stunden-Rhythmus (jede Stunde musste also im Wechsel jemand anders steuern), so dass man etwas Zeit für sich hat oder weitere Arbeiten an Bord verrichten kann.


Wäschetag auf der DIALIMA

Heute war Frauchen Kapiteuse. Zunächst fuhr sie auch alle Manöver selbst und es lief auch. Vor der „Prinzess-Irene-Schleuse“ übergab sie das Steuer ihrem Mann. Man muss es ja bei fünf mitschleusenden Schleppern nicht übertreiben. Das Desaster kündigte sich nicht an. Souverän legten wir hinter dem letzten Schlepper steuerbord an und machten mit zwei Leinen mittig an einer Klampe an. Ein Fehler wie sich später herausstellen sollte. Zunächst lief alles wie gewohnt. Aber aufgrund der vor uns gurgelnden Riesenschiffe und der Fixierung durch die Seile an nur einem Punkt, fingen wir in der Schleuse an zu tanzen. Das ist nicht nur hochgradig peinlich. Das ist in erster Linie gefährlich. Da der Junior und Frauchen sich mit den Seilen absprechen und abwechseln mussten, nutzte einer dieser unverschämten quirligen Wirbel den günstigen Augenblick und drehte unser Heck von der Schleusenwand in Richtung Schleusenmitte weg, auf den neben uns liegenden Schlepper zu. Mit vereinten Kräften versuchten wir diesen Vorgang rückgängig zu machen. Es gelang nicht sofort. Das Bug war kurz davor, sich an der Wand vorbeizuschrupsen (das Bugstrahlruder griff schon nicht mehr), als Frauchen nach vorne sprinten musste, um das zu verhindern. Das gelang zum Glück und Herrchen konnte wieder mit dem Bugstrahlruder agieren, während der Junior uns wieder an die Wand zog.

Und dann kam auch noch Pech dazu: Als wir gerade wieder fest an den Klampen lagen, riss die Heckleine. Einfach so. Materialschaden. Vorher nicht erkennbar. Und das Spielchen ging von vorne los. Zum Glück nicht ganz so heftig und zum Glück war der Schleusenvorgang in diesem Moment vorbei. Aus nachvollziehbaren Gründen gibt es an dieser Stelle keine Fotodokumentationen. Wir haben ganz schön gekämpft und gewonnen.

Es war schon ein bisschen schocking, aber, so stellten wir abends bei einem leckeren Teller Spaghetti und der Nachbesprechung fest, gehören solche Erlebnisse dazu, um die Sorgfalt und Achtsamkeit nicht zu verlieren. Auf die zweite Schleuse an diesem Tag hätte jeder verzichten können, aber wir mussten ja durch und wurden belohnt. Zwar war auch diese wieder voll, aber nicht so sprudelig und wir legten direkt mit zwei Leinen vorne und hinten an – und nahmen in der Mitte sicherheitshalber eine dritte hinzu.

Da wir aus der Leek wieder rausmussten (Dieser Fluss sollte laut Gino ruhiger und bequemer sein. Leider hatte er uns nicht verraten, dass die dort ansässige Schleuse geschlossen war), verloren wir eine Stunde, mussten wieder auf die Waal zurück. Wir machten etwas früher in Tiel Schluss. Zu diesem kleinen Örtchen gibt es nicht viel zu sagen. Wir machten es uns gemütlich und frönten unserer ersten Serie, die natürlich – der Reise entsprechend – in Dänemark und Schweden spielt. 

Freitag, 12.04.2019: Tiel – De Bijland, ca. 50 km

Kapitän: Junior

Leider war uns die Sonne heute nicht hold, aber das hat unsere Laune nicht gedrückt, denn wir wissen, dass wir im Warmen sitzen können. Schon mehrfach haben wir den Vergleich zu unserer Gulet gezogen und dabei festgestellt, dass wir es bei den momentanen Wetterbedingungen auf der DIALIMA viel besser haben. Auf der Holzlaube müssten wir den weitaus überwiegenden Teil draußen auf der Terrasse verbringen, alles wäre zugig und nur durch eine durchlässige Persenning geschützt, die Heizen nicht wirklich sinnig macht.

Der Tag heute war ohne besondere Vorkommnisse und das hat uns allen sehr gut getan. Es gab keine Schleusen zu bewältigen, die Maschinerie lief perfekt und die Stimmung war gut. Auch wenn einer der Kapitän ist, fährt man hier auf dem Niederrhein schon eher zusammen, da es hier nur so von Schleppern wimmelt, die sich um uns kleinen Floh nicht kümmern.

Dank u wel fürs Zuhören. Frauchen geht jetzt kochen. Die Katze guckt von rechts und ich von links. Das lassen wir uns nicht entgehen.

Kategorien: Allgemein

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4 Kommentare

  1. Boa eh, bsit Du eine coole Socke. So richtig echt mit dem Boot auf dem Meer fahren, Respekt! Und als Du noch klein warst hab ich gedacht, ich müsste Dir die Welt erklären, man war ich blöd… Meine Mamas haben erzählt, dass ich im Sommer auch Boot fahren darf, aber nur ein ganz kleines und nur mit Motor. Das blöde ist, dass ich nur mit aufs Boot darf, wenn ich die Schwimmweste anziehe – dabei habe ich mich mein Leben lang immer gegen ein Geschirr gewehrt ( und war letztendlich damit auch erfolgreich). Bin gespannt mit welchen Leckerchen mich die beiden wieder überreden wollen, die nehme ich natürlich mit 🍗🥩🥖🥕. Ich wünsche Dir jedenfalls noch viel Spaß mit Deinem Rudel! Viele Grüße Momo

    • labbigoeseurope

      14. April 2019 — 17:58

      Hey liebe (Hundeschule-)Kameradin,

      wie schön von dir zu hören. Ich hoffe es geht dir gut.
      Das wird schon mit der Schwimmweste. Ich mochte sie am Anfang auch nicht. Gott sei Dank muss ich sie auch nicht die ganze Zeit tragen. Sie liegt immer griffbereit, falls es mal nötig wird. Aber wenn es ruhig ist, darf ich auch so raus. Nur bei Schleusen- und Anlegemanövern bin ich drin und muss zuhören wie alles läuft.
      Ich schicke dir und deinen Mamas ganz liebe Grüße, vielleicht laufen wir uns im Winter ja mal wieder über die Füße?

  2. Wolfgang hier

    Verratet Ihr Eure weitere Route in die Ostsee?

    Mast u Schotbruch u immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel wünsche ich Euch.

    • labbigoeseurope

      14. April 2019 — 17:54

      Lieber Wolfgang,
      ist samt Karte schon in Arbeit. Sobald wir in der digitalen Wüste Deutschlands wieder genug Internet haben, um den nächsten Blogbeitrag hochzuladen.
      Vorab. Wesel-Datteln-Kanal, Dortmund-Ems-Kanal, Mittelland-Kanal, Elbe-Seiten-Kanal, Lübeck-Seiten-Kanal, Eintritt in die Ostee: Lübeck
      Vielen Dank für die guten Wünsche, seid herzlich gedrückt von uns allen

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