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Zickzack mit der Katz

Logbuch der DIALIMA:

Donnerstag, 18.04.2019, Idensen – Hannover, 30 km (Kapitän: Noah)

Freitag, 19.042019, das Ganze wieder zurück (Kapitän Guny)

Samstag, 20.04.2019, Idensen. – Einmündung Elbe-Seitenkanal, 98 km, 1 Schleuse (Kapitän Eva)

Sonntag, 21.04.2019,Einmündung ESK – Uelzen, 66 km, 1 Schleuse (Kapitän Noah

Montag, 22.04.2019, Uelzen – Lauenburg (Elbe), ca. 65 km, 1 x Schiffshebewerk (Kapitän Guny)

War die Aufregung groß. Wie aus dem Nichts waren alle aus dem Häuschen; Ostern geriet zur Nebensache. Und das nur, weil sich der Tiger eine Auszeit genehmigt hatte. Gut, ich gebe zu, er hätte Bescheid geben können, aber ob man deswegen gleich wieder hätte zurückfahren müssen. Ich hätte das übrig gewordene Futter schon vernascht. Wir hätten es nicht wegwerfen müssen.

Meinen Leuten ist nicht so ganz klar, wie er sich vom Acker gestohlen hat. Morgens um 7 Uhr ward er definitiv noch gesehen und an Bord. Auf dem Weg nach Hannover (alle freuten sich auf einen tollen Bummel durch die Stadt), bekamen Frauchen und der Junior eine komische Vorahnung. Die Katze ließ sich nicht blicken. Das ist zwar zunächst nicht ungewöhnlich, denn am Tag verkriecht sie sich meist in eine ihrer vielen Höhlen. Die sind nicht alle einsehbar, obwohl sich der Junior mit Lampe doch sehr verbog. Aber auch nach unserem schönen Stadtgang, nach dem Spaziergang mit mir (damit sie wirklich freie Bahn hat, wieder rauszukommen, denn manchmal nerve ich sie schon ein bisschen) tauchte sie auf und wir fanden auch keine Spur von ihr. Futternäpfe und Katzenklo blieben den ganzen Tag ohne Katzenkontakt. 

Nach dem Abendessen im rustikalen und mit guten Speisen bestückten Schiffsrestaurant der Marina war klar, der Tiger war von Bord. Die Stimmung sank, das Gedankenkarussell setze sich Bewegung, meine Truppe war ratlos. Was war passiert? Jetzt hatte seit Beginn der Reise alles so wunderbar mit dem Rotschopf geklappt. Er schien entspannt unterwegs zu sein, hatte seinen Rhythmus gefunden, fraß gut und genoss die gemeinsame Zeit am Abend auf dem Sofa.

Wir riefen beim Hafenmeister in Idensen an. Die hatten keine Katze bemerkt. Das war auch klar. Findus würde sich fremden Personen gegenüber nicht zeigen. Es gab nur eine Lösung und das beschlossen wir beim Zu-Bett-Gehen: Wir mussten an den Tatort zurück. 

Gegen 11 Uhr liefen wir wieder in Idensen ein und suchten das Tier zu Fuß und mit dem Rad. Einer blieb immer an Bord, falls er von alleine auftauchen würde. Unsere Telefonnummern verteilten wir wie Werbezettel. Wir ließen nichts unversucht. Guny und Noah nahmen ein paar kleine Reperaturen vor und wir grillten leckeren Lachs mit unserem super Bootsgrill und versuchten so ein bisschen Karfreitag zu feiern. 

Vielleicht war es doch zu viel gewesen für unser Katerchen, vielleicht hatten wir uns doch getäuscht und er war zu alt für so ein Abenteuer. Vielleicht würden wir ihn zurücklassen müssen. Ewig konnten wir nicht warten. Bedrückt gingen wir in unsere Kojen. Es gab nur noch die kleine Hoffnung, dass er sich in der Nacht aus seinem Versteck wagen würde, wenn die Dunkelheit ihn schützt. Er würde auch nicht gleich panisch werden, weil er ja weiß, dass wir hin und wieder weg sind und wiederkommen. Dennoch hatten wir uns alle drauf eingestellt, am nächsten Morgen nur noch zu Viert weiterfahren zu müssen. 

Und damit die Rechnung ohne den Vierbeiner gemacht: Um halb zwei wurde Guny wach und hörte ein ihm durchaus bekanntes Miauen. Dachte er zunächst noch, er würde das Geschehene im Traum verarbeiten, wurde ihm schnell klar, dass die Katze draußen unterwegs war. Sofort weckte er den Rest der Crew und rief nach dem Tier. Findus befand sich zwei Bootsstege entfernt und rief ebenfalls nach uns. Als Frauchen auf den Steg schoss, hatte er schon den richtigen Weg gefunden und stand zur  Abholung bereit. Müde aber glücklich schliefen alle wieder ein. Der Rothaartiger kuschelte sich gemütlich in die Laken und war sich keiner Schuld bewusst.

Natürlich müssen wir das jetzt weiter überdenken. Wir gehen davon aus, dass er in der Stunde zwischen Aufwachen und Abfahrt etwas zu mutig rausgeschossen ist und unser Ablegen verpasst hat. D. h. seine Katzenklappe darf nicht mehr einfach so aufstehen. Und wir müssen uns vor dem Ablegen davon überzeugen, dass er auch wirklich an Bord ist. Ebenso muss er Nächte evtl. auch mal drin bleiben, wenn die Umgebung für ihn (tolle Wiese direkt vor der Nase) zu verlockend ist. Und er muss nun doch den Tracker tragen, den wir schon für ihn besorgt haben. So können wir ihn schneller finden, wenn er abtrünnig ist. Aber jetzt sind wir erstmal happy, dass das Rudel komplett ist.

Aus seemännischer Sicht laufen die Fahrten gerade mit richtig viel Glück. Sowohl in der Schleuse Uelzen, als auch im Schiffshebewerk (dessen zweite Wanne gerade renoviert wird) wurden wir sofort mitgenommen. Das spart Zeit und wir waren jeweils vor drei Uhr am Nachmittag am Liegeplatz. An Ostern eine nette Sache. Wir liegen damit im Zeitplan und haben noch bisschen Zeit für Lübeck und Fehmarn. 

Die Schleuse mit ihren 23 Metern nach unten war schon sehr beeindruckend. Lief aber so gut, dass ein schnelles Foto möglich war:


Während der Talfahrt im Schiffshebewerk gelang Frauchen sogar ein kleines Video. Da Feiertag, war offenbar kein Schuber angekündigt und so beförderte uns der Diensthabende entspannt über 30 m nach unten.


Nach ein paar Kilometer stießen wir in die Elbe, befuhren sie 4,7 km und machten Station in Lauenburg für die Nacht. Morgen geht es nach Lübeck.

Mein geliebter Hahn und ich wünschen euch allen noch einen gemütlichen und sonnigen Ostermontag. Lasst es euch gut gehen. 

Kategorien: Allgemein

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3 Kommentare

  1. Happy End! Ich freue mich mit euch und Findus. Er ist mir doch auch ans Herz gewachsen!

  2. Lübeck gefällt uns jetzt schon.🤗😊

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