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Kanal, Schleusentreppe und mehr See

Schlagartig wurde es wieder labbigerecht. Die Häuser verwandelten sich in Bäume, die Luft wurde reiner, die Geräusche natürlicher und das Tempo wandelte sich von Großstadt-Rasen in Gemütlichkeit. Von einer Sekunde auf die andere wurden wir ruhig und es ging in Richtung Trollhätte-Kanal.

Den ersten Tag bis nach Akersvass begleitete uns strahlender Sonnenschein. Wir genossen jede Minute und ich blieb den ganzen Tag draußen; zwischendurch wurde es richtig heiß. Akersvass ist ein mitten im Grünen liegender Ankerplatz. Unterhalb der alten Schleusentreppe in parkartiger Umgebung wollten wir grillen. Leider richtete sich das Wetter nach dem Bericht und pünktlich um 19 Uhr krachte ein urgewaltiges Gewitter vom Himmel, das uns alle zusammenzucken ließ. Die Umgebung passte sich an und es wurde richtig nebelig, ein verwunschener Märchenwald entstand. Gegrillt wurde trotzdem.

Nach so einem geruhsamen Abend war die Schleusentreppe am nächsten Morgen kein Problem. Das bereits seit vielen Jahren eingespielte Team kam zum Vorschein und wir schleusten die vier Schleusen souverän in 1,5 Stunden durch. Sie waren ein wenig umständlich zu handhaben, da wir die Leinen mangels passender Poller jedes mal um die Treppensprossen legen mussten. Das Zahlen der TrollhätteKanal-Gebühren hätten wir uns allerdings sparen können, die sind nämlich in den Gebühren für den Göta-Kanal inbegriffen, aber das sollten wir erst später bemerken. Unser Ziel sollte Vänersborg werden und wurde es auch. Daran änderten auch die zwei ausstehenden Brücken und die von der Kapitänin unterschlagene 5. Schleuse nichts.

Vänersborg ist der Einstieg in den Vänern, dem größten See der Schweden. Zum Vergleich: Er ist 11 x größer als der Bodensee. Man hat eher das Gefühl auf dem Meer unterwegs zu sein. Auf Anraten eines Schifferkollegen steuerten wir Läckö an und das war kein Fehler.

Wenn ich malen könnte, so wäre Läcko genau der Ort, der auf meinem Zeichenblock entstehen würde. Das barocke Schloss ist natürlich der Blickfang, aber drumherum ist ein Paradies zu finden, das ganz im Sinne der Natur erhalten wird. Schafe mähen den Rasen, das Hotel- und Restaurantgebäude ist mit unbehandeltem Holz verkleidet, ab Juni werden Führungen auf dem Naturlehrpfad angeboten, Wanderwege schlängeln sich durch das gesamte Gebiet und die Duschen liegen romantisch mitten im Wald. Ich wäre gerne noch länger geblieben, aber die Katze kam pünktlich zurück und deswegen gab es keinen Grund am Montagmorgen nicht abzulegen.

In Mariestad lagen wir unterhalb des Doms und die Marina, direkt am Städtchen, zeigte sich in mediterranem Kleid, was sicherlich an der angeknipsten Sonne lag. Das genossen wir in vollen Zügen.

Hier fand ich auch eine tolle Spielkameradin

Bis nach Sjötorp, unserer letzten Station am Vänern, war es lediglich eine Etappe von ca. 20 km. Deswegen wurde die Überfahrt dem Angeln gewidmet. Wir dümpelten mit 5 km/h dorthin, wenn man da nicht entschleunigt, weiß ich auch nicht. Von Erfolg gekrönt war das Ganze leider nicht. Obwohl es in dem See von Fischen nur so wimmeln soll, hat sich keiner an unsere Haken verirrt.

Eine abwechslungsreiche Woche liegt hinter uns. Langeweile kommt nicht auf, weil sich permanent das Terrain ändert. Im Kanal kann man sich kaum an der Umgebung satt sehen, draußen auf dem Meer fühlt man sich ein wenig wie Vasco da Gama und die Schleusenarbeit gibt einem das Gefühl am Ende des Tages etwas geleistet zu haben. Das ist als kleine Fingerübung ganz gut, denn es erwarten uns im nächsten Abschnitt 58 Schleusen auf 190 km. Der Labbi und seine Crew sind gerüstet.

Kategorien: Allgemein

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2 Kommentare

  1. Na, das hört sich ja nach einem besonders entspannenden Abschnitt der Tour an.
    Sehr schöne Bilder, da würde es mir und meinem Rudel sicherlich auch gefallen.
    Wir wünschen euch weiterhin eine tolle Zeit, viel Erfolg und gute Nerven bei den kommenden 58 Schleusen. Die werdet ihr sicherlich wieder souverän meistern.
    Viele liebe Grüße von mir und meinem Rudel, Euer Land-Beagle Lenny.

    • labbigoeseurope

      17. Juni 2019 — 20:25

      Lieben Dank, lieber Lenny, wir sind schon mitten drin. Wobei, heute hatten wir keine einzige und auch keine Brücke, so dass wir schon um 11 Uhr im Hafen lagen. Genug Zeit um ins Göta-Kanal-Museum zu gehen. Viele Grüße von allen an dein Rudel und die Heimat.

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