Trelleborg und somit Schweden wollte uns zunächst nicht ziehen lassen. Der Tag begann mit einem immens starken Sommernebel, so dass sich die vorbeiziehenden Fähren per Hornsignal gegenseitig warnten. Deswegen kamen wir mit 2-stündiger Verspätung in Klintholm an. Da der Wind gut aufgefrischt hatte, war der Hafen schon brechend voll. Wir ergatterten nur noch einen Platz im Fischereihafen. Im Laufe der nächsten Stunden wurde jede Ecke der beiden Häfen zugepackt, sich ins Päckchen gestapelt und im Kampf um den Liegeplatz schon mal die Vorfahrt genommen.

Direkt, wie immer, ging Frauchen eine schnelle Runde mit mir. Ist nach 6 – 7 Stunden Fahrt dringend nötig. Ich spürte gleich, dass wir nicht mehr in Schweden waren. Es roch so anders. Aber so wie Ihr Menschen immer sagt: „Das Gesicht habe ich schon mal gesehen, es kommt mir irgendwie bekannt vor.“, ging es mir auch. Alle Düfte waren mir vertraut, nur roch es frischer, wärmer, einfach nach mehr Vielfalt. Irgendwann fiel dann der Groschen: Wir waren in Dänemark, es war nur nicht mehr so kalt. Es war Sommer geworden.

Und deswegen ging es ziemlich gleich an den Strand und das war herrlich!! Ich tobte den Strand entlang, traf einen coolen Hundetypen und buddelte was das Zeug hielt. Ich war im Labbi-Himmel. Da es über das Wochenende sehr windig werden sollte, blieben wir ebenfalls im Hafen und das kann man in dieser Marina gut genießen. Der Hafen ist bestens eingerichtet, nicht nur für Bootsurlauber. Dort kann man ebenfalls kleine Appartments mieten. An vielen Stellen gibt es Grillplätze, Bars, Cafés und Restaurants. Sogar ein kleiner Supermarkt befindet sich auf dem Gelände. Der Hafenmeister hat seine Anlage gut im Auge und ist sehr aufmerksam. 

Am nächsten Tag pfiff uns der Wind nur so um die Ohren. Alles schaukelte und wackelte. Der Schwell kam bis in die hinterste Ecke des Beckens. Wir brachten zusätzliche Leinen an. Man kam einfach nicht zur Ruhe. Und da geschah es: Nach fast drei Monaten wurde Frauchen seekrank – an Land! Nicht sehr schlimm, aber das permanente Schaukeln schien zu viel. Wir waren alle froh, dass sich das Wetter beruhigte und wir am Montag weiter konnten.

Es ging nach Gedser, dem südlichsten Punkt in Dänemark und die Aussichten waren famos. Der Ankunftstag zeigte sich noch ziemlich verregnet. Aber wir wurden mit einem längsseitigen Liegeplatz entschädigt. Das machen meine Leute für mich möglich, wann immer es geht. Ich kann dann besser aussteigen.

Einen Tag später wurde es sommerlich und wir machten einen langen Ausflug nach Gedser Odde; weiter südlich geht es in Dänemark wirklich nicht. Über drei Stunden waren wir unterwegs. Für Herrchen war das ein bisschen tückisch. Er bekam durch den ablenkenden Wind das Übermaß an Sonne nicht mit und verbrannte sich ziemlich das Gesicht. Auch mich hatte die Aktion ziemlich erschöpft. Ich brauchte erstmal ein ausgiebiges Nickerchen.

Am Nachmittag legte sich endlich der Wind und das sollte auch so bleiben. Das heißt eigentlich, dass die Überfahrt morgen zurück nach Deutschland wunderbar werden wird. Sollte sich die Heimat etwa auf uns freuen? Frauchen hat mal in den Kalender geschaut: Fast ein Vierteljahr waren wir jetzt in Skandinavien unterwegs. Bin gespannt, wie es sich anfühlt zurück zu sein. Ich habe gehört, es soll bei euch sehr heiß sein. Super, wir freuen uns drauf.