Labbi goes europe - Blog

Bequem in Boussenac versus Trubel in Thüringen



Es tut sich wieder was

Die letzten Wochen ist es ziemlich still um mich, den reisenden Labbi geworden. Das hatte seinen Grund: Wir sind ja nicht gereist! Kaum Zuhause angekommen ist der Junior ausgezogen. Er ist nun nur am Wochenende da, was ich nicht sehr lustig finde und das lasse ich ihn die ersten zehn Minuten, wenn er kommt auch spüren. Auch Herrchen und Frauchen hatten eine Menge zu tun.

Letzten Sonntag war es aber wieder so weit. Ich habe es daran bemerkt, dass eine große Tasche gepackt wurde. Allerdings nicht für alle. Nur meine Sachen verschwanden darin. Das habe ich nicht verstanden, bis mich Noah zur Tante gebracht hat. Ich durfte also mit der Verwandschaft in die Großstadt nach Erfurt. In diesem Moment war es mir fast egal, was meine Menschen unternehmen würden, denn in Erfurt wartet ein großes Bürorudel auf mich, das mich von morgens bis abends verwöhnt. Wenn es mir in dem einen Zimmer zu langweilig wird, tappe ich eben ins nächste. Ich finde, jedes Büro sollte einen Hund haben. Tut nicht nur dem Vierbeiner gut.

Boussenac an der Ardeche
Was aber trieben meine Menschen? Gut der Junior geht nun jede Woche seinen Studien nach und lebt sich in Baden-Würtemberg ein. Die anderen zwei haben sich auf den Weg ins Paradies nach Frankreich gemacht. Sie sind zu Anne und Wolfgang an die Ardeche gefahren. Dort waren sie ja bereits ganz oft, aber es geht ihnen immer wieder das Herz auf. Die Anreise funktioniert ein bisschen schneller als mit dem Schiff. Innerhalb von acht Stunden, größtenteils auf französischen Autobahnen, die sich entspannt fahren lassen, waren sie da. Allerdings einen Tag zu früh!!! Wer aber denkt, das würde die Bewohner von Boussenac aus dem Konzept bringen, der täuscht sich. Nach einem kurzen Moment der Überraschung wurden noch ein paar Zutaten in den Topf geworfen und so reichte das Essen für alle. Die Wiedersehensfreude war so groß, dass gleich in Annes Geburtstag reingefeiert wurde. So waren alle am nächsten Tage ein wenig müde.

Beim Ablaufen des Grundstücks hatte sich wieder einiges verändert: Es gibt ein neues Teichhäuschen, die Tochter Iris hat Bienenhäuschen aufgestellt und fährt erste Erfolge als Imkerin ein und die Scheune ist keine Scheune mehr, sondern ist auf dem Weg ein schönes Apartment zu werden. Das Highlight, aber ist die neue Eselin Diane, ein ausgesprochen sanftes Tier, das zu Pinos großem Vergnügen, die Nachfolge seines Vaters und Kumpels Paco angetreten hat. Im Frühjahr gibt es Nachwuchs. Schon am zweiten Morgen begrüßten sie uns lautstark von ihrem Platz aus.



Die Nachmittage werden dann ganz gemütlich auf dem Berg verbracht. Wäre es noch ein wenig wärmer, könnte man den Schwimmteich nutzen und mit den Fischen um die Wette plantschen. Wären meine Leutchen nicht so faul, könnten Sie hinter dem Haus auch eine Partie Tennis spielen oder eine tolle Wanderung durch die französische Landschaft unternehmen. Dieses Fleckchen Erde zu genießen, füllt jeden Akku wieder auf.



Zwei feste Dates an der Ardeche

Für meine Leute gibt es an der Ardeche meist zwei Unternehmungen. Zuerst bummeln sie durch Valence, überqueren den Markt und nehmen in einer kleinen Brasserie (Le Bistro des Clerks) den Plat du Jour ein. Gestern Mittag sogar draußen im Sonnenschein. Trotzdem bereitete Wolfgang am Abend (als hätten sie nicht schon genug gegessen, aber wir sind ja in Frankreich) eine wunderbare Bouillabaisse für seine Anne als Geburtstagsgeschenk und für seine Gäste zu.

Den Tag drauf geht es, jedenfalls, wenn es ein Freitag ist, nach La Voulte auf den Markt. Dort werden ein paar wunderbare französische Lebensmittel für alle Daheimgebliebenen eingepackt. Anschließend gehen sie natürlich, wie es sich hier so gehört, auf ein Bierchen / Weinchen ins Bistro. Einen Teil der Einkäufe haben sie dort gleich verzehrt und an eine entzückende kleine Kollegin abgetreten. Das wäre eigentlich mein Platz gewesen.



Jetzt schlafen wir hier nicht bei Freunden auf dem Sofa, sondern dürfen die Ferienwohnung nutzen, die angemietet werden kann. Hier trifft man auf keine anderen Gäste, erfährt eine wunderbare Ruhe umgeben von Natur und vielen Tieren (zwei Esel, sechs Schafe, sechs Hühner, unzähligen Koi, herumwühlenden Wildschweinen und ein paar Katzen, die auf der Suche nach Futter vorbeischauen).

Währenddessen habe ich die Großstadt unsicher gemacht. Ich konnte souverän zeigen, wie man sich im Aufzug verhält und auch als Bürohund Laut geben kann. Von den Passanten in der Fußgängerzone wollte ich wissen, ob sie wirklich dasgleiche in der Bäckertüte haben, wie wir in Rheinhessen und fast wäre ich noch mit dem Riesenrad gefahren, das gerade auf dem Domplatz seine Runden dreht. Es ging mir herrlich in diesen Tagen und ich habe meine Leute nicht allzu stark vermisst, obwohl auch ich die neue Eselin gerne mal beschnuppert hätte.

Am Samstag findet dann Zuhause wieder die große Familienzusammenführung statt: Der Junior kommt aus seinem Studienort, wir aus dem Osten und Herrchen und Frauchen direkt vom Paradies. Bis dahin lass ich mich noch ein wenig bespaßen und spiele mit Dolly, dem Schaf.




Kategorien: Allgemein

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5 Kommentare

  1. Sooo schön!
    Du darfst jederzeit – du musst – wieder kommen! Dein Erfurter Bürorudel vermisst dich sehr.

    • labbigoeseurope

      15. Oktober 2019 — 20:25

      Das mach ich auf jeden Fall, denn es war irre schön bei euch 😍🎈💖

      • In Boussenac bist du natürlich auch immer herzlich willkommen! Es wird dir gefallen, dein Frauchen hat ja alles sehr schön beschrieben. Da schau ich nun mal mit anderen Augen hin und sehe nicht nur die Arbeit… Merci, liebe Eva, bisous nach Rhein-Hessen

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