Labbi goes europe - Blog

Schlagwort: Dänemark

Dänemark ist so viel mehr als ein Sprungbrett zwischen Schweden und Deutschland.

Trelleborg und somit Schweden wollte uns zunächst nicht ziehen lassen. Der Tag begann mit einem immens starken Sommernebel, so dass sich die vorbeiziehenden Fähren per Hornsignal gegenseitig warnten. Deswegen kamen wir mit 2-stündiger Verspätung in Klintholm an. Da der Wind gut aufgefrischt hatte, war der Hafen schon brechend voll. Wir ergatterten nur noch einen Platz im Fischereihafen. Im Laufe der nächsten Stunden wurde jede Ecke der beiden Häfen zugepackt, sich ins Päckchen gestapelt und im Kampf um den Liegeplatz schon mal die Vorfahrt genommen.

Direkt, wie immer, ging Frauchen eine schnelle Runde mit mir. Ist nach 6 – 7 Stunden Fahrt dringend nötig. Ich spürte gleich, dass wir nicht mehr in Schweden waren. Es roch so anders. Aber so wie Ihr Menschen immer sagt: „Das Gesicht habe ich schon mal gesehen, es kommt mir irgendwie bekannt vor.“, ging es mir auch. Alle Düfte waren mir vertraut, nur roch es frischer, wärmer, einfach nach mehr Vielfalt. Irgendwann fiel dann der Groschen: Wir waren in Dänemark, es war nur nicht mehr so kalt. Es war Sommer geworden.

Und deswegen ging es ziemlich gleich an den Strand und das war herrlich!! Ich tobte den Strand entlang, traf einen coolen Hundetypen und buddelte was das Zeug hielt. Ich war im Labbi-Himmel. Da es über das Wochenende sehr windig werden sollte, blieben wir ebenfalls im Hafen und das kann man in dieser Marina gut genießen. Der Hafen ist bestens eingerichtet, nicht nur für Bootsurlauber. Dort kann man ebenfalls kleine Appartments mieten. An vielen Stellen gibt es Grillplätze, Bars, Cafés und Restaurants. Sogar ein kleiner Supermarkt befindet sich auf dem Gelände. Der Hafenmeister hat seine Anlage gut im Auge und ist sehr aufmerksam. 

Am nächsten Tag pfiff uns der Wind nur so um die Ohren. Alles schaukelte und wackelte. Der Schwell kam bis in die hinterste Ecke des Beckens. Wir brachten zusätzliche Leinen an. Man kam einfach nicht zur Ruhe. Und da geschah es: Nach fast drei Monaten wurde Frauchen seekrank – an Land! Nicht sehr schlimm, aber das permanente Schaukeln schien zu viel. Wir waren alle froh, dass sich das Wetter beruhigte und wir am Montag weiter konnten.

Es ging nach Gedser, dem südlichsten Punkt in Dänemark und die Aussichten waren famos. Der Ankunftstag zeigte sich noch ziemlich verregnet. Aber wir wurden mit einem längsseitigen Liegeplatz entschädigt. Das machen meine Leute für mich möglich, wann immer es geht. Ich kann dann besser aussteigen.

Einen Tag später wurde es sommerlich und wir machten einen langen Ausflug nach Gedser Odde; weiter südlich geht es in Dänemark wirklich nicht. Über drei Stunden waren wir unterwegs. Für Herrchen war das ein bisschen tückisch. Er bekam durch den ablenkenden Wind das Übermaß an Sonne nicht mit und verbrannte sich ziemlich das Gesicht. Auch mich hatte die Aktion ziemlich erschöpft. Ich brauchte erstmal ein ausgiebiges Nickerchen.

Am Nachmittag legte sich endlich der Wind und das sollte auch so bleiben. Das heißt eigentlich, dass die Überfahrt morgen zurück nach Deutschland wunderbar werden wird. Sollte sich die Heimat etwa auf uns freuen? Frauchen hat mal in den Kalender geschaut: Fast ein Vierteljahr waren wir jetzt in Skandinavien unterwegs. Bin gespannt, wie es sich anfühlt zurück zu sein. Ich habe gehört, es soll bei euch sehr heiß sein. Super, wir freuen uns drauf.

Maststellung in Frederiksvaerk

Auf dieses Fleckchen Erde waren wir gespannt, mein Rudel und ich, denn hier sollte Großes geschehen. Da war es auch nicht weiter schlimm, dass der Hafen in den Törnführern nicht all zu nett beschrieben wird. Grund hierfür, und das bestätigte uns auch der Vorbesitzer der DIALIMA, Hr. Jensen, auf den wir trafen, war das alte Stahlwerk. In der Tat war das kein recht schöner Anblick, aber anstatt nach links kann man ja auch nach rechts schauen und dann blickt man in einen traumhaft idyllischen Fjord, mit einer wirklich ansehenswerten und sehr aufgeräumten Marina. Von dem dahinter liegenden Ort bekamen nur der Kapitän samt Junior etwas mit, anlässlich der Besorgungen, die sie zu erledigen hatten.

Die Tage hätten wettertechnisch nicht unterschiedlicher sein können. Gab es am ersten Tag den Mischmasch, den wir die ganze Zeit schon erleben, wurde es am zweiten Tag so frühlingshaft, dass wir uns alle (inkl. mir, weil ich die Nase unbedingt in die Sonne strecken wollte) das Gesicht ein wenig verbrannten. Die Abreibung dafür gab es am dritten Tag, pures Aprilwetter ohne Sonne, jedoch mit einer kräftigen Portion Novemberflair. Aber darum ging es in diesem Tagen nicht.

Der Rigger, der, der die Masten, Takelage und Segelaufzieht, war für Donnerstag bestellt und vorher musste fast das gesamte Material noch intensiv gesäubert und poliert werden. Auch der Umzug unseres Glomex (Internet) an den ca. 10 m hohen Mast war besser heute, als morgen in luftiger Höhe zu erledigen. Alle Zweibeiner ließen die Finger rund gehen und ich trug die gesamte Verantwortung.

Zur Belohnung gab es ein Eis oder einen Burger oder beides, ich jedenfalls bekam den Großteil der Pommes.

Donnerstag ging es in der Tat hoch her und ich hätte nicht gedacht, dass am Ende des Tages aus dem Chaos aller Drahtseile und Leinen die komplette Maststellung erfolgen würde. Aber der Rigger schien zu wissen, was er tat, auch wenn ich zwischendurch desöfteren ein „I guess“, „I‘m not sure“ and „May be“ mitanhören musste. Selbstverständlich packten alle mit an. Auch der Voreigner, mit seinen fast 80 Jahren, wieselte wie nichts zwischen Steg und Boot hin und her. Am Abend waren alle so platt, dass es nur noch für ein wenig Serie gucken reichte, dann waren wir in unseren Kojen verschwunden.

Leider drückte uns ein wenig, die Tatsache, dass der Glomex in derart luftiger Höhe nicht arbeiten wollte. Offenbar wurde er nicht ausreichend mit Strom versorgt.

Deswegen standen wir am „Langen Freitag“ (Feiertag in Dänemark, an dem die Dänen nach Deutschland zum Shoppen fahren) früh auf, besorgten ein dickeres Elektrokabel und eine neue Haltevorrichtung für unser sensitives Internet-Ei und Noah wurde an eine echte Mutprobe herangeführt: Denn einer musste nach oben, um den Glomex wieder abzumontieren. Wir hatten ausbaldowert, dass uns die ursprüngliche Höhe des gefühlt rohen Plastik-Eis in der Nutzung durchaus zufriedengestellt hatte und dass es eher hinderlich war, den SIM-Kartenhalter so weit oben zu befestigen. 

In der Tat waren wir alle Vier sehr aufgeregt, als wir das Schiff erneut an den Schiffskran umlegten, damit der Junior sicher hochgezogen werden konnte. Dafür nutzten wir einen entsprechenden Schnürsitz, in den Noah verschalt wurde, um nach oben gezogen werden zu können. Frauchen war so konzentriert mit Sichern beschäftigt, dass sie zugunsten der Unversehrtheit des eigenen Kindes an dieser Stelle auf eine bildliche Dokumentation verzichtet hat. Am Ende stand der wirklich cool, aber auch verantwortungsbewusst agierende Spross mitsamt Glomex wieder auf sicherem Terrain und alle waren doch ein bisschen schwer erleichtert.

Hr. Jensen tauchte auch an diesem Tag wieder auf und ließ es sich nicht nehmen, uns darin zu unterstützen, alle Segel aufzuhissen, um sie dann wieder gut zu verpacken, damit wir auf unserer weiteren Reise darauf zurückgreifen können. Alleine hätten wir das nie geschafft. Selbst Hr. Jensen musste ein paar Mal intensiv nachdenken, wie alles nun wirklich zusammen gehör (Video)

Dafür bekommen sie von mir auch alle Mann ein dickes Lob, denn unter wirklich üblen Wetterbedingungen haben sie schwer und mit nur einer Teepause geschuftet und das Boot für den nächsten Reisetag gesichert, während ich die meiste Zeit im Körbchen schlummern durfte. Ganz süß: Hr. Jensen hatte uns zusammen nach Helsingör mit seiner Frau zum Essen einladen wollen, aber wir müssen leider weiter: ein neues Land ruft nach uns. Morgen geht es nach Schweden 🇸🇪 

Dänemark und deren Landsleute sind wirklich eine Reise wert. Wir finden sie super sympathisch, sehr hilfsbereit und immer freundlich. Nur über die Schweden lästern sie ein bisschen, aber das kennen wir zwischen den Mainzern und Wiesbadenern ja auch. 

Egal, ich freu mich jedenfalls auf die westlichen Schären, obwohl ich noch gar nicht so genau weiß, was das ist. Ob es sich futtern lässt?

Fangfrische Forellen und mehr in Gilleleje

Letzten Freitag sind wir schon ein wenig schweren Herzens und extrem früh von Kopenhagen, dieser tollen Stadt gestartet. Mit ca 60 km hatten wir uns Einiges vorgenommen. Das Wetter schien ruhig, die Wellen niedrig. Dennoch wurden wir auch auf dieser Etappe vor eine Herausforderung gestellt: Ungefragt tauchte plötzlich direkt vor uns eine riesige graue Küchensuppe auf. Frauchen wäre natürlich am liebsten in den nächsten Hafen eingelaufen. Mittlerweile hat sie aber schon begriffen, dass das nicht die Form von Abenteuer ist, die beim männlichen Teil der Mannschaft vorherrscht. Außerdem war sie leider nicht Captain an diesem Tag.

An dieser Stelle ist ein Loblied auf die Technik anzubringen. Mithilfe des Plotters (Navi für Schiffe) konnten wir genau sehen wie wir fahren. Und dann die Apps, ohne die wir gar nicht mehr ablegen wollen. Mit „Windy“ können wir genau das Seewetter checken. Deswegen konnten wir auch gleich sehen, dass wir „nur“ eine gute Stunde in dem Nebel würden ausharren müssen. Und mit „Schiffsradar“ (im übrigen alles keine Werbung und bezahlte schon mal gar nicht) können wir sehen, wer sich in unserem direkten Umfeld so rumtreibt, egal ob Cargoschiff oder kleines Fischerboot. So wurschtelten wir uns durch und abgesehen von zwei verknuddelten Angelleinen gestaltete sich die Überfahrt ruhig und schon gegen halb 2 zurrten wir die Leinen in Gilleleje fest. Beeindruckend auf diesem Weg die Meerenge zwischen Helsingör (DK) und Helsingborg (S). Die beiden kreuzenden Fähren ließen wir großzügig durch.

Von dem Bade- und Fischerort Gilleleje waren wir restlos begeistert und von der plötzlichen Lebendigkeit einer dänischen Marina schwerstens entzückt. Gleich zu Beginn hatten wir einen beeindruckenden Kontakt mit der Werft. Routinehalber war der Impeller auszutauschen. Noch in Deutschland hatten wir uns die Finger wund telefoniert und keinen Termin bekommen. Hier kam der Mechaniker gleich mit und tauschte das gute Stück aus. Der Außenborder war leider nur komplett zu ersetzen, die Pleuelstange war hin. Aber auch hier wurden wir gut beraten und würden den Neuen schon am Montag bekommen.

So stellten wir uns auf ein nettes Wochenende ein und wurden nicht enttäuscht. Zwar immer noch frisch, aber komplett sonnig, pilgerten wir die Strände entlang, ergötzten uns an den schönen Häuschen der immerhin 6.000 Einwohner und erkundeten das Städtchen. Und am Samstagmorgen wurde es voll, ein richtig kleiner Erholungsort der Dänen. Viele Kopenhagener fahren hier gerne im Sommer und an Wochenenden hin. Wir bekamen die zweite Regatta der Saison mit und ließen uns auf das Frühlingstreiben ein. Nun standen wir auf der anderen Seite was die Bekleidungsmodalitäten anbelangt. Anders, als wir es im Süden erleben, wanderten wir nun eingemummelt mit Mütze und Schal durch die Gassen, während die Dänen in kurzen Hosen und Flipflops über die Promenade wandelten. Ganz besonders freuten wir uns auf den frischen Fisch, den es direkt im Hafen zu kaufen gab und den wir uns noch am gleichen Abend lecker zubereitet haben.

Auch am Sonntag schien halb Gilleleje auf den Beinen. Die Geschäfte und Cafés waren geöffnet. Allerdings überstürzt sich das dänische Bewirtungspersonal nicht, wenn man eine Lokalität betritt, sondern legt eher eine nordische Gelassenheit an den Tag. Sie haben definitiv keine Angst, dass man als Gast wieder geht, wenn man nicht auf seine Wünsche angesprochen wird. Auch waren wir stets wieder früh auf dem Schiff, wenn wir essen gingen; das Abendgeschäft ist hier spätestens um 21 Uhr Geschichte und die Läden dicht. Frauchen wurde anlässlich des auch in Dänemark stattfindenden Muttertags am Abend zum Essen eingeladen. Sie hatten den Tisch für 19 Uhr reserviert, waren damit die letzten Gäste die eintrudelten und bei Frauchens Esstempo natürlich die letzten Gäste, die das Restaurant verließen.

Am Montag wurde dann wieder „gearbeitet“. Der Außenborder wurde abgeholt und angebracht und der vormalige Eigentümer kam und besprach mit uns die Maststellung am Donnerstag in Frederiksvaerk durch. Am Ende kontrollierten wir noch, ob wir dafür auch alles dabei und vorrätig hatten und plauschten ein wenig mit Hr. Jensen über das nun uns gehörende Schiff und seinen Erlebnissen damit.

Nach all der Action an der frischen Luft habe auch ich mich wieder an den Schreibtisch gesetzt und wüst über die passenden Formulierungen für diesen Blog nachgedacht.

Akkus aufladen im entspannten Kopenhagen und schicken Malmö

Der „Lange Linie-Hafen“ war die letzten Tage unsere Heimat und das war (eingeschlossen des sehr netten Hafenmeisters) die richtige Entscheidung für uns. In der Nähe der „Kleinen Meerjungfrau“ und einer äußerst gepflegten Parkanlage rund um das Castell (für meine Gassi-Runde) waren wir bestens aufgehoben und fühlten uns schon nach wenigen Stunden als Teil dieser Stadt.

Mein Rudel erkundete die dänische Hauptstadt mit dem Rad. Das fanden sie eine dolle Sache. Innerhalb weniger Minuten waren sie an Ort und Stelle, so dass sie eine Menge zu sehen bekamen. Sie finden Rad fahren in Kopenhagen klappt noch besser als in Amsterdam, weil es sich nach mehr Einklang zwischen Rad, Auto und Fußgänger anfühlt. Man muss allerdings schnell die Zeichen lernen. So heißt eine kurz nach oben ausgestreckte Hand: Achtung, ich halte gleich an. Wäre dem Junior fast zum Verhängnis geworden, aber Unfälle wollten wir ja ab jetzt auslassen. Auch sind die Radwege so breit, dass die Gemütlichen rechts und die Flotten links fahren. Super klappt das auch mit den elektrischen Rollern (s. Bild unten), die an jeder Ecke gemietet werden können und am Ziel – sicher geparkt – einfach abgestellt werden können.

Lassen wir an dieser Stelle einfach Bilder sprechen:

Als Hobby-Kulinariker hat uns der Foodmarket und der Nyhavn am besten gefallen. Herzlichen Dank auch von unserem lieben Freund Wolfgang: Wir haben das Heringsbuffet gefunden und sehr genossen.

Während ich von Kopenhagen eher die Parkanlagen ausgiebig ausschnüffeln konnte, durfte ich mit nach Malmö-City. Nach eingehender Diskussion wurden die Pläne erneut ein wenig verändert, wobei, ehrlich gesagt, sind wir bislang fast keinen Hafen angelaufen, den wir im Vorfeld am Wohnzimmertisch geplant hatten. Aber so ist das nun mal mit dem Seefahrer-Leben.

Da sich das Wetter also wieder gegen unsere Reisepläne stellen würde, nahmen wir uns für einen Tag einen Leihwagen und fuhren nicht unter der Öresund-Brücke durch, sondern über sie drüber.

In Malmö selbst haben wir uns dann sehr wohl gefühlt. Endlich wollte mal eine junge freundliche Polizisten meinen 1a-gepflegten Heimtier-Ausweis sehen. Wir begannen unseren Spaziergang bei Lilla Torg und verbrachten den Vormittag rundum die Altstadt. Nach einem leckeren Mittagessen haben wir uns dann das „Turning Torso“ mit samt dem topmodern anmutenden Viertel angesehen, das gerade entsteht, einen Blick in die Marina geworfen, in der wir gelegen hätten, und ein bisschen Shoppen im Emporia musste auch sein. Ich habe mich wunderbar citytauglich benommen und großes Lob eingeheimst.

In dieser Woche haben wir uns vorbildlich benommen: Keiner ist aus der Reihe getanzt, niemand hat das dänische Gesundheitssystem in Anspruch genommen oder ist sonst wie auffällig geworden. Wir waren alle lieb und haben sehr lecker gegessen.

Gerade wird diskutiert wie es weiter geht, bleibt also dran und schaut euch weitere Videos bei labbigoeseurope an.

Sieben Stiche und eine Sandbank bis nach Kopenhagen

Stubbekobing – Kalvehave, ca. 30 km

Dann waren sie da – die Abenteuer und nicht zu knapp. Deswegen sind wir jetzt, in Kopenhagen liegend, froh ein paar ruhige Tage verbringen zu können.

Angefangen hat alles damit, dass wir Stubbekobing am Freitag morgen gut gelaunt und voller Tatendrang verlassen haben. Der Wind hatte sich gelegt, die Sonne schien, wir waren gerade am Überlegen, ob wir unsere Tour nicht um ein paar Seemeilen verlängern sollten, da ruckte es zweimal kräftig und wir waren auf eine Sandbank aufgefahren. Davon gibt es im Gronsund eine Menge und das weiß mein Rudel natürlich auch, aber durch die vielen Wellen verschieben die sich auch gerne mal und sind dann nicht so genau, wie auf dem Plotter dargestellt.

Während Frauchen dann am liebsten die Feuerwehr, Küstenwache und Bergrettung auf einmal rufen würde, ist bei den männlichen Mitgliedern der Crew (der Kater natürlich ausgenommen, der verschläft eher die wahren Aktionen) die Abenteuerlust geweckt. Nachdem das Herausfahren mittels Motor und Bugstrahlruder nicht gelang, wurde der Tender klar gemacht und man wollte sich damit an der Spitze nach der Seite rausziehen. Was dadurch verhindert wurde, dass der Motor des Beiboots mit einem seltsamen Geräusch den Geist auf gab. Auch die zweite Idee, den Anker auszubringen und sich am festgezogenen Anker rauszuziehen klappte nicht. Wir blieben schön fest auf der Sandbank sitzen. Also ging der Kapitän erneut ans Steuer und malträtierte die Maschinerie so lange, bis die Sandbank nachgab und wir wieder frei schwammen. Die Frage, in Kalvehave festzumachen war wortlos beschlossen. Dort unternahmen wir noch eine schöne Wanderung an die etwas höher gelegene Kirche und genossen in gemütlicher Atmosphäre das auch hier vorherrschende, unberechenbare Aprilwetter in Dänemark.

Kalvehave – Rodvig, ca. 30 km

Die Fahrt nach Rodvig war dann erfreulich ereignisarm.Dort angekommen unternahm jeder was er wollte: die Herren gingen angeln, während Frauchen und ich die Ortschaft erkundeten.

Am Abend wollten wir dann mal so richtig dänisch essen gehen, was uns bislang nicht gelungen war. Wir landeten in einem sehr netten Restaurant mit gemütlichem Ambiente, das von einem sympathischen Berliner geführt wird. Auf der Suche nach einem Hausboot war er an diesem Zipfel Europas hängengeblieben und bereitet nun leckere Fischgerichte zu. Eine nette Begebenheit.

Rodvig über Koge nach Dragor (Vorort von Kopenhagen), ca. 70 km

Dieser Tag ging für mein Rudel völlig schief, aber Ende doch gut aus.

Es begann wie immer: Herrchen und ich übernahmen die Frührunde und sammelten schon mal ein paar Schritte. Bei der Rückkehr ans Boot hopste ich zuerst über die Rampe an Bord, Herrchen folgte und dann (ich hab‘s ja nicht so genau gesehen), rumste und schepperte es hinter mir. Sowohl meine Rampe, als auch Herrchens Schienbein waren kaputt. Das hatte zur Folge, dass ich ewig auf mein Futter warten musste und alle wie wild durcheinander liefen.

(Gedankt sei an dieser Stelle auch den total freundlichen Sanitätern der dänischen Ambulanz und dem aufrichtig bemühten Personal in der Klinik)

Ich habe der ganzen Aufregung entnommen, dass Herrchen in Kobe am Schienbein genäht werden musste (Foto nur auf Anfrage). Das bedeutete für Frauchen, den Junior und mich natürlich die nächste Feuerprobe: Wir beschlossen allein nach Koge (ca. 40 km) zu fahren, um das in Verlust gegangene und nun gehbehinderte Crewmitglied wieder einzusammeln. Und es ging, bis auf die Tatsache, dass wir einen kurzen Moment im falschen Hafen unterwegs waren, richtig gut. Wir verfuhren uns ansonsten nicht, schrotteten keine Fischernetze und reparierten sogar noch eine Fahrradbremse nebenbei – Dank meiner Oberaufsicht.

Nachdem wir das abtrünnige Rudelmitglied wieder an Bord hatten, ging es weiter nach Kopenhagen. Wir wollten im Zeitplan bleiben, da wir jetzt einen Mast-Termin am 16. in Frederiksvaerk bekommen haben. Das brachte uns einen 4er-Wind ein, was ich überhaupt nicht leiden kann,. Wir sind dann aber nicht ganz bis in den Hafen „Lange Linie“ direkt nach Kopenhagen gefahren, sondern haben im Vorort Dragor Halt gemacht. Dort bin ich auf einen sehr sympathischen Kumpel getroffen, der so von mir begeistert war, dass er bis in den späten Abend vor dem Schiff blieb. Die restlichen paar Kilometer haben wir am Montagmorgen sehr früh abgeschrubbt. Hat dafür aber kaum geschaukelt.

Ein schönes Highlight wird es wahrscheinlich im August auf der Heimfahrt noch geben: Meine lieben Geburtshelfer (Nordlights) ziehen um und liegen damit genau auf unserer Strecke. Dann kann ich Mama mal zeigen, was ich für ein tolles Mädchen geworden bin 🥰🥰🥰

Wir sind in Dänemark! Und mit denen läufts

Burgtiefe /Fehmarn – Stubbekobing (Dänemark)

Wir hatten eine richtig schöne und ruhige Überfahrt und – eine lange. Wir haben letztendlich über 90 km in elf Stunden zurückgelegt. Und das wird wohl auch die Strategie der nächsten Tage sein: An Tagen, an denen es windmäßig vertretbar ist , versuchen weit zu kommen, um dann an ungemütlichen Tagen im „Hafenkörbchen“ bleiben zu können. Tja, so ist es jetzt, nicht wir bestimmen, sondern das Wetter zeigt uns, wann wir fahren, wie weit wir kommen und wie lange wir liegen bleiben. Ist man als so eng getaktetes Lebewesen mit rasendem Alltag nicht gewöhnt, hat aber was.

Am Abend vor unserer Abfahrt kündigte sich die Wetterberuhigung an und rund ums Boot wurde alles für die Überfahrt vorbereitet. Auch ich musste meinen Teil dazu betragen und eine gewisse Zeit mit der Schwimmweste rumturnen, damit ich im Fall der Fälle nicht rumzappele.

Die Ostsee zwischen Fehmarn und Gedser zeigte sich von ihrer Schokoladenseite, was ich sehr nett fand, denn ich habe jetzt herausgefunden, wie das mit den Wellen und mir ist: Am liebsten bin ich vorne und erschnüffele mir die „Meereszeitung“. Das riecht alles so komplett anders, als ich es von den Feldrändern kenne. Hunde scheinen hier nicht so oft vorbeizukommen, es duftet eher maritim bis amphibisch. Schwer interessant. Total. Zu viele Wellen mag ich aber nicht, dann werde ich auch direkt nach hinten gerufen, da ist es ruhiger und ich kann auch keine Dummheiten machen (als würde ich mitten auf der See eine Möwe erjagen wollen).


Da es so famos lief, entschied das Rudel auf der Höhe von Gedser, gleich bis nach Haesnaes weiterzufahren, so nach dem Motto, was wir haben, haben wir. Und dann machen die ja manchmal Sachen, die kann man als vernunftbegabter Labbi nicht nachvollziehen, aber man ist ja von Hause aus treu. Wir hatten also in Haesnaes um 16 Uhr angelegt, den Strom angeschlossen, nochmal umgelegt, weil das besser schien, den Hafenmeister gesucht und nicht gefunden, den Strand erblickt; all das nur um dann wieder abzulegen und wieder wegzufahren? Herausgehört habe ich nur, dass hier in diesem Örtchen weniger als nichts zu finden war (hatte Frauchen ja nicht von Anfang an betont!) Das schien für die kommenden Tage etwas schwierig in Sachen Wetterbeobachtung zu sein und es gab ja noch das große Projekt des eigenen Internets. Deswegen brauchte es die ein oder andere Einkaufsmöglichkeit.

So landeten wir dann gegen 6 Uhr am Abend in Stubbekobing und haben es nicht bereut. Der Wind der vergangenen zwei Tage ist wirklich nicht ohne (Video auf Instagram @labbigoeseurope)und den Technikern und ITlern an Bord sei Dank: Wir haben jetzt unser eigenes Netzwerk an Bord. Sind also endlich von allen doch schwach funktionierenden WIFIs und der knauserigen GigaByte-Verteilung unabhängig.

Die Details habe ich jetzt auch nicht so auf der Pfanne, aber mit diesem lustigen Halb-Ei, sind wir in der Lage Internet zu empfangen (Reichweite ca. 20 sm bei freier Sicht auf die Funkmasten). In den Glomex steckt man dann eine SIM-Karte und jetzt kommt der Hammer: in Dänemark (und später auch in Schweden) haben die das im Griff.!!! Hier gibt es 200 GB für 30 Tage, kostet in etwa 27 €, bei flächendeckendem 4 G. Weitere Bemerkungen erspare ich mir an dieser Stelle, obwohl ich mich schon wundern muss, wie zähflüssig das in meiner Heimat laufen muss. Unsere Kommunikation jedenfalls ist gesichert und wir können nun auch auf dem Meer die Wind- und Wetterlage checken, ohne dauernd mit unseren nicht nennenswerten Datenvolumen haushalten zu müssen.

An den Tagen im Hafen ist uns überhaupt nicht langweilig. Es werden die Vorräte aufgestockt, Wanderwege erkundet, das Schiff auf Vordermann gebracht und die ortsansässige Restauration getestet.

Auch mit der Katz‘ hat Frauchen ein Agreement gefunden: An Abenden vor wichtigen Schlägen, darf er nicht raus. Damit muss er leben. In allen anderen Nächten muss er sich melden, bekommt dann seinen Tracker an und das Fenster auf. Entzückenderweise lässt sich das Katzentier drauf ein. Er wird noch richtig kommunikativ und ich ein wahrer Fan von ihm. Leider ist ihm meine Leidenschaft das ein oder andere Mal zu üppig. Spaßbremschen.

Was gibt es heute eigentlich zu essen?

Tak fürs Zuhören!

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