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Mit Heiligenhafen und Fehmarn hat uns Deutschland wieder

Die Überfahrt zurück nach Deutschland, ich kann es euch sagen, war weich wie Butter. Es war warm, weitsichtig und die Ostsee glatt wie Seide. Wir fuhren geradewegs in den Sommer, saßen bereits während der Fahrt in T-Shirts und kurzen Hosen auf dem Vorschiff. Ich durfte die ganzen fünf Stunden ohne Schwimmweste draußen bleiben und habe das sehr genossen. Natürlich wurde, auch wenn es ein wenig lächerlich aussieht, auf meinen Sonnenschutz geachtet.

In Heiligenhafen angelegt, ging der Rummel schlagartig los. Die Marina, die gut 1000 Liegeplätze zur Verfügung stellt, war gut voll. Das Glück war auf unserer Seite, denn wir durften bis Samstag auf dem Liegeplatz bleiben und mussten nicht umlegen. Mit 34 Grad und einer leichten nordischen Brise fühlten wir uns ausgesprochen wohl. Gewöhnen mussten wir uns allerdings an die Menschenmassen. So viele Urlauber auf einen Schlag waren wir gar nicht gewohnt. Ebenfalls neu für uns war das Gefühl, länger als eine Nacht in einem Hafen zu liegen. Es gefiel uns. Man lernt die Nachbarschaft ein bisschen genauer kennen und rast nicht so die Ortschaften ab, sondern kann einiges gelassener angehen.

War das Gefühl nach über drei Monaten wieder zurück in Deutschland zu sein ein besonderes? Nein, ich denke nicht. Man ist nur die ersten Augenblicke ein wenig erstaunt, dass so flächendeckend deutsch gesprochen wird. Aber nach zwei Tagen legt sich das rasch wieder. Und da wir noch nicht so häufig im Norden unterwegs waren, bestand nach wie vor das Gefühl, Neuland zu erobern.

Für mich gab es einen ganz tollen See, indem ich viel schwimmen durfte. Das hat mir mächtig gefallen und ich habe meine „Bob, der Baumeister-Sand-Qualitäten“ entdeckt. Noah streckte seine Fühler nach einem KITE-Kurs aus. Er wollte sich in den Wind stürzen. Hier in Heiligenhafen wurde es aus zeitlichen Gründen nichts, aber in Burgtiefe / Fehmarn würde er ab Samstag ins Geschehen einsteigen. Das war auch der Grund warum wir nach drei Tagen trotz 5er Wind losfuhren. Die Wellen sollten nicht allzu hoch werden und die Fahrt nur 2,5 Stunden dauern. Bei der Wellenhöhe hat der Kapitän wohl ein bisschen geschummelt. Wir mussten doch sehr gegen ca. 1-Meter hohe Wellen ankämpfen und hatten unseren Schaff, in die Tonnenstraße einzubiegen. Auch das Anlegemanöver war wenig souverän. Die Box ließ kaum Platz und der Wind schob uns fast quer. Eine liebe Nachbarin sprang jedoch gleich zu Hilfe und so lagen wir doch fest vertäut am Rundsteg. Hier mussten wir einen Tag später nochmal umlegen, aber jedes Anlegemanöver bei Wind ist eine gute Übung.

In Burgtiefe sollten wir eine Woche wohnhaft werden. Noah stieg am Sonntag in seinen Kite-Kurs ein, der Kapitän organisierte das Legen der Masten, Frauchen tippte wieder eifrig in die Tasten und ich kümmerte mich um die vielen Hundefreunde, die es zu beschnuppern gab.

Dienstag leisteten wir die Vorarbeit für den Rigger und zogen schon mal die Segel raus, klemmten die Elektronik ab und verpackten alles in unserem Kellerloch. Mittwoch begutachtete der Kranführer die Vorarbeiten, war mit uns zufrieden und legte gemeinsam mit dem Rigger die Masten. Am Ende waren wir doch froh, die Fachleute mit ins Boot geholt zu haben. Zwei Masten zu legen ist natürlich eine machbare Sache, aber das Know-how hat geholfen und den ein oder anderen Tipp haben wir ebenfalls mitgenommen. Auch wenn so ein Mast nur aus Alu ist, sollte er sich eben nicht ungebremst in Bewegung setzen (Worte der Sicherheitsbeauftragten). Am Donnerstag wurde zuguterletzt alles noch mobil an Bord befindliche fest verzurrt und der Rest des Tages wurde Ordnung gemacht, damit sich unser Wochenendbesuch auch wohlfühlen würde.

Noah hatte mit seinem KITE-Kurs leider enormes Pech. So verdünnisierte sich der Wind nach seinem ersten Tag in Aktion und tauchte die ganze Woche nicht wieder auf. Er hat zwar die Grundlagen erfahren, die Theorie bestanden und somit Level 2 erreicht (was wichtig für das Ausleihen des Equipments an anderen Orten ist). Leider aber seine zweite Praxiseinheit nicht mehr machen können. Sehr fair von der KITE-Schule war, dass sie uns einen Teil des Geldes zurückerstattet hat.

Nora und Stephan kamen am Freitagmorgen bei uns an und würden bis Lübeck bei uns mitfahren. Nach einem stärkenden Frühstück ging es an den Strand. Dort fand ein Beachvolleyballturnier statt, dem wir begeistert beiwohnten. Leider erlebten wir nur den ersten Tag mit, so dass wir die Sieger lediglich durch Internetrecherche in Erfahrung brachten. Die Stimmung eines solchen Turnieres ist jedoch unvergleichlich.

Samstag früh ging es los, Richtung Travemünde, einem Stadteil von Lübeck. Die Überfahrt war nett und wellenlos, sodass Nora und Stephan gut für ihren eigenen Bootstrip im September üben konnten, was sie auch eifrig taten: Im Schnellkurs bekamen sie diverse Anlegemanöver, sämtliche Knoten und Maschinenkunde beigebracht. Ich freute mich sehr, denn ich führe gerne ein großes Rudel an – und mehr zu futtern gab es auch.

Wir machten direkt vor dem historischen Segler „Passat“ fest und besichtigten das Schiff im Eilverfahren, da es nur nur noch 20 Minuten begehbar war. Für einen umfassenden Eindruck hat es dennoch gereicht. Im Gegensatz zu früher reisen wir heute äußerst komfortabel. Am Abend ging es die Strandpromenade entlang. Fünf verschiedene, leckere Flammkuchen und ein heißes Yatzy-Duell bildeten den Abschluss des Abends und kündigten das Ende der offenen Seefahrt an.

Am nächsten Tag sollte es nach Lübeck gehen, was uns auch problemlos gelang. Die Boxen im Hafen waren leer und groß genug, so dass Nora sich in der Kunst des Anlegens üben konnte. Übel schien nur die Nachricht, die mein Rudel direkt am Steg vom benachbarten Bootsführer erhielt. Kurz darauf saßen alle am Tisch, wälzten die Bücher, tippten auf dem Tablet durch verschiedene Seiten und rechneten emsig viele Kilometer durch. Irgendetwas schien komisch, denn am Ende beschlossen sie, erstmal nicht weiterzufahren und abzuwarten. Ich verstand es nicht, denn am Schiff ist nichts kaputt und an Bord auch keiner krank.

Am Ende machten wir doch noch einen Bummel durch Lübeck und ich zeigte unseren beiden Gästen das Holstentor, das ich ja schon im April kennengelernt habe.

Am Abend gingen wir im Hafenrestaurant essen und deren Currywurst mit Pommes und Trüffelmayonaise muss man einmal im Leben genossen haben. Ich kann das beurteilen. Ich bekomme ja immer ein Stück mitgebracht.

Dann war es mit dem Besuch auch schon wieder vorbei. Nora und Stephan stiegen in ihr Auto und düsten zurück in die Heimat. Einer muss am Montag ja das Büro aufschließen. Gut, dass ich es nicht bin.

Wie es mit uns weiter geht, werden die nächsten Tage zeigen. Gut, dass wir noch ein paar Tage Extra-Zeit im Gepäck haben. Bleibt mir also gewogen und schaut wieder rein. Ich freu‘ mich. Bis dahin sind wir einfach ein bisschen kreativ.

Vier-Städte-Tour

Lübeck, Neustadt, Grömitz und Burgtiefe (Fehmarn)

Lübeck23./24.04: Landgang

In den Büchern steht, dass Lübeck eine der schönsten Städte des Nordens sei. Das können mein Rudel und ich bestätigen. Am Dienstag haben wir nicht mehr viel gemacht. Mein Rudel freut sich ja immer tierisch, dass alles so gut klappt, dass wir „superfrüh“ am Liegeplatz sein werden. Ha ha, bis wir dann wirklich fest liegen und alle Arbeiten verrichtet sind, ist es doch meist halb 6 / 6. Dabei zeige ich denen immer, dass ich am Mittag keine so große Runde brauche. Ich verrichte dezent meine Geschäftchen, bleibe demonstrativ mitten auf der Straße stehen und blicke stoisch Richtung Schiff. Auch ich möchte einfach mein neues Zuhause mal ohne Motorenmusik im Hintergrund genießen.


Schleusenwärterin Leila: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Deswegen habe ich sie am nächsten Tag alle mal von Bord geschickt. Nur die Vierbeiner durften bleiben: Noah ging trainieren, der Kapitän suchte einen Bootsladen (Shopping für Männer!) und Frauchen schlappte in die Stadt. Auch wenn die Stimmung an Bord ungelogen gut ist, will man auch mal einfach was für sich machen.

Am Mittag trafen sich alle wieder am Schiff und bestaunten gemeinsamen das doch ziemlich schiefe Holsten Tor und die kleine echt gemütliche Stadt. Am Ende gab es ein kleines nettes Mittagessen am Wasser und am Abend wurde am HotSpot der Marina mit einem Aperölchen gesurft und gechillt.


Neustadt(25./26.04.2019):

Seit heute sind wir in der Ostsee! Die beschaulichen Kanalfahrten gehören erst mal der Vergangenheit an. Ob mir das Meer gefällt, weiß ich noch nicht so genau. Es schaukelt schon mehr, besonders wenn uns so eine blöde Welle trifft. Auch das Rudel ist konzentrierter. Jetzt stehen immer Zwei am Steuerstand und passen zusammen auf, also eine Kraulmaschine weniger.


Was ne Riesenmarina – kann man da nur sagen und super organisiert. Hier hatten wir uns von Tante Heike ein paar Dinge nachschicken lassen( u. a. den Katzentracker – jetzt entwischt er uns nicht mehr), die uns prompt ausgehändigt wurden. Wir unternahmen eine Radtour in die Stadt selbst, waren aber zu spät: Abends um sechs war schon alles hochgeklappt. Für den nächsten Tag wurde „klar Schiff“ machen beschlossen. Das ging dann nur drinnen, weil es gewitterte und nass wurde. Anschließend wurde beschlossen, keinen weiteren Tag in Neustadt zu bleiben, sondern lieber eine zusätzliche Station in Grömitz zu machen, bevor es dann Richtung Fehmarn geht. Was  meine Zweibeiner jetzt schon machen, ist dauernd das Wetter zu gucken, damit die Überfahrt nach Dänemark ruhig und bestimmt nicht aufregend wird. Niemand von denen will einen seekranken Labbi an Bord haben – wirklich nicht. Und das wäre noch das kleinere Übel.

Die Tauben sind hier übrigens riesig.😉

Grömitz, 27.04.2019

Auf dem Weg nach Grömitz hingen wir zum ersten Mal in ernster Absicht die Angeln raus. Gleich biss auch einer an, aber in letzter Sekunde sprang er uns doch vom Haken. Also doch Spaggis zum Abendessen.

In Grömitz selbst schnupperten wir absolute Ostsee-Touri-Meilen-Luft und gingen ein leckeres Eis essen.

Burgtiefe / Fehmarn28./29.April 2019

Ha, ob es der von gestern war wissen wir nicht, aber heute haben wir ihn bekommen:


Der Junior und ich waren sehr stolz.

Die beiden Tage haben wir damit verbracht, die nächste Etappe unserer Reise im Detail zu planen. Dieses Mal war nicht das WLAN das Problem, sondern der Strom. Wir fanden keine Dose, die Saft hatte, aber Dank des nun perfekt laufenden Generators konnte sogar eine Ladung Wäsche gewaschen werden. 

Am Dienstag geht es Richtung Dänemark. Wir werden Gedser anlaufen und uns dann auf der Ostseite nach Frederiksvaerk vorarbeiten. 


Gedser bis Frederiksvaerk – über Kopenhagen

Heute darf ich aber nochmal an den Hundestrand und mich tapfer in die Ostsee stürzen. Die Wassertemperaturen sind einstellig – wollte es nur mal erwähnt haben.

Ich melde mich wieder aus DÄNEMARK.

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