Labbi goes europe - Blog

Schlagwort: Griechenland

Herrchen und Frauchen als Erntehelfer bei meiner ersten Olivenernte

Das sollte meine erste Olivenernte werden und ich war schon mächtig aufgeregt. Herrchen und Frauchen kannten das schon, weil sie vor vielen Jahren schon einmal die ganzen Oliven selbst gepflückt hatten. All die Jahre danach ging es nicht, weil die Oliven nicht während der Ferien reif werden, sondern erst im November. In diesem Jahr passte alles.

Zunächst pflückte Frauchen die Essoliven. Davon gibt es nur einen Baum auf dem Grundstück. Das war also schnell erledigt. Ich muss sagen, am Anfang war ich sehr enttäuscht. Natürlich spielte ich die Vorkosterin. Aber ich spuckte die Dinger in hohem Bogen wieder aus, weil sie so bitter waren. Aber Frauchen kannte einen tollen Trick: Man legt sie über einen Zeitraum von drei Wochen in Salzwasser ein, das man alle zwei Tage wechselt. Das Salz entzieht der Frucht die Bitterstoffe. Sind die Oliven dann genießbar, kann man sie nach jedem persönlichen Geschmack einlegen. Das ging schon eher in Richtung meiner Feinschmeckerzunge.

Die Oliven, aus denen wir Öl pressen lassen wollten, hingen an weiteren 38 Bäumen. Es war klar, dass wir das alleine nicht schaffen würden, aber wir hatten Glück. Dina und Jianni halfen uns und wir bekamen einen weiteren unermüdlichen Erntehelfer an die Seite gestellt. Unser Freund Christos besaß eine phänomenale Maschine, die die Oliven von den abgeschnittenen Ästen rüttelt. Und die lieh er uns aus. So muss man sie nicht mühselig auf die traditionelle Art auskämmen. Man legt die Zweige in die Maschine ein, die werden gerüttelt und so fällt ein guter Teil der Oliven direkt in den Sack. Der andere Teil spritzt ins Umfeld und ist am Ende schnell zusammen gekehrt. So waren wir am Ende erfolgreicher als gedacht und es blieb noch Zeit für mich übrig.

Die Tage plätscherten wunderbar dahin. Natürlich war ich immer dabei. Nach Feierabend saßen wir gerne bei leckerem Essen zusammen. Am Nachmittag liefen wir eine lange Runde auf den griechischen Wanderwegen und am Abend wurde der Kamin angemacht. Wie von selbst sammelten sich am Ende 466 Kilo an und Dina machte einen Termin in der Ölmühle.

Man kann die geernteten Oliven auch einfach so in der Mühle vorbei bringen. Dann wird die Masse gewogen und man bekommt „irgendein“ Öl. Wir aber wollten unseres, denn wir behandeln die Oliven nicht und somit sind sie absolut bio. Montags vor unserer Abreise war es dann so weit.

Auch unsere Ernte wurde abgewogen und wir konnten sehen, wie unsere Oliven in den Schacht der Anlage eingefüllt wurden. In einer zweiten Maschine werden die Früchte noch mal gereinigt und geschüttelt, so dass noch mehr Blätter und kleine Äste aussortiert werden. Ähnlich wie bei Trauben, entsteht im nächsten Schritt eine Maische, die dann zentrifugiert wird. Als Letztes wird das Öl gefiltert und kann dann abgefüllt werden. Wir waren sehr stolz, als unser grünes Gold aus dem Hahn lief. Am Ende hatten wir über 70 Liter feinstes Olivenöl beisammen. Familie und Freunde können sich also freuen.

Gleich Zuhause angekommen testeten wir unser noch warmes und sehr frisches Öl mit einer Schreibe frischem Brot. Was gibt es Herrlicheres?

Aber auch die wunderschönsten Tage gehen einmal zu Ende und unser lernendes Rudelmitglied Zuhause wollte mal wieder beschnuppert werden. Also machten wir uns auf den Heimweg. So einfach sollte es uns aber nicht gemacht werden. Wir mussten beide Fähren umbuchen, denn ein 10er Wind hatte sich angekündigt und mit dem wollten wir keine Bekannschaft schließen.

Gesund und munter kamen wir Mitte November wieder in Rheinhessen an und stiegen direkt in die Adventszeit ein. Jetzt freuen wir uns auf harmonisches Weihnachtsfest und einen schneereichen Ski-Urlaub. Dann kann ich allen wieder zeigen, wie toll ich Gondel fahren kann.

Lieben Dank an alle, die in diesem Jahr diesem Blog gefolgt sind. Es macht viele mehr Freude für andere zu schreiben, als nur für sich selbst. Wir wünschen euch ein Frohes Fest, für 2020 alles Gute und ein bisschen mehr Frieden für die ganze Welt. Folgt uns auch im nächsten Jahr wieder. Im Januar verrate ich euch das nächste Reiseziel!!

Mailand – die Stadt der Schuhe ? Auch

Diese Reise würde wie immer und doch völlig neu ablaufen. Wie schon  ganz oft davor würden wir wieder Richtung Ithaka aufbrechen. Schließlich  hatten wir das ganze Jahr nicht auf unserer griechischen Insel  vorbeigeschaut. Aber zum 1. Mal würden wir es außerhalb der Ferien tun und das auch noch ohne den Junior, der ja jetzt am Studieren ist.

So kamen wir auf die Idee über die Schweiz zu fahren und einen ganzen Tag in Mailand zu verbringen. Diese wunderbare Stadt hatten wir schon lange auf dem Plan. Außerdem brauchte Frauchen ein paar neue Schuhe (die hat Probleme!!). Herrchen war da prakmatischer. Er buchte eine kleine Wohnung, kein Hotel.

So kamen wir am Nachmittag bei strömenden Regen in der Via Manfredo Camperio an. Unser Vermieter Francesco war ein überaus sympathischer Mann, der uns gleich in Empfang nahm und erstmal ins Parkhaus lotste. Wir waren  nämlich mitten in der City. An einen Parkplatz war gar nicht zu denken und ohne ihn  hätten wir im Leben keinen bezahlbaren Parkplatz gefunden. Ein wenig  Maßarbeit war nötig, um uns in die kleine Parkbox zu manövrieren, aber nachdem wir passgenau an allen vier Ecken in Francescos Garage standen und unser Gepäck in sein Auto umgeladen hatten, ging es in wenigen  Minuten zu unserer Wohnung. Ich durfte vorne mitfahren.

Die Wohnung war der Hammer: gemütlich und schick zugleich. Ein  Wohn-Esszimmerbereich samt Küche auf der einen Ebene sowie ein kuscheliges Schlafzimmer unterm Dach. Diese Art des Wohnens hat sich voll ausgezahlt. Wir waren viel flexibler als in einem normalen Hotel, das so mitten in der City äußerst teuer gewesen wäre. Wir fragten Franceso noch nach einem netten Restaurant, dann gingen wir erstmal unsere unmittelbare Umgebung erkunden. Natürlich durfte  ich mit und lernte auch den Innenhof des Castelos Sforzesco und meine Hundewiese für die kommenden Tage kennen.

Wir suchten uns noch schnell einen Supermarkt und deckten uns mit allem ein, was wir für ein kleines italienisches Frühstück brauchen würden. Dann kehrten wir in unsere kleine Wohnung zurück. Nachdem sich meine beiden Mitbewohner ausgehfertig gemacht hatten und losgezogen waren, hatte ich das kleine Reich endlich für mich alleine. Ich meine, es ist schon gut, wenn man als Hund so ein bisschen weit gereist ist. Der Fahrstuhl in dem Haus ist für  mich kein Problem und dass ich nach drei Stunden gleich für zwei Stunden an einem Ort alleine bleibe, den ich nicht kenne, finden meine Leute und ich äußerst bewundernswert. Das ganze basiert natürlich nur auf  gegenseitigem Vertrauen. Sie lassen mich nur in angenehmen Hotels, schicken  Wohnungen oder gut klimatisierten Schiffen, dafür sieht die Bude am Ende noch genau so aus wie vorher. Natürlich bringen sie mir immer etwas von ihrer JAGD mit.

Den Freitag haben wir uns dann gut aufgeteilt. Sie wollten Sightseeing  machen und ein wenig shoppen. Das interessiert mich natürlich null, also  machte ich ein bisschen Wellness im Apartment. Dafür ging es am  Nachmittag, als der Regen komplett verflogen und ein wunderbares  Spätsommer-Wetter die Stadt durchflutete, mit mir auf die Pirsch.

So erkundeten wir einen wunderbaren Spazierweg, der uns zunächst in Richtung des Castellos führte. Dahinter erstreckt sich der fantastische Sempione Park, der an diesem Tag aufgrund des Wetters voller Leben war. Direkt am Ende des Parks stößt man auf den Arco della Pace, an dessen  Vorplatz wir ein bisschen verweilten. Da hat sich dann wieder mal gezeigt, dass Reisen bildet, denn ich habe zwei Polizisten gesehen die auf riesigen Hunden geritten sind. Ich war so perplex, dass ich glatt vergessen habe, mich den beiden mal vorzustellen. Mein Herz aber ging auf, als wir den Hundepark fanden. Eine tolle Idee der Italiener: Mitten im Park gab es eine Rasenfläche mit ein paar Agility-Geräten. Dort durften wir Vierbeiner frei laufen und ausgelassen miteinder toben. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang etwas schüchtern war. Das legte sich aber.

Natürlich hat Frauchen ihre Schuhe gesucht und gefunden und ich durfte mit in die Pizzeria, Pizzarand essen.

Der Rest der Reise nach Ithaka war dann reine Routine, ich meine wir machen das ja nicht zum ersten Mal. Nur auf der letzten Etappe musste ich mich doch arg aufregen. Auf der anderen Seite war ich schon gerührt, wie lieb mich meine Menschen haben. Natürlich wissen die, dass sie mich nicht mit ins Schiff nehmen dürfen. Das ist kein Grund für sie, mich (für zweieinhalb Stunden) in diese entsetzliche Hundebox zu geben oder in der Autogarage zu lassen. Dumm nur, dass es draußen nicht eine Sitzgelegenheit gab. Also verbrachten wir die Fahrt zwischen 19 und 22 Uhr auf der Außentreppe. Egal, um halb elf waren wir in unserem griechischen Zuhause und Dina hatte wie eine Mama für uns gesorgt. Es gab kühle Getränke und etwas zu essen stand auch auf dem Herd.

Ich habe es sofort wieder erkannt und mein grüner Lakost hat – wie auch immer- ebenfalls hierher gefunden.

Was wir dem Junior nicht erzählen werden? Dass wir uns in Mailand ohne seine Hilfe zweimal ziemlich verlaufen haben.

Copyright © 2020 Labbi goes europe – Blog

Theme von Anders Norén↑ ↑

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen